Petition zur Schulwegsicherheit

Ein trauriger Geburtstag

Bis zum Monatsende hat die Niedersächsische Landesregierung noch Zeit, ihre Erwägungen zu einer Petition aus Riede-Felde darzulegen, die nun bereits ihren fünften Geburtstag feiert. Einen traurigen.
10.08.2018, 17:00
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Ein trauriger Geburtstag
Von Kai Purschke
Ein trauriger Geburtstag

Ilse Lange und Harald Lochte setzen sich mit anderen für eine angemessene Schulwegsicherheit an den Landesstraßen 331 und 333 in Riede-Felde ein. Noch immer wartet die Bürgerinitiative allerdings auf eine wegweisende Befassung der Landesregierung damit.

Björn Hake

Es ist bisher ein wahrlich trauriger Geburtstag, den die Petition der Bürgerinitiative (BI) Schulwegsicherheit Riede-Felde nun feiern muss. Vor genau fünf Jahren hat die BI ihre Eingabe dem Niedersächsischen Landtag übermittelt und wartet seitdem auf eine echte politische Befassung damit. "Das Petitionsrecht ist ein Witz, dass wir fünf Jahre schmoren gelassen werden", sagt Riedes stellvertretender Bürgermeister Harald Lochte beim Ortstermin, an dem auch BI-Sprecherin Ilse Lange teilnimmt. Und so werden an diesem Sonnabend auch in Riede wieder neue Kinder eingeschult, die sich entweder auf den gefährlichen Schulweg einlassen oder von ihren Eltern mit dem Auto gebracht werden müssen. "Es werden wieder zehn Kinder aus Felde in Riede eingeschult", weiß Lochte. Rund 45 Kinder zwischen null und sechs Jahren leben insgesamt in Felde.

Wie berichtet, fordert die BI in ihrer Petition die aus ihrer Sicht dringend benötigten Verbesserungen, die auf der Landesstraße 331 aus sicheren Übergängen (Druckampeln, Querungshilfen oder Zebrastreifen) an den drei Schulbushaltestellen bestehen könnten sowie aus einem sicheren Radweg an der L 333 (Lückenschluss Felde-Okel).

Als Mindestmaßnahmen stuft die BI einen rund 350 Meter langen Gehweg von der Einmündung in die L 331 bis zur Abzweigung Heiligenbruch ein, der die Kinder aus dem dortigen Wohngebiet schützen soll. Weitere Möglichkeiten wären eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde oder das Versetzen des Ortseingangsschildes an der L 331 und L 333. "Wenigsten rote Farbe auf der Straße als auffällige Fußgängerfurt wäre hilfreich", glaubt Ilse Lange. Die Petition pendelte in den vergangenen Jahren zwischen Nichtbefassung und Zuständigkeitsgerangel durch den Landtag.

Ilse Lange und Harald Lochte hoffen nun, dass sich noch etwas tut. Denn ihre bisherigen Bemühungen beim Land (Straßeneigentümer), beim Landkreis Verden (Schülerbeförderung) oder bei der Samtgemeinde Thedinghausen (Schulträger) hätten bisher nicht gefruchtet. Für eine Reaktion auf die Petition, die zwischenzeitlich die höchste Stufe "Berücksichtigung" erreicht und dann am 28. Februar dieses Jahres auf Landesebene auf "Erwägung" zurückgestuft wurde, hat die Landesregierung sechs Monate Zeit. "Das ist aber das Problem einer großen Koalition, da gibt es keine starke Opposition, die den Druck erhöht", sagt Lochte.

Wie auf Nachfrage von der hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth am Freitag zu erfahren war, "hat die Drucksachenstelle des Landtags laut Wirtschaftsministerium eine Frist gesetzt bis 31. August. Die Landesregierung hat also noch bis Ende dieses Monats Zeit, um fristgerecht ihre Erwägungen darzulegen." Grundsätzlich erklärt sie: "Wenn in der Politik vor Ort die Bereitschaft gegeben ist, eine Querungshilfe an der Landesstraße 331 zu planen und zu finanzieren, dann wird die Verbesserung der Schulwegsicherheit nicht am Land scheitern." Das sei bei den bisherigen Gesprächen deutlich geworden. Für Liebetruth ist wichtig, "dass wir hier jetzt vor Ort mit allen Beteiligten gemeinsam handeln".

Das wäre auch im Sinne der BI, denn dass Kinder auf dem Weg zur Schule die L 331 überqueren müssen, was mitunter einem Erwachsenen schon schwerfällt, oder aber entlang der Fahrbahn bei jeder Witterung auf dem schmalen Grünstreifen laufen müssen, will sie weiterhin verhindern. Dieses Unterfangen soll nun in Riede beginnen, denn wie Lochte erklärt, will demnächst der Bauausschuss darüber sprechen, ob man mit einer Bedarfsampel an zentraler Stelle der L 331 beginnt. Zumindest das sei erreicht worden, Lochte rechnet aber mit Kosten von 20 000 bis 30 000 Euro.

Die BI will bei der Finanzierung helfen und veranstaltet daher mit und bei Scholvin-Ortmann am 23. November (ab 20 Uhr, Eintritt: zwölf Euro) ein Konzert der Bremer Rentnerband " Never too late ". Die Einnahmen gehen an die BI.

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