Lesung in Achim

Ein Benedikt nach langer Zeit

Unter ihrem Pseudonym Caren Benedikt hat Petra Mattfeldt aus Langwedel längere Zeit kein Buch veröffentlicht - nun hat sie in Achim den ersten Teil „Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen“ vorgestellt.
06.03.2020, 17:09
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lukas Warnecke

Die Achimer Stadtbibliothek hat am Donnerstagabend in die 20er Jahre entführt. Autorin Petra Mattfeldt hielt dort ihre erste Lesung zu ihrem Roman „Das Grand Hotel – Die nach den Sternen greifen“ ab. Ihr neustes, erst drei Tage zuvor, erschienenes Buch wurde unter ihrem Pseudonym Caren Benedikt veröffentlicht. „Ich habe schon lange keinen Caren Benedikt mehr herausgebracht“, erzählte die in Langwedel lebende Autorin. Dieses Pseudonym sei für historische Romane reserviert gewesen. Nach einem Verlagswechsel wurde das Alias in Ellin Carsta gewechselt. Jetzt sei es jedoch wieder Zeit für den Namen Benedikt gewesen.

Zum Inhalt: Bernadette wusste bereits als Mädchen, dass sie einmal reich und erfolgreich sein wollte. Mithilfe ihrer natürlichen Schönheit und grazilem Auftreten heiratete sie den reichen Klaus von Plesow. Viele Jahre später ist ihr Mann gestorben und Bernadette ist im Jahr 1924 die unangefochtene Anführerin ihrer Familie. Oberflächlich führt ihr ältester Sohn das Grand Hotel auf Rügen, in Wirklichkeit hat sie jedoch die Zügel fest in der Hand. Ihr zweitältester Sohn leitet sein eigenes Hotel, das Astor in Berlin. Dort ist der junge Mann in allerlei dunkle Machenschaften verwickelt. Eigentlich hat Bernadette mit der heimlichen Leitung des Hotels und ihrer rebellischen Tochter Josephine bereits genug zu tun. Diese Kleinigkeiten sind jedoch schnell vergessen, als eine Leiche an den Strand des Hotels gespült wird und ein Mann damit droht, Bernadettes dunkles Geheimnis aufzudecken.

Omas Erzählungen verarbeitet

Die Idee für diesen historischen Roman hätte Petra Mattfeldt, deren Erstveröffentlichung in diesem Jahr bereits zehn Jahre her ist, schon vor sechs bis sieben Jahren gehabt. Dabei habe sie Erzählungen ihrer eigenen Großmutter in die Handlung mit eingewoben, sagte sie. Richtig zum Laufen gekommen sei das Projekt jedoch erst nach dem Angebot eines deutschen Regisseurs für eine Zusammenarbeit. Somit ist auch bereits die erste Verfilmung eines Buches von Petra Mattfeldt in den nächsten drei Jahren geplant. Weitere Inspirationsquelle sei das Kurhaus Binz und die dortige Atmosphäre gewesen. Das Grand Hotel des Buches liegt am selben Standort wie das Binzer Hotel. Zusätzlich hat das Kurhaus unverkennbar dem Cover des Romans Modell gestanden.

Jedoch nicht nur von echten Schauplätzen hat sich Petra Mattfeldt beim Schreiben inspirieren lassen. „Wir haben wahnsinnig viel für diesen Roman recherchiert“, erzählte sie über den Entstehungsprozess. Dabei wären allein die Bilder aus den 20er Jahren genug Stoff gewesen, um sich neue Figuren auszudenken: Wie ein trauriger Akkordeonspieler, der auf dem Foto eines einbeinigen Soldaten basiert. Vor allem der Unterschied zwischen dem ruhigen Binz und dem dreckigen Berlin des anfänglichen 20. Jahrhunderts wollte die Autorin herausarbeiten. Dazu gehört unter anderem der kriminelle Ringverein, der sich auf Schutzgelderpressungen spezialisiert hat und den Figuren im Roman ordentlich Probleme bereitet.

Dialog mit den Zuhörern

Ihre Zuhörer waren in Achim auch dazu eingeladen, ihr Fragen zu stellen. So konnten über den Abend beinahe schon private Gespräche geführt werden, durch die starke Nähe von Autorin und Gästen entstand. Viele Besucher nutzten ihre Chance, Petra Mattfeldt über den Autorenberuf auszufragen. Dazu gehörten Fragen zum Umgang mit Verlagen aber auch danach, wie lange es brauche, einen Roman zu schreiben. „Ein Buch zu schreiben, ist deswegen so anstrengend, weil man so viel fühlt“, beschrieb die Autorin den Prozess. Am Ende des Abends war die Schlange der Menschen, die das Buch mit nach Hause nehmen wollten oder es sich signieren lassen wollten, lang. Petra Mattfeldt verriet bereits, dass der zweite Teil schon geschrieben ist und beim Verlag bereitliegt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+