Überdimensionaler Bilderrahmen im Syker Friedeholz aufgestellt / Aktion zum Jubiläumsjahr der Nachhaltigkeit

Ein Buchen-Ausblick durch Lärche

Das Syker Friedeholz ist um eine Attraktion reicher. Auf dem Kunstpfad „Wald-Weg-Zeichen“ begegnen Spaziergänger neuerdings einem aufgestellten Bilderrahmen aus Holz. Was auf den ersten Blick befremdlich wirken mag, hat einen ernsten Hintergrund. Mit dieser Aktion soll auf die 300 Jahre alt gewordene Idee der Nachhaltigkeit hingewiesen werden.
04.01.2014, 00:00
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Ein Buchen-Ausblick durch Lärche
Von Marius Merle
Ein Buchen-Ausblick durch Lärche

Buchen ins Bild gerückt: Ein Blick durch den Rahmen im Syker Friedeholz offenbart die Vielfalt an unterschiedlich großen Bäumen, die hier von Heinz-Dieter Tegtmeier von der Revierförsterei Syke inspiziert werden.

Udo Meissner

Das Syker Friedeholz ist um eine Attraktion reicher. Auf dem Kunstpfad „Wald-Weg-Zeichen“ begegnen Spaziergänger neuerdings einem aufgestellten Bilderrahmen aus Holz. Was auf den ersten Blick befremdlich wirken mag, hat einen ernsten Hintergrund. Mit dieser Aktion soll auf die 300 Jahre alt gewordene Idee der Nachhaltigkeit hingewiesen werden.

Buchen in unterschiedlichen Dicken und Größen. Von kleinen Pflänzchen, die erst vor etwa drei Jahren gepflanzt wurden, bis hin zu mächtigen Baumriesen, die bereits seit 200 Jahren an ihrem Platz stehen und meterhoch in den Himmel ragen. Diesen Anblick bekommen Spaziergänger seit rund drei Wochen im Syker Friedeholz geboten, wenn sie durch einen dort aufgestellten großen Bilderrahmen sehen. „Dadurch wollen wir den Blick der Menschen konkret auf diesen Waldausschnitt lenken“, erklärte Heinz-Dieter Tegtmeier von der Revierförsterei Syke. Denn dieser zeige ein perfektes Beispiel dafür, wie naturnahe Waldbewirtschaftung auszusehen habe.

Das Aufstellen der überdimensionalen Bilderrahmen ist eine landesweite Aktion der Niedersächsischen Landesforsten anlässlich des Jubiläumsjahres „300 Jahre Nachhaltigkeit“. Der heute in sehr vielen Bereichen verwendete Begriff der Nachhaltigkeit wurde damals erstmals von der deutschen Forstwirtschaft verwendet. Bis heute gelte er als Richtschnur für die optimale Waldbewirtschaftung durch Förster, so Rainer Städing von den Niedersächsischen Landesforsten.

Hölzer mit Symbolik

Zu finden ist der Bilderrahmen im Syker Friedeholz auf dem Kunstpfad „Wald-Weg-Zeichen“ zwischen den ersten beiden Kunstobjekten „Hirsch“ und „Welle“. „Wir wollten ihn da aufstellen, wo zahlreiche Spaziergänger vorbeikommen und wo die nachhaltige Bewirtschaftung auch gut ins Bild gerückt werden kann“, begründete Tegtmeier die Platzwahl. Ein Teil des Kunstpfades sei er aber nicht.

Warum der Blick in dem Syker Mischwald speziell auf Buchen gerichtet werden soll, habe symbolträchtigen Charakter. „Die Buche wäre in unseren Gegenden heutzutage die dominierende Baumart, wenn der Mensch nicht irgendwann in das natürliche Waldgefüge eingegriffen hätte“, erläuterte Tegtmeier. Rodungen und der Fokus auf Nadelhölzer bei der Aufforstung hätten die Waldlandschaft jedoch stark verändert. Daher könne die Buche symbolisch als Opfer einer früher nicht existenten nachhaltigen Waldbewirtschaftung gesehen werden.

Die Idee hinter der Aktion gefällt auch der Syker Stadtbiologin Angelika Hanel. „Nachhaltigkeit durch den Mehrgenerationengedanken von alten und jungen Bäumen nebeneinander in den Vordergrund zu stellen, finden wir natürlich sehr gut“, sagte sie. Die Aktion könne auf jeden Fall dabei helfen, den Menschen mal wieder ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig die Wälder für das Klima und somit für das Leben auf der Erde sind.

Der Rahmen solle aber nicht nur eine Möglichkeit zu einem fixierten Waldanblick bieten, sondern auch als Fotomotiv für Schnappschüsse der „etwas anderen Art“ dienen, so Tegtmeier. „So ein Bild mit mit Rahmen und Wald im Hintergrund kann man schließlich nicht jederzeit machen“, sagte der Förster. Für Familienfotos sind unterhalb des Rahmens extra drei passende Klötze in die Erde eingelassen, damit auch Kinder durch den Bilderrahmen schauen können. „Bald werde ich auch mal mit meinen Kindern für ein gemeinsames Foto hier vorbeikommen“, merkte er mit einem Schmunzeln an.

Und auch wenn die Buchen im Mittelpunkt des Rahmens stehen, könne die ganze Aktion mit einem Augenzwinkern durchaus als Mischwald-Projekt angesehen werden. Denn auf den ersten Blick geht fast unter, dass neben den Buchen auch noch weitere Hölzer bei der Bilderrahmen-Aktion eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle spielen. „Der Rahmen ist aus Lärchenholz, der Ständer besteht aus Fichte und die Klötze zum Stehen für die Kinder sind Stämme von Douglasien“, erzählte Tegtmeier.

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