Qualifizierungsprojekt Ein Platz für Hunde

Lehrgangsteilnehmer des Projekts „Perspektive Veränderung“ haben dem Tierasyl Heimatlos in Wittstedt zu neuen Unterständen auf der Freilauffläche verholfen - und sich selbst damit zu neuen Job-Chancen.
03.04.2019, 17:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Andrea Grotheer

Hagen. Perspektive Veränderung – der Name des Projekts ist zugleich Programm. Für Erwerbslose und Umschüler aus dem Cuxland, die ihre Situation verändern möchten und den Austausch mit anderen Betroffenen suchen, hat die Arbeitsgemeinschaft Berufsbildung und örtliche Entwicklung (Aböe) dieses Projekt entwickelt. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Ritterhude und Projekträumen in Langen, Lilienthal und Gustow auf Rügen kooperiert dabei mit dem Jobcenter Cuxhaven.

„In diesem Fall ist das Jobcenter an uns herangetreten“, erzählt Bildungsreferentin Heide Meyer. Gefördert werde das Projekt, das über ein gutes Jahr noch bis Ende April mit 20 bis 24 Wochenstunden läuft, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Zum Einsatz kommen zudem Gelder des Programms „Qualifizierung und Arbeit“, das vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium aufgelegt wurde.

Eine Idee hinter dem Projekt sei auch, Teamgeist und Verlässlichkeit zu entwickeln, sagt Heide Meyer. So gehören zu dem Projekt neben Theorie und Coaching vier betriebliche Praktika, die der beruflichen Qualifizierung dienen sollen; hinzu kommen praktische Projekte, die von den Teilnehmern in Eigenregie organisiert werden.

Nutznießer einer dieser Aktionen war jetzt das Tierasyl Heimatlos in Wittstedt. Dort sind zwei Hundeunterstände entstanden. „Von der Idee bis zur Durchführung haben wir alles gemacht“, erzählt Teilnehmer Jörg Krause. Das Material spendeten die Hagener Firmen Holzhandel Wehmeyer und Baufachmarkt Gebhard. Eine Geldspende kam aus der Gruppe, Kleinmaterial wie Schrauben brachten die Teilnehmer mit. Anfang August starteten die Arbeiten, Ende Januar war das Werk vollendet.

„Uns fehlte ein Schatten- oder Regenplatz für die Hunde in ihrem Auslauf“, freut sich Tierheimleiterin Claudia Schröder über das Engagement der Gruppe. Ergänzt werden die Bauten durch mobile Paletten, die unter die Dächer geschoben werden können und den Tieren Platz bieten. „Die hat uns Dennis Macziewski gespendet, der als Hundesucher im Einsatz ist“, bedankt sich die Tierheimleiterin auch für diese Unterstützung.

„Wir freuen uns immer, wenn Menschen auf unser Tierheim aufmerksam werden“, sagt Susanne Puvogel, Vorsitzende des Trägervereins Tierasyl Heimatlos. Einmal pro Woche haben sich die Gruppenteilnehmer in Wittstedt getroffen und gearbeitet. Fachkenntnisse hatte bis auf ein Mitglied niemand von ihnen gehabt. „Ich komme aus dem Baubereich, bin Zimmerer von Beruf und habe einen Facharbeiterbrief“, erzählt Jörg Krause. Die Arbeit habe ihm immer viel Spaß gemacht, aber aus gesundheitlichen Gründen könne er schwere Arbeiten nicht mehr ausführen.

Der Projektteilnehmer aus Uthlede hat zudem ein Praktikum in der Papageienstation Arche Noah in Hoope absolviert und ist nun auf der Suche nach einer beruflichen Zukunft für die Zeit nach dem Projekt. „Ich bin mit der Arge im Gespräch darüber, wie es weitergeht", sagt Krause und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. "Es gibt ein neues Programm für Langzeitarbeitslose, um sie wieder in Betriebe zu integrieren." Leichte Arbeiten als Tischler könnte er noch verrichten. „Vielleicht ist auch in dem Bereich noch etwas möglich“, sagt er.

Sascha Müller aus Beverstedt war Fachlagerist und möchte künftig in der Organisation eines Buchhandels arbeiten. Nach mehreren Praktika in dem Beruf hat er bereits Aussicht auf eine Anstellung. Fabian Bühring verbringt die vierte Praktikumsphase als Küchenhelfer in der Truppenküche der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt, wo er schon einmal im Einsatz war. Davor hat der Driftsether zwei Praktika in der Küche auf dem Schiff „Seute Deern“ in Bremerhaven verbracht.

Jason Juckel aus Langen zieht es in den Einzelhandel. „Der bunte Laden“ in Langen hat es ihm angetan. „Wenn ich Glück habe, kann ich dort eine Ausbildung machen“, so der junge Mann. Auch Gruppenmitglied Christoph Klittmann aus Holßel war bei der Übergabe der Tier-Unterstände in Wittstedt dabei. Insgesamt haben 24 Personen an dem Projekt „Perspektive Veränderung“ teilgenommen.

Der Verein Aböe führt fortlaufend befristete Qualifizierungs- und Netzwerkprojekte durch. Ein fester Stamm von rund zehn Mitarbeitern beschäftigt sich mit der beruflichen und sozialen Integration der Teilnehmer. Informationen über den Verein gibt es im Internet unter der Adresse www.aboee.de.

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