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Farger Theater
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Schrilles Liebeskarussell

Alexander Bösch 04.10.2019 0 Kommentare

Herren in schrillen Anzügen: Das Farger Theater setzt auch bei der Inszenierung im Jubiläumsjahr auf eine Komödie.
Herren in schrillen Anzügen: Das Farger Theater setzt auch bei der Inszenierung im Jubiläumsjahr auf eine Komödie. (Christian Kosak)

Farge. „Du kannst dir ja in Ruhe noch einen Gin einlassen und ein warmes Bad austrinken“, schlägt Joanne Markham (Michaela Preibisch) ihrem Gatten, dem Kinderbuchverleger Philipp, ein wenig verwirrt vor. Für Philipp (Dirk Jehsert) kann das Design in seiner Londoner Wohnung wiederum gar nicht exzentrisch genug sein. „Ich will auch meine Toilettenspülung mit dem Gefangenenchor von Nabucco“, verkündet er.

Der exaltierte Designer Alistair Spenlow (Timo Christ) liest ihm jeden  spleenigen Wunsch von den Lippen ab, seien es pfauenblaue Vorhänge, ein ovales Bett oder ein geblümtes Bidet. Der blendend aussehende Alistair sorgt in den erotischen Eskapaden des Stücks „Wie wär’s, Mrs. Markham“ aber auch für manche andere Verwicklung. Das Farger Theater zeigt das Stück ab sofort.

„Wie wär’s denn, Mrs. Markham?“ ist ein Paradebeispiel für das, was man im Englischen eine Clip-Clap-Komödie nennt: Zu viele Leute an einem beengten Ort, die sich besser nicht begegnen sollten, sich in Betten versteckende Liebespaare, Menschen, die in Schränke oder Abstellkammern flüchten und natürlich jede Menge Missverständnisse. Zu seinem 40. Jubiläum setzt das Farger Theater mit dem Zweiakter aus der Feder von Ray Cooney und John Chapman auf eine rasante Farce, die bereits beim 20. Jubiläum gut ankam. Zwei der Darsteller waren 1998 bereits bei der ersten Inszenierung der Komödie dabei. Uli Kehlenbeck freut sich auch dieses Mal wieder auf seine Rolle als verwirrter Liebhaber Walter Pengbourne, in der er mit seltsamen Hüten, ungeschickten Verrenkungen und komischen Anmachsprüchen die Lacher auf seiner Seite hat. „Obwohl ich mich nur noch an einen Satz erinnern konnte“, wie der Mime gesteht.

Das Farger Amateurtheater ist im Jubiläumsjahr mit gewohnter Spielfreude am Werk. Traditionell finden die ersten Aufführungen – in diesem Jahr sind es drei – im Gemeindehaus der Farger Kirche statt. Hier fand schon die allererste Aufführung im Jahr 1979 statt. Die Gruppe entstand aus einem Frauenkreis an der Kirchengemeinde. Zunächst nannte man sich „Laienspielkreis der Kirche Rönnebeck-Farge“, löste sich aber 1986 von der Kirchengemeinde und schloss sich dem Neurönnebecker Turnverein an. Geprobt wird im Untergeschoss der Firma Spinnbau.

Nach den drei Terminen im Gemeindehaus geht es auf kleine Tournee, unter anderem in den Rekumer Hof. „Da kommt dann unsere mobile Bühne zum Einsatz. Im Rekumer Hof sind wir eigentlich immer ausverkauft“, erzählt der Vereinsvorsitzende Markus Thamm. Mit der Fokussierung auf schwungvolle Komödien haben die Farger offenbar auf das richtige Pferd gesetzt. „Wir hatten auch mal ernstere Stücke im Programm“,  erinnert sich Markus Thamm. „Das Publikum hat dann aber schnell durchblicken lassen,  dass es sich jetzt wieder auf eine Komödie freut.“

Bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr hatte sein Vater Günter Thamm das Zepter in der Hand. Markus Thamm hatte seinen Vater bereits als Kind zu Proben begleitet und ausgiebig Bühnenluft geschnuppert. „Es gab viele Stücke, in denn wir gemeinsam  auf der Bühne standen. Nach Günter Thamms Tod entschloss sich Sohn Markus, das Werk seines Vaters weiterzuführen. Ein gemaltes Porträt, das den Vater zeigt, hängt auch in der Kulisse des Londoner Apartments in „Wie wär‘s denn Mrs Markham“. Für Timo Christ als „Nesthäkchen“ der Truppe war die Rolle des exzentrischen Jungdesigners Alistair Spenlow übrigens ein wenig wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zum einen, erzählt der junge Mime in der Pause, sei die Liaison, die er mit Au-pair-Mädchen Sylvie hat, leicht zu spielen gewesen. Mit Melanie Caemmerer, die in die Rolle von Sylvie schlüpft, sei er schließlich auch im realen Leben seit zwei Jahren verbandelt.

Die Szenen, in denen der Designer Alistair dann aber mit Joanne eine Affäre beginnt, weil beide aus Frust über die ewigen Gerüchte einmal Taten folgen lassen wollen, hätten eine gewisse Herausforderung dargestellt. Michaela Treibisch alias Joanne ist schließlich im realen Leben seine Tante.  Trotz seiner häufigen Auftritte in kurzen Hosen und im weit aufgeknöpften Seidenhemd habe er sich bei den Proben keine Erkältung zugezogen. „Der hat ja noch junges, warmes Blut“, lacht sein Kollege Uli Kehlenbeck.

Zur Sache

Termine und Karten

„Wie wär’s denn, Mrs Markham? “ ist am 5. Oktober um 20 Uhr und am 6. Oktober um 16 Uhr noch in der Kirchengemeinde Rönnebeck-Farge, Farger Straße 21, zu sehen. Am 26. Oktober um 20 Uhr und am 27. Oktober um 16 Uhr ist die Komödie in der Halle des Vegesacker Schützenvereins, Hermann-Löns-Straße 16 zu sehen. Am 2. November um 17 Uhr sowie am 3. November um 16 Uhr (mit Kaffee ab 15 Uhr) ist die Bühne im Rekumer Hof, Rekumer Straße 116, zu Gast; und am 9. November dann noch einmal um 16 Uhr beim DRK Kreisverband an der Meinert-Löffler-Straße 15. Karten können unter der Nummer 04 21/68 641 bestellt werden. Erwachsene zahlen zehn Euro, Kinder und Jugendliche fünf. Näheres unter www. farger-theater.de.


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Leserkommentare
cklammer am 23.10.2019 09:05
Na, wir wissen ja, wie das geht: etwas gleichartiges wird ja am Weserstadion schon beim jedem Heimspiel von Werder umgesetzt.

Da wird ...
oharena am 23.10.2019 09:04
wen soll man jetzt mehr "lieben" - die Polizei, de Anschläge verhindert hat - oder die "lieben" Terroristen, die keine Anschläge verübt haben?