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Hilfe für Litauen
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Vier Transporte in diesem Jahr

Hannelore Johannesdotter 25.04.2019 0 Kommentare

Sammlung für Litauen in der katholischen Pfarrgemeinde: Hans-Joachim Meyer, Annemarie Beck und Alexander Cleve (v.l.) tragen Kartons und Säcke.
Sammlung für Litauen in der katholischen Pfarrgemeinde: Hans-Joachim Meyer, Annemarie Beck und Alexander Cleve (v.l.) tragen Kartons und Säcke. (Johannesdotter)

Lemwerder. Am Sonnabend nach Ostern startet der erste Transport dieses Jahres aus der Wesermarsch ins 1400 Kilometer entfernte Litauen. Er wird gut fünf Tonnen Hilfsgüter zu Einrichtungen für alte, kranke und behinderte Menschen bringen. Außer einem Kinderheim und einem Hospiz in Kaunas werden erstmals ein Altenpflegeheim und ein Kinderheim in der Stadt Schaulen bedacht.

In Lemwerder sammelt Annemarie Beck von der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist Spenden für die Hilfslieferungen. Vier sind im Jahr 2019 geplant. Die 75-Jährige engagiert sich seit Langem in der Litauenhilfe und konnte sich 2011 vor Ort in Kaunas selbst einen Eindruck von den Pflegeverhältnissen machen. Sie nimmt nach Voranmeldung unter der Telefonnummer 04 21/677 16 gern Spenden entgegen. Handtücher, Bettwäsche, Decken und Kopfkissen mit Flockenfüllung sollten frisch gewaschen sein.

In den Pflegeeinrichtungen, die in Litauen angesteuert werden, wird aber noch mehr benötigt. Dazu gehören alle Arten von Pflegemitteln wie Vorlagen, Windeln, Einmalhandschuhe, Verbände und Arzneipflaster, Hygieneprodukte. Krankenbetten, Matratzen, Rollstühle und Rollatoren finden ebenfalls stets dankbare Abnehmer. 

Woran konkret Bedarf besteht, das erfährt Alexander Cleve aus Nordenham über seine Mailkontakte mit Litauen. Der mittlerweile 80-Jährige ist seit 15 Jahren Motor der Transporte. Außerdem ist er ohne Unterlass bemüht, weitere Quellen für Spenden aufzuspüren. Ausdrücklich lobt er die Hilfsbereitschaft der Edeka-Märkte in Lemwerder und Nordenham sowie der Apotheke in Lemwerder.

Die Partnerschaft zum Kinderheim in Kaunas mit 250 teils schwerstbehinderten jungen Patienten wurde 1991 ins Leben gerufen. Federführend war seinerzeit der Caritas-Kreisverband Wesermarsch. Von Anfang an wurde die Unterstützung ökumenisch mit getragen. Die evangelische Kirchengemeinde Altenesch hat sich viele Jahre hier sehr stark engagiert. Beim Sommertransport 2019 werden so zwei Fahrer aus Lemwerder ein Gespann lenken.

Seit der Wohlfahrtsverband sich nach zehn Jahren aus der Partnerschaft zurückzog, hält eine Gruppe um Alexander Cleve die Verbindungen privat aufrecht. „Von Tossens bis Lemwerder umfasst unser Team heute 18 Leute“, berichtet er stolz. Die Helfer eint ihr christlicher Ansatz: „Unser Herrgott hat uns gelehrt, dass wir uns um die Ärmsten und Armen kümmern sollen. Nach dieser Methode handeln wir“, formuliert es Cleve.

Müssten die Einrichtungen nach so vielen Jahren der Unterstützung nicht längst auf eigenen Beinen stehen? Alexander Cleve erklärt, dass die Heime sich zwar sehr positiv verändert hätten. Allerdings sei die Finanzierung nach wie vor ungenügend. Die Bemessungssätze reichten nach seiner Erfahrung für den tatsächlichen Bedarf bei Weitem nicht aus.

Durch seine vielen Transportfahrten und über die entstandenen Freundschaften erfährt Alexander Cleve immer wieder von neuen Notständen. Dann bemüht er sich um Hilfe. Wie jetzt beim Kinderheim und dem Altenpflegeheim in Schaulen, einer Großstadt im Norden Litauens. Anfang Mai wird der Nordenhamer mit einem Freund dorthin reisen, um die beiden Einrichtungen kennenzulernen und den genauen Bedarf an Unterstützung zu erkunden. „Ich werde durch das, was ich tue, bereichert“, sagt Alexander Cleve. „Die Aktivitäten selbst sind meine Belohnung.“

Aber die Hilfe für Litauen besteht nicht nur aus Sachspenden. Auch Geld ist nötig. „Ein Transport kostet 1000 Euro“, gibt Cleve Auskunft. Die Sprinter müssen geliehen, Treibstoff muss getankt werden. Cleve: „Zum Glück erhalten wir die Anhänger kostenlos gestellt.“ Das ist die eine Seite, warum Geld notwendig ist. Auf der anderen können manche Dinge – zum Beispiel Medikamente – in Litauen günstiger als in Deutschland  gekauft werden. Cleve nennt als Beleg auch Ernährungslösungen für Patienten, die über Sonden ernährt werden. „Wir bekommen für das gleiche Geld in Litauen etwa 60 Prozent mehr Menge“, erklärt er. Bei seinem letzten Besuch in Kaunas wurden zehn Kinder durch die Bauchdecke ernährt.

In Lemwerder hat die katholische Kirchengemeinde Heilig Geist unter dem Stichwort „Litauenhilfe“ ein Spendenkonto bei der Vereinigten Volksbank eingerichtet mit der  Iban DE79 2806 2249 6101 0340 02, Bic: GENODEF1HUD. Auf Wunsch quittiert Provisor Hans-Joachim Meyer die Spenden fürs Finanzamt.


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