EUTB Die Orientierungshelfer

Wenn Menschen nicht mehr weiterwissen, brauchen sie Beratung. Um Menschen mit Behinderung im Landkreis Diepholz kümmert sich seit Kurzem die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB).
14.03.2019, 17:32
Lesedauer: 2 Min
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Die Orientierungshelfer
Von Tobias Denne

Bruchhausen-Vilsen/Bassum. Sie helfen, wenn die Menschen nicht mehr weiterwissen oder einfach nur nach einem Rat suchen. „Wenn ich ein Problem habe, wie bekomme ich Leistungen?“, ist eine Frage von Jan Eschweiler von der Ergänzenden unabhängige Teilhabeberatung (EUTB), die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt und ihnen passende Lösungen anbietet. „Das Angebot ist neu, es gibt es erst seit dem 1. Dezember“, erzählt Eschweiler, der als Sozialpädagoge für die EUTB im Einsatz ist, vom offiziellen Starttermin.

Seitdem sind Eschweiler und seine Kolleginnen im Landkreis Diepholz unterwegs, um Menschen mit körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung zu beraten. „Wir sind dafür da, wenn Menschen Probleme haben“, nennt Eschweiler etwa Arbeitslosigkeit oder eine Behinderung als Grund für eine Beratung bei ihm oder einer seiner Kolleginnen.

In Bassum etwa findet die offene Sprechstunde jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat in der Seniorenberatungsstelle an der Alten Poststraße 13 in der Zeit von 9 bis 12 Uhr statt. In Bruchhausen-Vilsen können sich Ratsuchende jeden zweiten und vierten Montag im Monat auf den Weg zum Awo-Senioren-Service-Büro, Am Marktplatz 6, aufmachen – ebenfalls zwischen 9 und 12 Uhr. Aber auch in Sulingen, Weyhe oder etwa Barnstorf sind die Berater von der EUTB im Einsatz.

Dabei muss man nicht unbedingt zu den Sprechzeiten in die Räume kommen, „wir kommen auch nach Hause, wenn man zum Beispiel behinderte Kinder hat“, klärt Eschweiler auf. Perspektivisch sollen auch noch weitere Beratungsstellen im Landkreis eröffnet werden, um so den beeinträchtigten Menschen keine allzu langen Fahrten zuzumuten. So sollen noch Standorte etwa in Stuhr, Syke oder Diepholz dazukommen. „Es soll ein niedrigschwelliges Angebot sein, man soll nicht lange durch den Landkreis fahren“, sagt die Vorsitzende des gleichnamigen Vereins Katrin Kurtz.

Der Vorteil von EUTB ist dabei im Gegensatz zu anderen Beratungsstellen: „Wir sind unabhängig. Wir beraten auch zu Leistungen, die nicht von den Kommunen getragen werden“, sagt Eschweiler. Aber nicht nur die Angebote sind unabhängig, sondern auch die Berater. Denn finanziert wird das Projekt vom Bund – als Teil des Bundesteilhabegesetzes. Daher sind auch die Beratungen für die Menschen kostenlos, auch eine Mitgliedschaft im Verein ist nicht notwendig. Wichtig für Eschweiler: „Wir ersetzen nicht die Beratung von Leistungsträgern wie zum Beispiel der Kommune, der Sozialversicherung oder -ämter.“ Ein weiterer Vorteil der EUTB st, dass auch Menschen mit Behinderungen oder betroffene Angehörige für die Ratsuchenden im Einsatz sind.

In der Beratung agieren Eschweiler und seine Kolleginnen als Wegweiser, die eine Orientierungs-, Planungs- und Entscheidungshilfe sein wollen. Dabei informieren sie auch über Rechte und Pflichten oder mögliche Teilhabeleistungen. „Wir bauen gerade Kontakte auf“, nennt Eschweiler eine der anstehenden Aufgaben.

Der Verein EUTB wurde im September 2017 gegründet und ist vor einigen Monaten mit seiner Beratung an den Start gegangen. „Im Sommer haben wir das Okay bekommen“, erinnert sich die Vorsitzende Katrin Kurtz, die sich nicht über zu wenig Arbeit beschweren kann. „Wir sind im Moment 26 Mitglieder, aber auch immer wieder auf Spenden angewiesen“, sagt Katrin Kurtz, die selbst seit mehr als 15 Jahren Menschen berät. „Es macht Spaß.“

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