Rotes Kreuz distanziert sich von Aktion Dubiose Spendensammler irritieren Bürger

Lilienthal. In Lilienthal haben dubiose Spendensammler besorgte Bürger irritiert. Sie sollen in der vergangenen Woche in rot-weißen Jacken unterwegs gewesen sein, die ans Rote Kreuz erinnerten. Das Rote Kreuz distanzierte sich von der Aktion.
25.03.2010, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Michael Wilke

Lilienthal. In Lilienthal haben dubiose Werber für eine Hilfsorganisation besorgte Bürger irritiert. Sie sollen in der vergangenen Woche in rot-weißen Jacken unterwegs gewesen sein, die ans Rote Kreuz erinnerten. Mitarbeiter der Lilienthaler Rettungswache hörten von Patienten, 'dass da welche geklingelt haben und Geld wollten, weil es dem Krankenhaus so schlecht geht'. Anderen hätten die Werber erzählt, dass der Rettungswagen womöglich nicht mehr komme, wenn sie jetzt kein Geld spendeten, berichtete ein Rettungssanitäter.

Das Rote Kreuz distanzierte sich von der Aktion. Im DRK-Auftrag seien keine Mitarbeiter unterwegs gewesen, erklärte der Geschäftsführer des Osterholzer Kreisverbandes, Volker Leopold. Mit unlauteren Methoden würden Ängste geschürt. Der Rettungsdienst sei nicht von Spenden abhängig; er arbeite an 365 Tagen rund um die Uhr.

Die Polizei weiß nur von einer angemeldeten Werbeaktion des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). In der Kölner Pressestelle des ASB-Bundesverbandes bestätigte Alexandra Valentino, dass Mitarbeiter einer Werbefirma im Auftrag der Hilfsorganisation im Lilienthaler Raum 'zur Mitgliedergewinnung unterwegs waren'. Sie seien verpflichtet, die vom ASB vorgeschriebenen blau-roten Jacken mit der Aufschrift 'Info-Team für den Arbeiter-Samariter-Bund' zu tragen und sich auszuweisen.

Die Werber dürften keine Rettungsdienstkleidung tragen und keine Spenden annehmen. Mitarbeiter der beauftragten Firmen seien verpflichtet, sich an den vom ASB gemeinsam mit dem Malteser-Hilfsdienst und der Johanniter-Unfallhilfe formulierten 'Verhaltenskodex zur Mitgliedergewinnung' zu halten, betonte Valentino. Beschwerden gehe der ASB sofort nach; gravierende Verstöße würden mit Abmahnungen und Kündigungen geahndet.

Matthias Wagner, beim Bremer ASB-Landesverband für die Mitgliederbetreuung zuständig, kennt das Problem aller Hilfsorganisationen: 'Man findet keine Leute, die ehrenamtlich von Haustür zu Haustür gehen. Das ist ein undankbares Geschäft.' Deshalb würden Werbefirmen beauftragt. Alle Organisationen seien auf zahlreiche fördernde Mitglieder angewiesen, betont Stephan Grabbe vom Malteser-Hilfsdienst in Vechta. Ohne Mitgliederwerbung müssten sie nicht kostendeckende Dienstleistungen wie das Essen auf Rädern oder den Hospizdienst einstellen.

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