Als Armin Laschet in Bremen zu Gast war

Der Funke sprang sofort über

Als humorvollen und angenehmen Menschen erinnert der Brinkumer Dieter Leuthold den jüngst zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählten Armin Laschet. 1999 war dieser sein Gast bei einem Wirtschaftsworkshop in Bremen.
02.02.2021, 17:05
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Der Funke sprang sofort über
Von Alexandra Penth

Stuhr/Bremen. Als offen, humorvoll und nicht zuletzt „sehr kompetent“ erinnert Dieter Leuthold aus Brinkum den neuen CDU-Bundesvorsitzenden Armin Laschet. 1999 verbrachte Leuthold einen ganzen Tag mit dem Politiker, der damals frischgewähltes Mitglied des Europäischen Parlamentes war. Laschet sprach als sogenannter Keynote-Speaker, als Hauptredner, beim 14. Challenge-Workshop des von Leuthold geleiteten Arbeitskreises für Management und Wirtschaftsforschung (AMW). Als früherer Professor im Bereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Bremen veranlasst der Brinkumer seit 1993 die Workshop-Reihe unter gesellschaftsrelevanten Fragestellungen. Seit 2003 gehört auch eine Preisverleihung an Persönlichkeiten der Bremer Wirtschaft dazu. Zu den Preisträgern zählt beispielsweise auch der Stuhrer Ratsherr Bernd Artin Wessels (CDU).

Das Thema des Workshops am 5. November 1999 lautete „Europäische Zentralbank und Europäisches Parlament – Gegenwart und Zukunft“. Der damals 38-jährige Laschet „stand vor einer großen Karriere“. In seiner Rede trieb ihn der wenige Monate zuvor geschlossene Vertrag von Amsterdam um, der die Befugnisse des Europäischen Parlamentes ausweitete. Bei der Veranstaltung sprach auch Yves Mersch, damals Präsident der Zentralbank von Luxemburg und bis Ende 2020 Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB).

Im Anschluss an den offiziellen Teil sah sich eine Delegation die Räume der Deutschen Telekom in Bremen an und fuhr den Funkturm in Walle hinauf. „Wir hatten einen wunderbaren Blick über Bremen bis weit nach Niedersachsen hinein“, erinnert sich Leuthold. Den Workshops ist stets ein offen gehaltenes Thema überschrieben, damit die Redner es mit Inhalt füllen können. Im vergangenen Jahr war die Veranstaltungsreihe aufgrund der Pandemie ausgefallen. Leuthold, der viele Jahre stellvertretender Rektor der Hochschule für Wirtschaft war, schwebt vor, das Thema Corona in den nächsten Workshop aufzunehmen – wenn derartige Veranstaltungen wieder stattfinden können.

Bei den jährlichen Tagungen des Arbeitskreises für Management und Wirtschaftsforschung der Hochschule Bremen versammeln sich stets Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Hochschule, auch Studierende sind dabei. Das Thema für die Tagung 1999 stand fest, nur warum war ausgerechnet Armin Laschet Hauptredner und nicht ein anderer Abgeordneter? Zwei, drei Repräsentanten waren vorgeschlagen worden, „und bei Laschet hat es dann gleich gefunkt“, sagt Leuthold. Der gebürtige Aachener sei rhetorisch versiert aufgetreten, habe nach Leutholds Erinnerung auch frei vorgetragen. „Die Probleme des Parlamentes hat er ebenfalls nicht ausgelassen“, sagt der Wissenschaftler. Dazu gehörten etwa auch sprachliche Barrieren in der politischen Arbeit.

Laschets Vorredner Yves Mersch ging insbesondere auf die bevorstehende Einführung des Euro ein, damals ein beherrschendes Thema. „Es war ein unglaubliches Wagnis“, gibt Leuthold den damaligen Tenor wieder. Laschet habe sich als engagierter Politiker bei der Veranstaltung gezeigt, der sich dafür einsetzte, dem Parlament ebenso viel Bedeutung beizumessen wie der EZB. Etwa 40 Teilnehmer waren 1999 zum Workshop gekommen.

Im Anschluss an die Hauptveranstaltung hatte Dieter Leuthold dann Gelegenheit, Armin Laschet besser kennenzulernen. „Im Grunde verstand er es, die Rollen als Politiker und Privatperson sehr gut zu verbinden“, erinnert er sich. Der Aachener in Laschet sei deutlich zum Vorschein gekommen, er sprach auch noch etwas mehr Dialekt als heute, erinnert sich Leuthold. Die Aufgeschlossenheit des heutigen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen habe „sofort eine angenehme Atmosphäre geschaffen“, die nicht nur formell geprägt war.

Leuthold ist insbesondere aufgefallen, dass sich Laschet in der Kommunikation auf den einzelnen Menschen einstellen kann. Dass die Wahl zum CDU-Bundesvorsitzenden auf Laschet gefallen ist, zeige, dass er „als Mensch und Politiker überzeugt“ habe. Leuthold vermutet, dass es beim Kanzlerkandidaten der Christdemokraten wohl ein Abwägen zwischen Markus Söder (CSU) und Armin Laschet werden wird. Der Wissenschaftler ist sich sicher: „Da wird eine gute Lösung rauskommen.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+