Feuerwehr-Themen in allen Variationen beim Ausschuss für Ordnung und Soziales Digitalfunk kommt, Kataster beantragt

Weyhe. Es war zwar nicht gerade Feuer unterm Dach, trotzdem: Der Löwenanteil der Sitzung des Ausschusses für Ordnung und Soziales der Gemeinde Weyhe drehte sich um - die Feuerwehr. Da war zum einen die bevorstehende Einführung des Digitalfunks, außerdem informierte ein Experte der Brandbekämpfer die Ausschussmitglieder über das Thema Photovoltaik und deren Gefahren. Und zu guter Letzt stellte Gemeindebrandmeister Norbert Warnke seinen Jahresbericht für 2010 vor.
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Von NILS HARTUNG

Weyhe. Es war zwar nicht gerade Feuer unterm Dach, trotzdem: Der Löwenanteil der Sitzung des Ausschusses für Ordnung und Soziales der Gemeinde Weyhe drehte sich um - die Feuerwehr. Da war zum einen die bevorstehende Einführung des Digitalfunks, außerdem informierte ein Experte der Brandbekämpfer die Ausschussmitglieder über das Thema Photovoltaik und deren Gefahren. Und zu guter Letzt stellte Gemeindebrandmeister Norbert Warnke seinen Jahresbericht für 2010 vor.

Doch der Reihe nach. Seit Juli 2008 geistert das Thema Digitalfunk nun schon im Landkreis Diepholz herum. Am 1. Juli des Jahres 2008 wurde nämlich die sogenannte Projektgruppe Digitalfunk in der Bürgermeisterkonferenz einberufen. Jetzt plant die Kreisfeuerwehr, am Probetrieb des Digitalfunknetzes teilzunehmen. Der Testlauf soll im dritten Quartal 2011 starten, sprich: ab Juli des kommenden Jahres. Ab 2012, so die Planung, soll dann der Echtbetrieb aufgenommen werden.

Dafür müssen neue Geräte her. Und zwar insgesamt 103. Davon werden genau 82 sogenannte HRT (Handfunksprechgeräte) an die Weyher Feuerwehrleute verteilt. Außerdem müssen 21 sogenannte MRT (festinstallierte Geräte für Kraftfahrzeuge) angeschafft werden. Diese etwas krummen Zahlen erklären sich aus den Dienstvorschriften der Feuerwehr, erläuterte Warnke.

Die Kosten für die Anschaffungen belaufen sich auf genau 26280 Euro - jeweils für ein Haushaltsjahr 2011 und 2012. 'Die Hälfte dieser Beträge deckt die Freiwillige Feuerwehr über ihr Budget', heißt es in der Sachverhaltsschilderung der Gemeinde. Im Jahr darauf sollen dann die festinstallierten MRTs gekauft werden. 'Für diese Geräte sind Kosten von 17100 Euro zu veranschlagen', heißt es in der Schilderung weiter.

Die Ausschussmitglieder aller Parteien begrüßten die technische Aufrüstung ihrer Feuerwehr. Frank Seidel (SPD) erkundigte sich noch nach den Einbaukosten der MRT-Geräte. Die, so bezifferte Warnke, lägen bei maximal 400 bis 500 Euro.

Kurz vor dem Digitalfunk war bereits ein anderes heikles Feuerwehr-Eisen thematisiert worden: die Gefahren bei Feuern in Häusern, die mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sind. Warnke hatte einen Experten gebeten, den Ausschussmitgliedern die Sachlage zu erklären: Bernd Scharringhausen von der Leester Wehr wies gleich auf mehrere Risikofaktoren hin. Zum einen das häufige Fehlen einer Notabschaltung der Anlagen. 'Es besteht bislang keine Verpflichtung für den Betreiber, so etwas einzubauen', erklärte Scharringhausen. Weiterhin bauen die Photovoltaikanlagen selbst bei Bewölkung eine minimale Spannung auf, so der Fachmann. Und: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr müssen sich dazu vor versteckten Leitungen in Acht nehmen, außerdem drohen Stromschläge bei überfluteten Kellern.

Die Lösung, so schlugen Warnke und Scharringhausen vor, sei eine Art Kataster für die Gemeinde Weyhe. Dort soll dann genau verzeichnet sein, in welchen Gebäuden sich Photovoltaikanlagen befinden.

Erster Gemeinderat Andreas Bovenschulte zeigte sich etwas skeptisch. 'Ist denn schon absehbar, welch einen Aufwand das alles mit sich bringt?', wollte er wissen. Sozialdemokrat Seidel forderte in einem spontanen Antrag zusätzlich zur Erstellung des Katasters noch eine Verpflichtung für einen Aus-Schalter für alle Anlagen in der Gemeinde. Die anderen Ausschussmitglieder unterstützten Seidels Antrag einstimmig. Der dritte Teil der Tagesordnungspunkte mit Feuerwehr-Relevanz war dann der Jahresbericht des Gemeindebrandmeisters. Der fiel, der vorgerückten Stunde geschuldet, kurz und schmerzlos aus.

Norbert Warnke verwies auf bislang 174 Einsätze im Jahr 2010, sprach vom Ratsinformationstag als großen Erfolg - und lobte die Jugendfeuerwehren der Gemeinde für ihren Einsatz am Teich vor dem Rathaus. 'Das Ergebnis können Sie jetzt alle draußen bewundern', schloss der Gemeindebrandmeister.

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