Wetter: Regen, 10 bis 18 °C
Tag der offenen Tür auf Hof Sosath
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Vom Huf bis zur Mähnenschere

Alexander Bösch 22.04.2019 0 Kommentare

Die unterschiedlichen Vorführungen in der Reithalle wurden von Hunderten Gästen verfolgt. Janne Sosath spricht von einem Besucherrekord.
Die unterschiedlichen Vorführungen in der Reithalle wurden von Hunderten Gästen verfolgt. Janne Sosath spricht von einem Besucherrekord. (Maximilian von Lachner)

Lemwerder. „So viele Besucher hatten wir noch nie“, freute sich Janne Sosath und strahlt mit der Sonne um die Wette. Seit zehn Jahren lädt der idyllisch an der Depenflether Straße gelegene Pferdehof am Ostersamstag zum Tag der offenen Tür ein. Dank des traumhaften Wetters sind in diesem Jahr tausende „Pferdeleute“ auf das Hofgelände geströmt.

„An diesem Tag können sich auch die Kinder mal alles angucken. Das ist sonst zu gefährlich, wenn sie zwischen den Pferden herumwuseln“, erklärte die Hauptorganisatorin des Events, das vor einem Jahrzehnt nach der Fertigstellung der großen Reithalle und der neuen Stallungen erstmals angeboten worden ist. Doch es waren nicht nur die – teilweise aus Süddeutschland und den Niederlanden angereisten – Pferdeexperten, die auf der Anlage der Hengststation fachsimpelten oder sich die Prämierungen des Fohlenchampionats ansahen.

„Uns ist wichtig, dass es hier wie bei einer Landpartie ist und dass auch Leute kommen, die nicht unbedingt etwas mit Pferden am Hut haben“, betonte Janne Sosath. Während die Künstler des Showprogramms eingekauft werden, erfordere vor allem die Auswahl der Standbeschicker langfristige Planung. „Es ist wichtig, dass sich hier Leute präsentieren können, die mit unserem Hof ganzjährig zusammenarbeiten, wie zum Beispiel bei den landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen“, erklärte Janne Sosath.

Nachdem Showpony Joschi den jungen Besuchern gezeigt hatte, wie man gekonnt einen Teppich mit der Pferdenase ausrollt, traten beim 11. Lemwerderaner Fohlenchampionat die Nachkommen der Stationshengste gegeneinander an. Bei Kaffee und Kuchen genossen die Besucher den Anblick der edlen Tiere. Während die Hengste mit klingenden Namen wie Gamantheo, Casalido oder Casino Rubin Experten bereits ein Begriff waren, hatten die in den Kategorien „dressurbetont“ und „springbetont“ bewerteten Fohlen meist noch keinen Namen.

„Das ist mal ein selbstbewusstes Hengstfohlen mit überzeugendem Fundament. So gehört sich das für einen späteren Spitzenhengst“, konnte man einen Kommentator vernehmen. Ein Team von „Clipmyhorse TV“  filmte sämtliche Vorführungen und stellte sie ins Netz. „Die Kunden können dann weltweit gucken, welchen Hengst sie gern einsetzen und das Sperma bestellen“, erklärt Robert Kock von dem in Wiesbaden ansässigen Medienunternehmen.

An den Ständen auf dem Hof und in den angrenzenden Hallen waren so unterschiedliche Produkte wie  Landmaschinen, österliche Dekoartikel,  abwaschbare Plastikkissen und selbst gemachte Liköre zu erwerben. Pferdenarren bevorzugten eine Visite an einem der fachspezifischen Stände. Ann-Christin Stock besucht mit ihrer mobilen Sattelberatung auch Kunden vor Ort. „Wir fahren direkt in den Stall und machen Sattelanpassungen. Ein Pferd verändert sich ja ständig, je nach Training, Fütterungszustand und Jahreszeit“, weiß die Expertin aus Bockhorn in Friesland.

Wer auf dem Pferderücken möglichst elegant wirken möchte, war bei Katja Stöver und ihrem „KS Horse Design“ an der richtigen Adresse. Ihre maßgeschneiderten Jacketts und Fräcke kommen auf Turnieren zum Einsatz und sind wahlweise mit Pailletten und Swarovskisteinen besetzt. „Bei den Damen geht es gern mal ins Barocke und Klassizistische. Das bevorzugte Material ist Softshell, eine regenabweisende Mikrofaser“, erklärte Katja Stöver.  „My home is where the horse is“ stand auf einem Kissen, das die Designerin verkauft.

