„Rosa ’19“ Eine bessere Welt mit Musik

And the winner is: Good To Bee. Die Band aus Twistringen gewann am Freitagabend den Musikwettbewerb Rosa in Bruchhausen-Vilsen.
10.03.2019, 17:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Bärbel Rädisch

Bruchhausen-Vilsen. Es ist das Musikereignis für Schulen in der Region. Am Freitagabend lockte der Rosa-Wettbewerb zum sechsten Mal Hunderte Fans in die Mensa des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen. „Let's Make A Better World With Music.“ Diese Aufforderung, mit Musik die Welt zu verbessern, schmetterte Sängerin und Schlagzeugerin Naomi Mbiyeya von der dritten auftretenden Gruppe Good To Bee des Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums stimmgewaltig vorab ins Publikum. Erst seit 2016 bemühen sich fünf Mädchen und ein Junge, diesen Vorsatz umzusetzen. Und ausgerechnet am Tag der Entscheidung war Bassist Simon Lüers krank. Umso überraschender, dass die Twistringer den Wettbewerb dennoch gewannen. Doch der Reihe nach.

Schon als die erste Gruppe mit 80 Akteuren, das GFS-Projekt der Graf-Friedrich-Schule in Diepholz, die Bühne betrat, war Jubel aufgebrandet. Moderator Arne Bär, Kenner sämtlicher Akteure, verhieß dem Publikum: „Noch sind Ihre Hände kalt. Am Ende werden sie vom Klatschen glühen!“ GFS, das sind die Jahrgänge fünf bis zwölf, mit der Band Inside, dem Schulorchester und dem Chor Good For Singing. Beeindruckend intonierten sie das „Vater Unser“, auf Suaheli gesungen von Ayhan Fayad, dem „Ich lass für dich das Licht an“ von Revolverheld als Gegensatz folgte. Den Zugabe-Rufen setzte Bär entgegen: „Sie sind aufgrund des straffen Programms von je 20 Minuten pro Vortrag nicht möglich.“

Während fleißige Helfer die Bühne umbauten, nannte Bär die Namen der Jurymitglieder. Vorsitzender Prof. Dr. Roland Hafen, Musikpädagoge an der Universität Vechta, Dennis Landt von der Kreissparkasse Syke, Vivian Krause von der Mediengruppe Kreiszeitung, Eileen Schöne vom Netzbetreiber Avacon und Niels Holger Rahn vom Rotary-Club Bruchhausen-Vilsen waren mit der Bewertung der Nachwuchsmusiker betraut.

Als zweite Gruppe ging der Kammerchor des Domgymnasiums Verden ins Rennen. Chorgesang wird seit 50 Jahren an dieser Schule gepflegt. Eins der Fächer ist Stimmbildung. „Kantate Domino“ erklang zur Eröffnung, aber auch die leichte Muse kam zu Wort mit „Probier's mal mit 'nem Bass“, vorgetragen von den jungen Männern mit dem Hintergrundchor der Damen. Als Vertreter des Rotary-Clubs stellten Linda Voss-Kirsch, Claudia Krause und Gerd Beckmann zwischen zwei Auftritten das Projekt für Schüler in Namibia vor, das in den Genuss des Geldes aus dem Verkauf der Getränke, der Brezeln und der Tombolalose des Abends kommt. Auch das Tafeltheater Bruchhausen-Vilsen partizipiert.

„Was für grandiose Beispiele musikalischen Könnens haben wir von den ersten drei Bewerbern gehört. In der Haut der Juroren möchte ich nicht stecken“, sagte Bär vor der Pause. Als Vierte startete die Rockbandklasse 7b der Marion-Blumenthal-Oberschule in Hoya. Bär unterstrich noch einmal: „Gemeinsames Musizieren fördert den sozialen Umgang und das aufeinander Hören. Diese Kinder haben vorher nicht einmal ein Instrument gespielt und präsentieren sich jetzt hier. Mit Musiklehrerin Sabine Wagner besuchten sie ein Nena-Konzert, um sich bei Profis etwas abzugucken.“ Väter, Mütter, Mitschüler standen da schon am Bühnenrand, um die Stimmung anzuheizen. Ein Aufschrei bei den ersten Takten von „99 Luftballons“. „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ und „Wunder gescheh'n“ folgten. Voluminöse Luftballons flogen ins Publikum und wurden über den Köpfen hin und her geschubst. Später sagte der Juryvorsitzende: „Es hat sich angehört, als habe Nena selbst gesungen.“ Dass die Rotarier Auslandsaufenthalte in 60 verschiedenen Ländern bis zu einem Jahr finanzieren, erfuhr das Publikum in einer weiteren Pause. Einer von ihnen, Artur aus Brasilien, stellte sich mit seiner Gastmutter vor, deren Tochter zurzeit in Mexiko ist. Schülerin Alissa erzählte, sie gehe in diesem Jahr nach Peru.

Als fünfte Band kletterten die Jüngsten, Die Moinsens aus Bruchhausen-Vilsen, auf die Bühne. Langsame und rasante Titel wechselten. Mitgesungen wurde im Saal bei Max Giesingers „80 Millionen“. Erstaunlich, wie abgeklärt dieses Sextett auftrat, als seien sie bereits alte Hasen.

Während die kleine Emma souverän die Gewinnerlose zog, beriet sich die Jury. Dann hieß es: „Sämtliche Interpreten auf die Bühne. Sieben Tonnen Gewicht trägt sie jetzt“, scherzte Bär. Die Spannung stieg, bis Hafen verkündete: „Die Trophäe, den Rosa-Pokal, erringt heute mit einem Auftritt von hoher Professionalität, beeindruckendem Gesang und dem wechselweisen Spiel der Interpretinnen an den Instrumenten die Gruppe Good To Bee.“ Der frenetische Jubel der Siegerinnen und deren Fans, die in einem extra angemieteten Bus angereist waren, war möglicherweise bis Twistringen zu hören.

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