Geschäftsbericht Eine Entscheidung für die Zukunft

Die Wümme-Bäckerei Sammann verlagert ihre Produktionsstätte aus Platzgründen von Fischerhude nach Oyten. An dem neuen Standort sollen die Arbeitsabläufe und die Qualität des Sortiments optimiert werden.
18.02.2021, 14:55
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Eine Entscheidung für die Zukunft
Von Lars Köppler

Es ist ein starkes Zeichen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, das Justin und Volker Sammann an ihre Belegschaft und die gesamte Branche senden: Die Frontmänner der Wümme-Bäckerei Sammann werden den Standort ihrer Produktion zur Jahresmitte von Fischerhude nach Oyten verlagern. Grund für diese millionenschwere Expansion ist akuter Platzmangel in der bisherigen Produktionsstätte an der Fischerhuder Landstraße. Im Gewerbepark an der Autobahn – idealerweise in unmittelbarer Nachbarschaft zur Oytener SAM-Filiale – hat das Duo die Halle der früheren Industriebuchbinderei Runge gekauft, um einen zukunftsfähigen Standort mit verdreifachter Produktionsfläche aufzubauen.

Auf rund 2000 Quadratmetern entsteht derzeit eine Produktionsstätte mit modernster Ofen- und Kühltechnik, und die Arbeiten laufen dort auf Hochtouren. "Es werden Gas- und Wasserleitungen neu gelegt, die Elektrik haben wir schon gemacht und der Boden muss neu beschichtet werden. Wir müssen das ja lebensmittelkonform herrichten", beschreibt Volker Sammann den Stand der Dinge. Die im Jahr 2013 gebaute Halle sei "wie für uns gemacht“, schwärmt der Seniorchef, der mit seinem Sohn Justin das Fischerhuder Familienunternehmen von 1831 in sechster und siebter Generation führt. "Wir hoffen, dass wir Mitte des Jahres starten können", ergänzt Justin Sammann, der die komplette Kälteanlage am Oytener Standort erneuern will, um die Arbeitsprozesse optimieren und verbessern zu können. Wichtig sei es dem Duo außerdem, mit erneuerbaren Energien zu arbeiten. "Die Wärmerückgewinnung, die wir in Fischerhude bisher von den Öfen komplett in die Atmosphäre blasen, werden wir so nicht mehr machen", kündigt Volker Sammann an und ergänzt: "Das wird weiterverarbeitet in die Gewinnung von Warmwasser. Theoretisch könnten wir dann das ganze Schwimmbad in Achim heizen."

Moderne Arbeitsplätze zu schaffen ist derweil eines der Ziele, das das Vater-Sohn-Gespann im Blick hat. Schließlich wird sich auch für die Mitarbeiter – 25 bis 30 sind für die Produktion in Oyten eingeplant – einiges ändern. „Wir werden in Schichten arbeiten und die Nachtarbeit verringern. Wir werden auch flexible Produktionshelfer benötigen, die uns zuarbeiten sollen und die wir jetzt aus Platzgründen gar nicht unterbringen könnten“, erklärt Volker Sammann. Am beengten Standort Fischerhude seien die Erweiterungskapazitäten der bereits zweimal um- und ausgebauten Backstube endgültig erschöpft. Weitere Ziele sind derweil eine Optimierung des Sortiments und eine Verbesserung der Qualität. „Wichtig ist, dass Justin für die Zukunft eine Perspektive hat und sich entsprechend aufstellen kann“, blickt Volker Sammann schon weit voraus. Und: „In Fischerhude wäre wir nicht mehr lange wettbewerbsfähig gewesen.“ Zehn Jahre noch möchte der Seniorchef mit anpacken und seinen Sohn unterstützen, um sich dann langsam aus der Verantwortung zu ziehen.

Als Volker Sammann vor rund 25 Jahren die Leitung des traditionsreichen Handwerksbetriebs übernahm, standen nur sieben Mitarbeiter auf der Gehaltsliste. Heute sind es 160 Beschäftigte, Sammann betreibt neun SAM-Filialen in der Region und in Bremen, macht einen Jahresumsatz zwischen sechs und acht Millionen Euro und produziert nach eigenen Angaben knapp 15. 000 Brötchen, etwa 1000 Brote, dazu Kuchen und Mittagssnacks wie Suppen, Salate und Frikadellen. Greifbare Pläne gibt es derweil auch schon für die alte Backstube an der Fischerhuder Landstraße. Justin Sammann und sein älterer Bruder Kevin übernehmen die von der Unternehmensgesellschaft abgelöste Immobilie und planen eine wohnwirtschaftliche Nachnutzung. Fünf bis sechs Wohnungen sollen in dem alten Geschäftsgebäude entstehen.

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