Ein Vermögen für Zubehör

Die Mähnen- und Schweifscheren der Firma Paul aus Stade wiederum sind als Nischenprodukt gedacht. „Das ist auch eine emotionale Sache! Wir verkaufen Starscheren für Starpferde aus Solinger Messerstahl mit ergonomischem Kunststoffgriff“, erläuterte eine Verkäuferin. Mara Büüsker von „Horsefanatics“ hielt mit ihren Nasenschonern, Bandagierunterlagen und Steigbügelhaltern dagegen. Dass der Reitsport an sich nicht unbedingt zu den kostengünstigsten Sportarten gehört, bewiesen mehrere Sprüche, die man an diesem Tag vernehmen konnte. „Mit Pferden kann man ein kleines Vermögen verlieren, vorausgesetzt, man hatte eines“, gab eine Frau lächelnd ein Beispiel, die sich gerade mit reichlich Zubehör eingedeckt hat.

Auf Pferdefotografie hat sich Swantje Hedemann spezialisiert. Eine Auswahl ihrer Bilder zeigte Pferdebesitzerinnen mit ihren Paarhufern an romantischen Parkbänken, herumtollend am Strand oder lebensfroh in der Gischt der Ostsee reitend. „Ich sage den Leuten immer, sie sollen sich mit ihren Pferden beschäftigen und vergessen, dass ich da bin. Wenn ich weiß, dass da jemand dabeisteht und mich beobachtet, verhalte ich mich meinem Tier gegenüber anders“, sagte die Fotografin. Besonders wichtig sei ihr, die wechselseitige Zuneigung zwischen Tier und Besitzer festzuhalten. Nur einmal habe sie ein Shooting abbrechen müssen: „Da hat ein Pony total aggressiv auf ein Mädchen reagiert, hat nach ihm getreten und es gebissen. Das konnte ich nicht verantworten“.

Wer sich an Fischbrötchen, Crepes und den Milchkreationen der Landfrauen gütlich getan hatte, konnte schließlich dem Streichelzoo einen Besuch abstatten. Kaninchenrassen, Schafe und Hühnerrassen wie das Riesenhuhn Orpinton gab es hier zu bewundern. „Mir wollte ein Bekannter gerade mehrere Hühner schenken. Aber wir haben gerade geschlachtet. Meine Schwiegernutter bringt mich um, wenn ich jetzt wieder mit Hühnern ankomme“, sagte eine Besucherin und lachte.


Mein Bremen-Nord
Ihr Portal für Bremen-Nord

Herzlich willkommen in Ihrem Portal für Bremen-Nord. In diesem Portal informieren wir Sie über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus Ihrem Stadtteil und Ihrer Gemeinde.

Mehr Maritimes
Uferzonen an der Weser gibt es viele in Bremen und Bremerhaven, aber nur eine Maritime Meile. In einer neuen Serie wollen wir aufzeigen, was die 1852 Meter lange Strecke in Vegesack ausmacht.
Kolumne "Im grünen Bereich"

Im Garten gibt es immer was zu tun. Unsere Redakteurin Patricia Brandt begleitet das Gartenjahr mit einem Augenzwinkern in ihrer Kolumne. Inzwischen ist die 100. WESER-KURIER-Gartenkolumnen erschienen. Sie schildert die Ängste und Sorgen des Hobbygärtners und nimmt Marotten auf die Schippe.

Fluchtpunkte: Serie über Flüchtlinge in Bremen-Nord
Verschiedene Perspektiven ergeben ein Gesamtbild: Die neue Serie Fluchtpunkte will die Situation der Geflüchteten in Bremen-Nord beleuchten - drei Jahre nachdem das Wort Flüchtlingskrise die Runde machte.
Das Leben eines Schwerkranken
Tobias Laatz ist Mitte 30 und will noch viel erleben. Ihm bleibt dafür jedoch weniger Zeit als anderen. Er ist unheilbar krank. Ärzte gehen davon aus, dass er nur noch Monate hat. In diesem Dossier erzählen wir ein Jahr lang seine Geschichte.
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 18 °C / 10 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Die Sportmeldungen aus der Region
Veranstaltung für Ihre Region
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Traueranzeigen
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
peteris am 21.10.2019 12:30
Vielleicht wissen wir am 1.11. um 11:11h mehr.


Sie meinen sicher den 11.11. um 11:11h?
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...