Luchian-Quintett Eine fast unendliche Geschichte

Bekannt geworden sind sie als das Luchian-Quartett, doch mittlerweile hat die Familien-Band einen weiteren kleinen Musiker dabei. In der Heiligenroder Klosterkirche begeisterten sie das Publikum.
09.08.2018, 16:53
Lesedauer: 2 Min
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Von Dagmar Voss

Stuhr-Heiligenrode. Eine endlose Geschichte verbindet Familie Luchian und Werner Bartsch – oder fast jedenfalls. „Im nächsten Jahr können wir 20-Jähriges feiern, denn 1999 habe ich Romeo Luchian als Straßenmusikant in Bremen kennengelernt und war sofort begeistert, habe ihn angesprochen und befragt, ob er auch mal woanders spielen will“, erinnert sich Bartsch. Seitdem hat der Dreyer Unternehmer den moldawischen Musiker und dessen Familie jedes Jahr zu Auftritten in der Region eingeladen. Mal in öffentlichen Räumen, mal auf privaten Feiern. „Man muss doch was tun gegen die Armut und da macht es bei Luchians richtig Sinn“, ist Bartsch überzeugt.

Mittlerweile sind daraus immer mehr Konzerte geworden und die musikalische Familie hat immer wieder ihr Publikum begeistert. So auch am Mittwochabend in der Heiligenroder Klosterkirche St. Marien. Das Quartett aus Moldawien, bestehend aus den beiden Eltern Romeo (Akkordeon, Klavier) und Tatjana (Violine) sowie den Kindern Mihaela (Violine) und David (Flöte, Klavier), wurde überraschenderweise im zweiten Set noch angereichert durch den kleinen Jakob an der Trommel.

Die Eltern arbeiten als Professoren für Musik in Rumänien. Zurzeit reisen sie durch Norddeutschland mit ihren Kindern und geben an verschiedenen Orten Konzerte. Zuletzt trat die Familie in Leeste in der ausverkauften Marienkirche auf.

Die Klosterkirche war zwar nicht ganz ausgefüllt, die Begeisterung der Zuhörer aber deutlich hörbar mit Jubelrufen und lang anhaltendem Applaus. Verdient, denn die Stücke wurden mit ausgefeiltem Können präsentiert. Dazu kam die Akustik, von der Kirchenvorsteher Heinz-Hermann Speckmann in seiner Begrüßung schwärmte, schließlich habe er die während der Kirchenchor-Auftritte zu schätzen gelernt.

Zu klassischen Stücken von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart, Luigi Boccherini, Robert Schumann und Camille Saint-Saëns gesellten sich diverse Tänze, ganz viele Polkas und Volksweisen aus Moldawien oder der Ukraine. Wobei unverkennbar eine familiäre Leidenschaft für Tänze jeglicher Couleur besteht. Nach einem Trio-Auftakt, zwei Violinen und Akkordeon, aus Bachs dritter Kantate, brachten sie die Badinerie aus der 7. Orchestersuite zu Gehör, bei der zur allgemeinen Freude der zehnjährige David den Holzflötenpart gekonnt übernahm – und das ganz ohne Noten. Überzeugend war er auch bei seinen Klavier-Soli wie „Das kleine weiße Pferd“ von Jack Ibert.

Die Ankündigungen übernahm der Familienvater, ab und an mit leichtem Schmunzeln. So bei den Mozartstücken: „Immer frage ich mich, was wohl der Meister dazu gesagt hätte, wenn er mich gehört hätte mit dem Akkordeon bei seinen Werken.“ Ebenfalls humorig seine Ankündigung zu einem moldawischen Stück: „Es heißt die Wanduhr und soll zeigen, wie sie bei uns ticken, die Wanduhren.“

Diese außergewöhnlichen Musiker können noch erlebt werden: In der Felicianuskirche in Kirchweyhe gastieren sie am Freitag, 17. August, ab 19 Uhr. Einen Tag später, am Sonnabend, 18. August, geht es in die Kirche in Schwarme, das Konzert beginnt dort um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Hörproben gibt es bei Youtube unter dem Suchbegriff "Familie Luchian".

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