Hauptstellenleiter Gerhard Teichmann nach fast 50 Jahren Arbeit für die Sparkasse verabschiedet Eine Institution geht in den Ruhestand

Verden. Seinen Ruhestand - das gab Gerhard Teichmann unumwunden zu - hat er lange Zeit verdrängt, zuletzt sogar um ein gutes halbes Jahr verschoben. Jetzt ist der Schritt vollzogen. Der Verdener Hauptstellenleiter und Vorstandsvertreter der Kreissparkasse (KSK) Verden hat seinen Stuhl geräumt - nach fast 50 Jahren Arbeit für die Organisation Sparkasse. Und vor rund 220 Gästen, die zu seiner Verabschiedung gekommen waren, tat er es, wie ihn Kunden und Mitarbeiter in den gut 20 Jahren seiner Verdener Zeit kannten: zurückhaltend, höflich, aber doch bestimmt und verbindlich. Mr. Sparkasse, wie ihn Vorstandsvorsitzende Silke Korthals nannte, verabschiedete sich einfach mit: "Adieu."
06.07.2011, 05:00
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Von Wilfried bendul

Verden. Seinen Ruhestand - das gab Gerhard Teichmann unumwunden zu - hat er lange Zeit verdrängt, zuletzt sogar um ein gutes halbes Jahr verschoben. Jetzt ist der Schritt vollzogen. Der Verdener Hauptstellenleiter und Vorstandsvertreter der Kreissparkasse (KSK) Verden hat seinen Stuhl geräumt - nach fast 50 Jahren Arbeit für die Organisation Sparkasse. Und vor rund 220 Gästen, die zu seiner Verabschiedung gekommen waren, tat er es, wie ihn Kunden und Mitarbeiter in den gut 20 Jahren seiner Verdener Zeit kannten: zurückhaltend, höflich, aber doch bestimmt und verbindlich. Mr. Sparkasse, wie ihn Vorstandsvorsitzende Silke Korthals nannte, verabschiedete sich einfach mit: "Adieu."

Seine Gäste taten es ebenfalls auf ihre Art. Minutenlanger Applaus - jedenfalls hatte man den Eindruck - als Dank und Anerkennung für mehr als 20 Jahre Arbeit und Engagement in der Hauptstelle der Kreissparkasse Verden.

"Nach fast 50 Jahren wird Gerhard Teichmann in den Ruhestand verabschiedet. So etwas hat es in dieser Sparkasse noch nicht gegeben." Es falle dem Hause schwer, einen ihrer Wertschöpfer gehen zu lassen, einen, der gemeinsam mit den beiden ehemaligen Vorständen Klaus Brandes und Klaus Wagner "großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung der Kreissparkasse Verden" hat.

Doch so wichtig nackte Zahlen auch seien, so Silke Korthals, viel wichtiger sei der Mensch, der hinter diesem Erfolg steht. Gerhard Teichmann habe immer für langfristige Kundenbeziehungen gestanden und durch Können, Engagement und Tatkraft überzeugt. Silke Korthals: "Sie kannten die Kunden und konnten mit den Kunden."

Intern verliere das Haus eine "Institution", einen Menschen mit feinem Humor und zudem den bestangezogenen Mann der Sparkasse, der mit modischem Gespür Trends gesetzt habe. Kurz: einen Mann von Welt, für den es im deutschen Sprachgebrauch keinen so treffenden Ausdruck wie "Gentleman, Sir oder Signor" gebe. Für sie selbst sei Teichmann nicht nur Befürworter, sondern auch Mentor gewesen, den sie als Vertrauten, weisen Kritiker, guten Ratgeber und Mann mit dem richtigen Fingerspitzengefühl in schwierigen Situationen kennen und schätzen gelernt habe.

Korthals: "Sie sind der Schlag Sparkassenmitarbeiter, den man sich als Vorstand nur wünschen kann - immer loyal, unterstützend zur Seite und unermüdlich im Einsatz. Ein Vorbild für die gesamte Sparkassenfamilie." Die Vorstandsvorsitzende stellte auch Teichmanns außerberufliches Engagement als Vorsitzender und Schatzmeister des Kaufmännischen Vereins zu Verden, als Gründungsmitglied der Verdener Stadttombola und des Domfestspielvereins sowie die Mitarbeit in der Verdener Tischrunde, im Unternehmensverband oder der Handwerkerschaft heraus.

Lob auch von Kundenseite. Prof. Helge von Ahsen zitierte den Gelehrten Wilhelm von Humboldt: "Im Grunde sind es immer Verbindungen mit Menschen, die dem Leben eine Wert geben." Diese Verbindungen habe Teichmann gepflegt und dieses "Networking" stets zum Wohle aller Beteiligten eingesetzt. Von Ahsen: "Ich habe Gerhard Teichmann in vielen seiner Funktionen schätzen gelernt." Bei seiner Arbeit habe er sich durch wirtschaftlichen Sachverstand überall hohes Ansehen erworben, kompetent beraten und Vereinbarungen immer unkompliziert umgesetzt.

Für den Präsidenten des Unternehmerverbandes Rotenburg-Verden, Wolfgang Reichelt, war Teichmann gar so etwas wie die graue Eminenz der KSK, die auch Entscheidungen des Vorstandes wieder "gerade gerückt" habe. Beeindruckt habe ihn im Laufe der freundschaftlichen Zusammenarbeit aber insbesondere Teichmanns Einstellung, immer für Andere da zu sein.

Diese Anderen, seine Kunden, so Gerhard Teichmann, werde er sehr vermissen. Oft habe er mit den meisten von ihnen gefühlt oder sogar mitgelitten. Dass am Ende fast immer ein gutes Ergebnis gestanden habe, sei zum einen seinen Kunden selbst, aber vor allem seinen Mitarbeitern zu verdanken. "Teichmann gewohnt bescheiden: "Alle haben es mir leicht gemacht." Sein besonderer Dank ging an seine Ehefrau Beate und seine Sekretärin Erika Ehlert.

Zwar habe er den Abschied aus "seiner Sparkasse" immer ein wenig verdrängt, doch jetzt wolle er den Luxus genießen, selbst über seine Zeit zu bestimmen. "Der Gewinn an Zeit macht mich zu einem reichen Menschen, der demnächst seinen Hobbys nachgehen, sich aber in begrenzter Form weiter in Verden einbringen wird", so Teichmann.

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