Ende nach 77 Jahren DRK-Ortsgruppe Berne löst sich auf

Berne. Eine Ära geht in Berne zu Ende - die Ära der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). 1933 ins Leben gerufen, gibt die von Irmgard Vogt geleitete Gruppe nach 77 Jahren ihre Tätigkeit zum 1. März 2010 auf.
26.02.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Hannelore Johannesdotter

Berne. Eine Ära geht in Berne zu Ende - die Ära der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). 1933 ins Leben gerufen, gibt die von Irmgard Vogt geleitete Gruppe nach 77 Jahren ihre Tätigkeit zum 1. März 2010 auf. Bei der jüngsten Blutspendeaktion im Berner Schulzentrum sorgten die Damen letztmalig für die Stärkung der Spender.

Wie aus dem vom früheren Schriftführer Ewald Eggers angelegten Archiv hervor geht, war die Arbeit der DRK einst sehr vielfältig. Die Helferinnen arbeiteten ehrenamtlich in der häuslichen Krankenpflege, waren in der Nachbarschaftshilfe aktiv, wo sie unter anderem gehbehinderte Menschen besuchten und berieten.

Später verlagerte sich der Schwerpunkt stärker in Richtung Organisation von Blutspendeterminen, Veranstaltung von Erste-Hilfe-Lehrgängen und Kursen Sofortmaßnahmen am Unfallort. Alte Kleider wurden gesammelt und für Bedürftige sortiert, bei Veranstaltungen besorgte das DRK den Sanitätsdienst.

400 Adressen

Aus den Unterlagen von Ewald Eggers, dem bis heute einzigen Mann in der Ortsgruppe, geht hervor, dass sich 1940 am Deich eine selbstständige DRK-Gruppe Warfleth bildete, die aber längst nicht mehr existiert. Auch die Berner Rotkreuzler hatten nach dem Krieg eine Phase des Niedergangs. Erst ab 1966 ging es unter Leitung von Hildegard Meiners wieder bergauf. In ihren besten Zeiten hatte die Gruppe bis zu 20 Mitglieder, wie sich Irmgard Vogt erinnert. Sie übernahm die Leitung ab 1981, als Hildegard Meiners sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog.

Der Frührentner Ewald Eggers erinnert sich an die umfangreiche Schreibarbeit, wenn er zu den Blutspendeterminen alle Spender einladen musste, die schon mal Blut gespendet hatten. 400 Adressen hieß es da für ihn zu schreiben - eine Arbeit, die der Computer heute in wenigen Minuten erledigt.

Noch bis in die 1980-er Jahre hatte das Rote Kreuz in Berne ein Arsenal von Hilfsmitteln, die verliehen werden konnten, wie ein Krankenbett, Rollstühle, Wasserkissen und Krücken. Dieses Angebot besteht heute bei den sozialen Pflegediensten.

Heute sind noch neun Mitglieder in der DRK-Ortsgruppe verblieben, alle inzwischen im Rentenalter. Ihr letzter Arbeitsdienst beim Blutspendetermin im Februar war mit Wehmut verbunden, hat die kleine ehrenamtliche Gemeinschaft doch über 30 Jahre zusammen gehalten, und wurde immer auch von Nichtmitgliedern unterstützt.

Dass das Aus unmittelbar bevorsteht, war für die Spender schon zu merken, hatten doch bis auf Irmgard Vogt und Ewald Eggers alle Helferinnen ihre weißen DRK-Sweatshirts bereits an den Kreisverband in Nordenham zurück geben müssen. Die Blutspendedienste in Berne sollen künftig von der DRK-Ortsgruppe Lemwerder betreut werden. Der nächste Termin ist am Mittwoch, 5. Mai, ab 16.30 Uhr im Schulzentrum Berne.

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