Mehr als 125 Ausgezeichnete bei der Sportlerehrung der Gemeinde/Lilienthal ist im Sport eine Vorzeigegemeinde Ein Abend für die Besten

Lilienthal. Seit 1985 pflegt Lilienthal die Tradition, dass die Gemeinde einmal im Jahr ihre erfolgreichsten Sportler ehrt. Premiere bei der Feier hatte in diesem Jahr die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Ralf Müller. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Lilienthal hatte im vergangenen Jahr den 1. Platz belegt bei der Bezirksmeisterschaft im Rettungsschwimmen der DLRG, Bezirk Cuxhaven-Osterholz, und war bei der Landesmeisterschaft gestartet. Das machte ihn zu einem von rund 125 Sportlern, die in der Sporthalle des TSV St. Jürgen von Bürgermeister Willy Hollatz eine Verdiensturkunde überreicht bekamen.
20.06.2011, 05:00
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Ein Abend für die Besten
Von Undine Zeidler

Lilienthal. Seit 1985 pflegt Lilienthal die Tradition, dass die Gemeinde einmal im Jahr ihre erfolgreichsten Sportler ehrt. Premiere bei der Feier hatte in diesem Jahr die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Ralf Müller. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Lilienthal hatte im vergangenen Jahr den 1. Platz belegt bei der Bezirksmeisterschaft im Rettungsschwimmen der DLRG, Bezirk Cuxhaven-Osterholz, und war bei der Landesmeisterschaft gestartet. Das machte ihn zu einem von rund 125 Sportlern, die in der Sporthalle des TSV St. Jürgen von Bürgermeister Willy Hollatz eine Verdiensturkunde überreicht bekamen.

Einzelsportler und Mannschaften wurden gemäß Sportrichtlinien der Gemeinde geehrt für erste Plätze bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften, für erste bis dritte Plätze bei den Nordwestdeutschen oder Norddeutschen Meisterschaften, für erste bis fünfte Plätze bei Landesmeisterschaften, für erste bis zehnte Plätze bei Deutschen Meisterschaften sowie für Teilnahmen an Olympischen Spielen, Europa- oder Weltmeisterschaften.

Anerkennung und Wertschätzung

"Das ist eine Anerkennung und Wertschätzung gegenüber unseren Sportlern", hatte Bürgermeister Willy Hollatz vor der Feier zu Müller gesagt. Dieser trug an diesem Abend sein dunkelblaues DLRG-Sweatshirt. Tat es damit anderen Vereinen gleich. Schwarz-blaue Jacken vom SV Lilienthal-Falkenberg waren auf den langen Bänken in der Turnhalle zu sehen, genau wie grüne von Octagon-Sport, hellblaue von der Jugendabteilung des SV Worphausen oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck TSV St. Jürgen. In Zivil kamen die Gäste von der Turngemeinschaft Osterholz, von den Schützenvereinen Worphausen und Heidberg-Falkenberg, von den Schachfreunden Lilienthal 1971, vom Tennisclub Falkenberg, vom Golfclub Lilienthal, vom TV Falkenberg und vom TV Lilienthal.

"Ich bin angemeldet worden", erzählt Müller schmunzelnd über die Feierstunde. Genauso hielt es im Jahr 2009 die DLRG-Geschäftsstellenleiterin Bähr. Sie meldete ihn zu dem Schwimmwettkampf an, bei dem sich Müller zur Bezirksmeisterschaft qualifizierte. Müller schwimmt gerne und sagt über sich: "Ich komme aus dem aktiven Schwimmsport.". Damit hatte der 45-Jährige vor rund 28 Jahren in der nicht mehr existierenden Lilienthaler Schwimmarbeitsgemeinschaft begonnen. "Es wäre nicht schlecht, wenn Du den Rettungsschwimmer hättest", sagte irgendwann die Sportgruppe zu ihm und er ging dafür zur DLRG. Weniger Leistungsdruck, mehr Zusammenhalt - Müller blieb dort.

Über seinen Sieg 2009 lächelt Müller. "Ich bin gleich bis zur Bezirksmeisterschaft vorgerückt." In der Altersklasse 40 bis 45 Jahre hatte er keinen Konkurrenten. Auf die traf er erst im Jahr 2010 beim Folge-Wettkampf. Doch angefeuert vom Publikum bei der Bezirksmeisterschaft im Rettungsschwimmen im Lilienthaler Hallenbad setzte er sich gegen die sieben Konkurrenten in seiner Altersklasse durch und kletterte wieder auf die oberste Stufe des Siegertreppchens. Da war der Ehrgeiz längst angestachelt. "Man will das Beste machen." Immerhin erreichte der Mann, der auch beruflich ziemlich eingespannt ist, bei der anschließenden Landesmeisterschaft im Rettungsschwimmen einen Platz im Mittelfeld.

"Das ist mehr als klassisches Bahnen-Schwimmen", beschreibt Müller seine Siegerdisziplin. Wie der Name der Meisterschaften sagt, der Rettungsgedanke steht vorne an. Die DLRG-Sportler müssen sich darum in mehreren Disziplinen beweisen: 100 Meter mit Durchtauchen eines Hindernisses, Retten einer Puppe - "die ist genauso schwer wie ein echter Mensch" - auf 50 Meter, Retten der Puppe mit Flossen auf 100 Meter und "Abnehmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung". Der Sieg kann also durchaus an Land verspielt werden, so Müller. Einmal pro Woche hatte er für die Wettkämpfe trainiert. Auch der DLRG-Nachwuchs tut das schon in den Schwimm-Wettkampf-Gruppen.

An Sport denken wenige bei der DLRG, bedauert Müller. Die meisten sehen nur Rettungsboote auf dem Wasser und die Retter in den Badestationen. Sein Verein bietet mehr. Müller zählt auf: Tauchen, Katastrophenschutz, Sanitätswesen, Schwimmausbildung und Kindergartenprävention. "Das wird nicht unbedingt wahrgenommen." Dabei hat die Lilienthaler Ortsgruppe inzwischen mehr als 1000 Mitglieder und ist auf dem besten Weg, die größte im Bezirk Cuxhaven-Osterholz zu werden.

Sportlerquote von über 50 Prozent

"Sport ist ein gesellschaftliches Muss, unabhängig von Leistung und Wettkämpfen", hatte Bürgermeister Hollatz gegenüber Müller betont und geschwärmt: "Lilienthal ist eine Vorzeigegemeinde." 9000 Vereinsmitglieder plus Sport-Kurse, plus Volkshochschulangebote bei rund 18500 Einwohnern - das macht nach Hollatz selbst bei doppelten Vereinsmitgliedschaften eine Sportlerquote von mehr als 50 Prozent im Ort.

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