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Tunnelgestaltung in Lesum
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Werk von Käthe Kollwitz steht im Mittelpunkt

Julia Ladebeck 22.05.2019 0 Kommentare

Die Fußgängerunterführung wird von Lucas Odahara mit Fliesen gestaltet.
Die Fußgängerunterführung wird von Lucas Odahara mit Fliesen gestaltet. (Rose Pfister)

Lesum. Arbeitende Hände waren ein wichtiges Motiv für die Malerin, Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945). Nach ihr ist eine Straße in Lesum benannt. Lucas Odahara hat sich mit seinem Entwurf für die Gestaltung der Fußgängerunterführung an der Käthe-Kollwitz-Straße auf das Werk der Künstlerin bezogen. Das Konzept sieht vor, den Tunnel vollständig weiß zu fliesen.

Auf der einen Wandseite des Durchgangs möchte der aus Brasilien stammende Odahara die Arbeit von Kollwitz zitieren, indem er auf mehreren Fliesen Hände in verschiedenen Positionen zeigt. Für die gegenüberliegende Wand sieht sein Konzept ein zeitgenössisches Werk vor, das als Reaktion auf Kollwitz' Darstellungen verstanden werden kann. Es zeigt verschlungene und verknotete Linien und dazwischen schriftliche Auszüge aus dem Arbeitsrecht.

Rose Pfister, Referatsleiterin beim Senator für Kultur, und Ingmar Lähnemann, Kurator der Städtischen Galerie Bremen, stellten den künstlerischen Entwurf kürzlich im Beirat Burglesum vor. Zuvor hatte eine sechsköpfige Jury getagt und ihn mit fünf von sechs Stimmen als beste der insgesamt 15 eingereichten Arbeiten ausgewählt. Der Senator für Kultur hatte den Wettbewerb ausgeschrieben. Künstler konnten sich im Zuge des Projekts „saubere und sichere Stadt“ und des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ für die Gestaltung des Tunnels bewerben.

Im Zuge dieser Aktion werden mehrere Tunnel in Bremen, darunter auch eine Überführung an der Upsalastraße in Marßel (wir berichteten) neu gestaltet. Ziel ist, sogenannten Angsträumen und Verwahrlosung entgegenzuwirken. In der Ausschreibung war explizit darauf hingewiesen worden, dass Gestaltungsvorschläge gewünscht sind, die unerwünschte Graffiti erschweren, beziehungsweise die sich unkompliziert reinigen lassen. „Das Material ist sensationell. Es ist besonders edel und wunderbar zu reinigen. Der Künstler lässt die Fliesen außerdem in besonderer Weise brennen“, sagte Rose Pfister.

Die gute Möglichkeit der Reinigung war nur einer von mehreren Punkten, die die Jury überzeugt haben. Als weitere Vorteile nannte Pfister „Helligkeit im Inneren des Tunnels“ und die „städtebauliche Verklarung des Tunnels durch die Gestaltung der äußeren, zuführenden Mauern mit dunklen Fliesen“. Genau dieser Teil der Gestaltung sorgte allerdings im Beirat für eine Diskussion. Schwarze Fliesen – das gefiel einigen Beiratsmitgliedern so gar nicht.

„Mich schrecken die schwarzen Fliesen ab“, sagte Heiko Boll (Bürger in Wut). „In Badezimmern wirken schwarze Fliesen auch nur dann, wenn sie speziell ausgeleuchtet werden“, meinte Richard Kurpjuhn (SPD). Und Agnes Müller-Lang (FDP), die mit in der Jury gesessen hatte, betonte: „Auch wenn der Entwurf vielleicht aus künstlerischer Sicht wertvoll ist, kann ich ihm nichts abgewinnen.“

Rose Pfister und Ingmar Lähnemann argumentierten für den Entwurf. Der Künstler kehre den Dunkel-Hell-Effekt, der normalerweise für Tunnel gelte, nämlich außen hell, innen dunkel, um. Die dunklen Fliesen außen ließen den Tunnel innen deshalb besonders hell wirken.

Der Beirat Burglesum stimmte dem vorgestellten Entwurf schließlich bei zwölf Ja- und vier Nein-Stimmen zu. Zusätzlich bittet der Beirat um eine Verbesserung der Beleuchtung im Tunnel und an den Zuwegungen, die zudem nach Willen der Kommunalpolitiker auf den Entwurf abgestimmt werden sollte.


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 12:39
@peteris:

„🦍-Theater“ - wäre das bessere Wort ?

„halloween and British Exit ...
there‘s not anymore a difference“ ...
Lemurer am 23.10.2019 12:38
Dazu fällt mir nur eins ein:

Ein Krankenhaus ist kein Profit-Center