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Entwürfe von Architektur-Studenten
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Wohnen zwischen Forellenteichen

Albrecht-Joachim Bahr 11.07.2019 0 Kommentare

Eine Architektur-Studentin der Jade-Hochschule Oldenburg vor der Präsentation ihres Entwurfes zur Bebauung des ehemaligen Aumunder Angelzentrums. Insgesamt sind im Haven Höövt zweiundzwanzig Seelandschaften mit Häusern zu sehen.
Eine Architektur-Studentin der Jade-Hochschule Oldenburg vor der Präsentation ihres Entwurfes zur Bebauung des ehemaligen Aumunder Angelzentrums. Insgesamt sind im Haven Höövt zweiundzwanzig Seelandschaften mit Häusern zu sehen. (FOTOS: Christian Kosak)

Vegesack. Bislang war es als „Teichquartier“ bekannt. Investor M-Projekt vermarktet es selbst als „Seeland“: das neue Wohngebiet auf einem zehn Hektar großen Areal rund um das ehemalige Aumunder Angelzentrum. Wie berichtet, sind dort Reihenhäuser mit insgesamt 80 Wohneinheiten geplant. Ein Viertel davon soll geförderter Wohnraum werden. Neben dem üblichen verfahrensmäßigen Ablauf mit Einbindung lokaler Politik und Bevölkerung haben sich jetzt auch Studenten und Studentinnen der Jade-Hochschule Oldenburg (Fachbereich Architektur) mit dem Projekt befasst. Herausgekommen sind zweiundzwanzig „Ideen der Außenraumplanung bis zum Entwurf der Bebauung“. Am Mittwoch stellten sie die Ergebnisse im Haven Höövt der Öffentlichkeit vor.

Angeleitet und begleitet wurden die jungen Planer von Hartmut Stechow und Jürgen Arendt, beide Professoren an der Jade-Hochschule, wobei der eine für die Freiraumplanung zuständig war, der andere für die Wohnbebauung. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass sich die Architekten der Oldenburger Hochschule mit Bremer Projekten befassen. Kürzlich erst waren Stechow & Co. mit Planungsideen für das Lankenauer Höft in Woltmershausen und die Reihersiedlung in Oslebshausen befasst. Für dieses Sommersemester stand also das Aumunder Teichquartier auf dem Studienplan.

„Ausgehend von der Bestandssituation“, erklärte Stechow vorab, „haben die Studenten und Studentinnen das städtebauliche Umfeld analysiert, um Kriterien für ihre Ideen zu erstellen“. Und im Zuge dieser Bestandsaufnahme sei eine Vielzahl von unterschiedlichen Antworten herausgekommen. „Diese Palette von Ideen könnte anregend für eine künftige Realisierung sein.“ Wobei Stechow empfahl, das Ganze als Anregung – „auch für die Verwaltung“ – zu sehen, weniger als fertige, eins zu eins umzusetzende Planung.

Die Vorschläge orientieren sich dabei zum einen am Freiraum, also an der Teichlandschaft, zum anderen kommen die konkreten Bebauungsvorschläge zum Zuge. Ein Entwurf zeigt zum Beispiel eine Parklandschaft, der, um sie in ihren Grundzügen zu erhalten, Minihäuser verpasst werden: zweieinhalb-etagig, mit 60 Quadratmetern Raumfläche, dazu mit verschiedenen Grundrissen je nach Wohngruppe, die das Haus bezieht. Insgesamt beschränkt sich die Zahl der Wohngebäude in diesem Fall auf 31, wobei aber zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für Fahrrad und Müll samt weiterer Abstellflächen geplant sind. „Bei der Bebauung“, erläutert Jürgen Arendt, „gab es natürlich auch eine Durchplanung bis ins Detail, bis hin zum verwendeten Material.

Die Bandbreite der vorgestellten Außenraum-Entwürfe, betonte Hartmut Stechow, bewege sich von reinen parkähnlichen Anlagen bis hin zu Freiflächen für sportliche Aktivitäten, wobei bei der Planung dieser Sport- und Freizeitflächen nicht nur an künftige Bewohner und Besucher gedacht sei, sondern in einigen Fällen auch an die umliegenden Schulen und Kindergärten wie auch an die Jacobs University. Überhaupt ergäben die vorliegenden Entwürfe zusammengefasst „ein Gesamtbild für Wohnen und Freizeit und deren Wegebeziehungen mit dem Bezugspunkt Aumunder Bahnhof“.

Zahl und Höhe der Wohngebäude waren also vorgegeben. Und so waren auch keine – im wahrsten Sinne des Wortes – Wolkenkuckucksheime zu erwarten gewesen. Trotzdem gibt es neben Spiel- und Marktplätzen sowie neben Küchengarten und Gewächshaus, ungewöhnliche Ideen zu sehen: Ein Team versucht, einen Baumwipfelpfad übers Quartier zu spannen, ein anderes einen Kletterpark am großen Angelteich zu installieren, ein weiteres denkt daran, eine „laute Skaterbahn vor dem noch lauteren Bahnhof“ zu platzieren. Ein Entwurf sieht darüber hinaus einen mit Mauern ausgestatteten Kreativraum mit Graffiti-Wänden vor. Und schließlich soll der vom Aussterben bedrohte Eisvogel auf einer Insel im großen Teich eine dauerhafte Heimstatt finden. Nach der Vorstellung der einzelnen Entwürfe machte sich eine Jury an deren Bewertung. Namentlich waren das der Landschaftsarchitekt Michael Horeis, Lutz-Uwe Dünnwald, Geschäftsführer der Bremer Werkgemeinschaft, Maren Zilm, stellvertretende Ortsamtsleiterin in Vegesack, Ex-Bausenator Bernt Schulte und Ramona von Heeremann, Architektin bei M-Projekt.

Die fünf vergaben zwei erste Plätze: Zum einen für einen Entwurf, der einen „Park für die Nachbarschaft“ vorsieht, mit einer grünen Mitte, zu der Bewohner und Besucher von Rotahorn flankiert von außen nach innen geleitet werden. Der zweite erste Preis ging an eine Bebauung, die sich „unsortiert“ an den untereinander verbundenen Wasserflächen orientiert. Die Präsentation der Entwürfe ist noch bis zum 17. Juli im Haven Höövt, Zum Alten Speicher 10, zu sehen.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 07:55
Hallo, @Max ...

Das Gesagte bzw. die negativen ,Erfahrungen mit anderen Banken‘
kann voll unterstrichen werden.

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reswer am 22.10.2019 07:54
Das Luxemburger Gericht stellte im Juni 2018 fest, dass Deutschland gegen das gesundheits- als auch umweltschädliche Nitrat im Grundwasser zu wenig ...