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Elektromobilitäts-Messe
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Umweltfreundlicher Fahrspaß

Georg Jauken 23.09.2019 0 Kommentare

Der zweite E-Day in Blumenthal zieht viel Publikum an. Es wird viel gefachsimpelt.
Der zweite E-Day in Blumenthal zieht viel Publikum an. Es wird viel gefachsimpelt. (Christian Kosak)

Ob als Sportgerät am Berg, für den Sonntagsausflug oder den täglichen Weg zur Arbeit: Entspanntes radeln mit Strom liegt voll im Trend. Selbst Hans Steffens hat sich inzwischen ein E-Bike gegönnt. 6000 Kilometer fährt er im Jahr mit dem Rad, doch auf einer Tour nach Verden hat ihn der Gegenwind geschafft. Nun wirbt er am Stand des Fahrradclubs ADFC für Elektrofahrräder. „Weil sie in dieser Gegend genau das Richtige sind.“

Schauplatz ist der zweite „E-Day“ auf dem Gelände der früheren Bremer Wollkämmerei in Blumenthal. Gleich im Eingangsbereich stehen die Besucher an, um einmal als Beifahrer im Hyundai Ioniq, Kia e-Niro und Renault Zoe mitzufahren oder auf dem schicken Ledergestühl eines Tesla SUV Platz zu nehmen. „Achtung“, warnt der Fahrer. Die weit in das Dach ragenden hinteren Flügeltüren senken sich und es geht los. Den Sprint von null auf Tempo 100 soll das Model X in unter vier Sekunden schaffen. Die Probefahrt beim E-Day startet eher gemächlich und absolut leise.

Auf der Bühne geht es thematisch um Fotovoltaik, Speichertechnologien und die Fortbewegung in der Zukunft. Blumenthals Ortsamtsleiter Peter Nowack wirbt für mehr Mut, neue Wege zu gehen und denkt dabei auch an jenen Tag, an dem der von der Politik gewollte Kohleausstieg auch das Kraftwerk in Farge betreffen wird. Dort könnte ebenso gut Wasserstoff hergestellt werden, gibt sich Nowack optimistisch. Die Unmengen an Strom, die dafür gebraucht werden, sollen aus den nahen Windparks auf der Nordsee kommen. Strom sei im Überfluss vorhanden, vor allem nachts, wenn niemand den Windstrom (ver)braucht.

Kapitän Christian Bahlke unterstützt die Idee, denn er möchte, dass die Schifffahrt sauberer wird. Mangels Gesetzen oder Selbstverpflichtungen trügen mit Dieselmotoren betriebene Binnen- und Küstenschiffe über eine Nutzungsdauer von 40 bis 50 Jahren nichts zur Senkung der Emissionen und zum Klimaschutz bei. Ein Elektroantrieb mit selbst produziertem Strom aus der Wasserstoffbrennstoffzelle sei die Alternative.

„Mehr Wasserstofftankstellen braucht es auch an Land, damit sich die Technik durchsetzt“, weiß Autohändler Christoph Wouters. Der futuristische Toyota Mirai, den er beim E-Day präsentiert, hat bereits eine Brennstoffzelle unter der Haube. Der Wagen ist auf den Straßen aber noch kaum zu sehen.

Das Tanken, erklärt Wouters den Unterschied zu herkömmlichen E-Autos, dauert nur ein paar Minuten. Voraussetzung sei aber, dass eine Wasserstofftankstelle in der Nähe sei. In Bremen und umzu gebe es davon bislang allerdings nur zwei, von der eine nach einem Zwischenfall mit einer baugleichen Anlage in Norwegen gerade für mehrere Wochen außer Betrieb sein soll.

Auch E-Autofahrer Hartmut Dreyer aus Bremervörde muss seine Ladestopps sorgfältig planen. Schon bei der Reiseplanung wählt er nur solche Hotels aus, bei denen er seinen Tesla aufladen kann. Liegen geblieben wegen leerer Akkus ist er dank „vernünftiger Routenplanung“ nie und zurück zum Diesel oder Benziner möchte er auch nicht.

„Ein Auto zum Fahren und Spaß haben“, ist auch der zum Roadster umgebaute Citroën 2CV. Nils Iwahn hat ihn vor fünf Jahren als Semesterarbeit auf Elektroantrieb umgerüstet. Inzwischen hat sich der ehemalige Elektrotechniker zum Spezialisten für Individualumbauten entwickelt.

Spaß haben. Das ist ein Grund, warum sich Messebesucher für ein E-Auto entschieden haben. Für Besucher wie Detlef Albers aus Steinfurt war es aber vor allem die Vernunft. Seine Einstellung: „Du bist auf der Erde nur eine kurze Zeit. In dieser Zeit solltest du wenigstens ein bisschen was für die Umwelt tun.“

Albers hat in Windparks und Fotovoltaikanlagen investiert und tankt den Strom für seinen Kia e-Niro weitmöglichst zu Hause. Sieben Jahre Garantie und kaum Leistungsverlust nach 100 000 Kilometern haben aus ihn trotz des hohen Anschaffungspreises einen zufriedenen E-Autofahrer gemacht.

Zwischen der Armada aus Teslas, Hyundais und Kias präsentieren Besucher umgerüstete Golfs, Peugeots und Citroëns. Dazwischen hat sich ein Tesla mit norwegischem Kennzeichen und besten Chancen auf den Sieg im Wettbewerb um die längste Anreise im E-Auto gesellt. Bevor der E-Day mit einem Autokorso durch die Stadt und einem Rockkonzert endet, fällt der Blick auf die Nutzfahrzeuge.

Neben einem E-Bus der BSAG, Gabelstaplern und Rasenmähern präsentiert eine Firma aus Gyhum/Bockel den Maxus EV80 vom chinesischen Hersteller Saic Motor als Lieferwagen für Gewerbekunden. Besonders gerne werde er für die Auslieferung von Bio-Lebensmitteln genutzt, erzählt Johann Goldenstein. „Das passt ideal zu 100 Prozent elektrisch.“

Er fährt noch Diesel. Von diesen Fahrzeugen gebe es im Unternehmen nun einmal besonders viele. Sein nächstes Auto soll jedoch ein Stromer sein, versichert Goldenstein, und dass er sich wünschen würde, der Umstieg auf Elektromobilität ginge viel schneller.

Die E-Fahrzeuge stehen im Mittelpunkt des Interesses. Doch die Probefahrten mit „Fietje“, dem in Bremen-Nord kostenlos ausleihbaren E-Lastenrad werden auch gern genutzt. Tipps und Diskussionen zur zweirädrigen E-Mobilität in Alltag und Freizeit bietet das ADFC Nord-Team den Besuchern.

ADFC-Sprecher Jürgen Bösche sagte nach der Veranstaltung: „Es ist immer wieder schön anzusehen, wie erstaunt und begeistert unsere Besucher mit Fietje auf dem Parcours unterwegs waren. Auch waren wir überrascht, dass wir allein auf dem E-Day 200 Unterschriften zu einer Gratis-Weserquerung per Fähre für alle Radfahrenden erhielten.“

Für den E-Day 2020 wünscht sich der ADFC eine noch größere Themenvielfalt. Vorstandsvorsitzende Bonnie Fenton betont: „Elektromobilität auf zwei Rädern kam definitiv zu kurz. Die Besucher sollten beim nächsten Mal umfassender mit dem weit entwickelten Angebot verschiedener E-Fahrradmodelle noch mehr bekannt gemacht werden.“


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...