Wünsche der Syker zur Entwicklung der Hauptstraße gehen bei Bürgerversammlung weit auseinander Ein klares „Jein“ zur Fußgängerzone

Überraschend waren die Ergebnisse der Syker Bürgerversammlung zum Thema Fußgängerzone in Kombination mit der Hauptstraße nicht wirklich. Wie schon in all den Jahren der Diskussion gingen die Meinungen sehr stark auseinander. Durch das am Mittwoch verwendete Verfahren wurden sie sogar besonders deutlich.
11.04.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Ein klares „Jein“ zur Fußgängerzone
Von Marius Merle

Überraschend waren die Ergebnisse der Syker Bürgerversammlung zum Thema Fußgängerzone in Kombination mit der Hauptstraße nicht wirklich. Wie schon in all den Jahren der Diskussion gingen die Meinungen sehr stark auseinander. Durch das am Mittwoch verwendete Verfahren wurden sie sogar besonders deutlich.

Schnell wurde den Besuchern der Bürgerversammlung am Mittwochabend klar, dass die Diskussion um die Errichtung einer Fußgängerzone in der Syker Hauptstraße dieses Mal auf eine neue Art und Weise erfolgen würde. Rund um die aufgestellten Sitzreihen im Ratssaal waren Stellwände aufgestellt, auf denen die über 100 Besucher ihre Vorstellungen und Wünsche anbringen konnten. Für einen besseren Überblick über das Meinungsbild war jede Wand für eine andere Interessengruppe vorgesehen: die Anwohner, ältere Menschen, Bürger aus Syke und Umgebung, Kunden, Eigentümer und Gewerbetreibende.

„Es ist offen, ob die Hauptstraße komplett oder zu Teilen eine Fußgängerzone werden soll oder ob es so bleibt, wie es ist, und die Straße für Durchgangsverkehr weiter geöffnet bleibt“, erklärte Bürgermeisterin Suse Laue einleitend. Die Ergebnisse des Abends sollen als Argumentationsgrundlage für den Rat der Stadt Syke dienen. Eine Entscheidung des Rates über die Zukunft der Hauptstraße werde es laut Suse Laue voraussichtlich noch in diesem Jahr geben.

Die Moderation der Bürgerversammlung übernahm die Bremerin Gerlinde Morsbach, die der Stadt Syke schon einige Male in diesem Bereich zur Hand gegangen ist. Als sie die anwesenden Bürger darum bat, ihre Meinungen auf farbige Kärtchen zu schreiben und diese dann an die passenden Wände zu pinnen, schienen einige ob des Verfahrens zunächst ein bisschen verwirrt. Während der 30-minütigen Arbeitsphase machte dann aber doch ein Großteil der Anwesenden bei dieser Diskussionsform mit. So wurden mehrere hundert Zettelt mit Forderungen, Wünschen und Ideen an die Stellwände gebracht.

Das Ergebnis sprach bezüglich dieses, laut Laue, „heißen Themas“ einmal mehr alles andere als eine deutliche Sprache. Wenn überhaupt ermöglichten es die Resultate, gewisse Tendenzen in den einzelnen Interessengruppen abzuleiten. So waren es vor allem die Eigentümer und die Gewerbetreibenden, die sich vermehrt für den jetzigen Zustand und gegen die Errichtung einer Fußgängerzone aussprachen. Auf ihren Kärtchen waren Statements wie „Hauptstraße soll so bleiben“, „Freie Zufahrt an sieben Tagen“ oder „Ohne Autos keine Kunden“ zu lesen. Ein zentraler Punkt war auch, dass die Erreichbarkeit erhalten werden müsse.

Ganz anders hingegen die Wünsche der Kunden und der Menschen aus Syke und Umgebung. Ihre Kärtchen wiesen in der Mehrzahl Forderungen nach einer Fußgängerzone und der Beendigung des Durchgangsverkehrs auf. Auf den Begründungskärtchen dafür hieß es unter anderem für „ein entspannteres Einkaufen“ oder „mehr Attraktivität“. Vereinzelnd war aber auch bei Mitgliedern dieser Gruppe der Wunsch zu lesen, dass der Autoverkehr weiterhin bleiben solle und sich die aktuelle Situation bewährt habe. Dennoch zeigte diese Gegenüberstellung, dass zwischen den Wünschen der Gewerbetreibern und ihren potenziellen Kunden allem Anschein ein auffälliger Gegensatz besteht.

Aus den Meinungen der Anwohner lies sich keine klare Tendenz ableiten. Auf der Stellwand dieser Gruppe wechselten sich Pro und Kontra zur Fußgängerzone ab. Ähnlich fiel die Bilanz der Wünsche der älteren Menschen aus, denen es laut der Kärtchen vor allem am Herzen liege, dass Arzt und Apotheke mit dem Auto erreichbar seien und es keine Stolpersteine gebe.

Fernab der eigentlichen Diskussionsthematik wurden auch viele weitere Forderungen bei der Versammlung gestellt. So merkten einige der Besucher die derzeit mangelhafte Beschilderung im Hauptstraßenbereich oder das rücksichtlose Verhalten einiger Fahrradfahrer dort an.

Suse Laue zeigte sich mit dem Ablauf der Veranstaltung zufrieden. „So hatten wir uns das gewünscht, und nun werden wir beginnen die Forderungen abzuwägen“, erklärte Sykes Bürgermeisterin, nachdem Gerlinde Mosbach alle Kärtchen vorgelesen und sich an einer ersten Einordnung versucht hatte. Diese fiel allerdings angesichts der Fülle an gegensätzlichen Wünschen sehr oberflächig aus. So blieb ihr eigentlich nur festzustellen: „Wir haben das ganze Spektrum dabei gehabt.“ Ein Ergebnis, welches die Entscheidungsfindung im Rat nicht einfacher werden lässt.

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