Volkshochschule Dozenten bekommen mehr Geld

Der Beirat der Volkshochschule Lilienthal-Grasberg-Ritterhude-Worpswede hat eine Erhöhung der Dozentenhonorare beschlossen. Und er hat veröffentlicht, welche Kurse besonders gefragt sind.
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Von Johannes Kessels

Worpswede/Lilienthal. Die Dozenten der Volkshochschule Lilienthal-Grasberg-Ritterhude-Worpswede (VHS) bekommen ab nächstem Februar ein geringfügig höheres Honorar. Der Beirat der VHS beschloss in seiner jüngsten Sitzung in der Worpsweder Ratsdiele eine neue Honorarordnung. Zum Ausgleich dafür steigen die Kursgebühren ebenfalls leicht an. Diese neue Gebührenordnung habe der Lilienthaler Gemeinderat, der dafür zuständig ist, weil Lilienthal Träger der VHS ist, bereits beschlossen, erklärte der Beiratsvorsitzende Uwe Kempf.

„Das erste Jahr ist rum, es ging schneller als gedacht“, sagte VHS-Leiterin Martina Michelsen, die ihr Amt Anfang des Jahres angetreten hat. Im Haushaltsetat für 2019 gebe es keine aufregenden Verschiebungen: 950 000 Euro wird die VHS einnehmen, 996 000 Euro ausgeben. Aus dem Defizit von 46 000 Euro, fast exakt der gleiche Betrag wie in diesem Jahr, folgt ein Kostendeckungsgrad von 95,37 Prozent.

Die Leiterin hatte auch eine Statistik zu den Kursen mitgebracht. Daraus ging hervor, dass Sprachkurse etwa die Hälfte der Unterrichtsstunden ausmachen, was ungefähr dem Durchschnitt aller Volkshochschulen in Niedersachsen entspricht. Auch bei Gesellschaft, Politik und Umwelt liegt Lilienthal mit vier Prozent im Landesdurchschnitt. Deutlich größer ist mit 14 Prozent der Anteil von Kursen im Bereich Kultur und Kreativität (landesweit sechs Prozent) und Gesundheit mit 22,4 Prozent (landesweit neun Prozent). Dafür gehören nur 6,3 Prozent statt wie im Landesdurchschnitt 17 Prozent zum Bereich Arbeit und Beruf, und bei Grundausbildung und Schulabschlüssen, die in ganz Niedersachsen 13 Prozent aller Kurse ausmachen, bietet die Lilienthaler VHS nichts an. Die „Weiterbildungsdichte“ entspricht mit 346 Unterrichtsstunden auf 1000 Einwohner dem niedersächsischen Durchschnitt.

Stark zugenommen haben die Deutschkurse, erklärte Ihno Schild, und zwar sprunghaft im Jahr 2015, wo ihr Anteil im Herbstsemester 69 Prozent aller Sprachkurse betrug und im Frühjahrssemester 47 Prozent – im Herbstsemester 2014 waren es nur zwölf Prozent gewesen. Damals war Englisch mit Abstand die gefragteste Sprache mit 36 Prozent, gefolgt von Französisch mit 14 Prozent. Hier verringerte sich der Anteil kontinuierlich bis auf elf beziehungsweise drei Prozent im laufenden Herbstsemester. Ähnlich erging es Spanisch, das im Herbst 2014 noch auf elf Prozent kam und heute auf drei Prozent zurückgegangen ist, und Italienisch, das im Herbst 2014 mit 15 Prozent noch vor Spanisch lag und im laufenden Semester nur noch einen Anteil von einem Prozent hat.

Die Deutschkurse erreichten mit 78 Prozent im Frühjahr dieses Jahres ihren höchsten Anteil, derzeit liegen sie nur noch bei 58 Prozent. Heute kämen hauptsächlich Griechen, Bulgaren und Rumänen, weniger Araber, sagte Ihno Schild, und Helmut Schnitger ergänzte, dass besonders die Teilnahme von Syrern stark abgenommen habe. Ein Problem der arabischen Teilnehmer seien die Kenntnisse der lateinischen Schrift – auch Dozentin Renate Borghs meinte: „Sprechen können die oft ganz gut, aber kaum lesen und schreiben.“

Bereits in seiner Sitzung im Juni hatte der Beirat auf Wunsch der Dozenten beschlossen, dass die Honorare erhöht werden sollen, allerdings nicht ganz so schnell, wie von den Dozenten gewünscht. Die wollten, dass die heutigen 19 Euro pro Unterrichtseinheit in den nächsten beiden Jahren um je zwei Euro erhöht werden sollten, so dass sie 2020 bei 23 Euro gelegen hätten. Jetzt werden es im nächsten Jahr 20 Euro, also nur ein Euro mehr. 2020 werden 21 Euro erreicht, im Jahr darauf 22 Euro. Diese Gebührenordnung, in der die Erhöhungen bis 2020 bereits inbegriffen sind, wurde vom Beirat einstimmig beschlossen.

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