Neukruger sammeln für Jugendfeuerwehr Eine Siedlung sagt Danke

Ende Juli rollte ein Feuer auf eine Siedlung in Neukrug zu. Danach wurde eine Welle der Dankbarkeit in Gang gesetzt. Nun wurde die Spende an die Wehren übergeben, die ein Übergreifen auf Häuser verhinderten.
12.09.2019, 17:55
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Eine Siedlung sagt Danke
Von Sebastian Kelm

Stuhr. Erika Kohlwey läuft noch immer ein kalter Schauer über den Rücken, wenn sie das Video von der heißen Flammenwand auf Sven Lüßens Handy sieht. „Gänsehaut“, kommentiert sie ihr Gefühl bei der Aufnahme des Heiligenroder Ortsbrandmeisters. Die bewegten Bilder zeigen, wie sich der Flächenbrand von jenem 30. Juli (wir berichteten) auf ihr Grundstück zubewegt. Dass der dank der Feuerwehr gestoppt wurde, bewegte die 66-Jährige dazu, in ihrer Nachbarschaft in Neukrug Geld als Dankeschön für die Retter zu sammeln. Am Mittwochabend überbrachte sie die Spende als Anerkennung für das Geleistete – und nochmals Worte enormer Dankbarkeit.

Denn für Erika Kohlwey steht fest: „Unsere ganze Siedlung wäre sonst weg gewesen. Und bei etwas Wind auch die auf der anderen Seite.“ Nur die Straße trennte die Anwohnerin von Am Moordamm nach eigenen Angaben von der lodernden Gefahr. Dennoch sagt sie: „Ich hätte unser Haus nicht verlassen, nicht freiwillig.“

Lüßen will die Bedrohung, die von dem brennenden Feld ausging, gar nicht abtun: „Da es nicht nur ein Stoppelfeld war, hat sich das Feuer schnell ausgebreitet. Aber wir konnten es zügig löschen.“ 90 Einsatzkräfte der Wehren aus Heiligenrode, Fahrenhorst, Seckenhausen, Brinkum und auch Ristedt-Gessel waren am Ende daran beteiligt, dass nichts Schlimmeres passiert.

Mit dem Schlimmsten jedenfalls hatte Erika Kohlwey gerechnet. „Ich habe es zuerst gerochen, sehen konnte ich am Anfang nichts“, erinnert sie sich daran, wie sie etwas von dem Feuer mitbekam. Gemeindejugendfeuerwehrwart Cord Tinnemeyer wiederum berichtet: „Ganz in Brinkum haben wir später den Rauch gesehen.“ Und Sven Lüßen erzählt: „Die meisten haben angegeben, dieses laute Knistern gehört zu haben.“

Geknistert haben bei der Übergabe der Spende aus Erika Kohlweys Sammlung auf dem Feuerwehrübungsplatz am Mittelweg in Groß Mackenstedt nur die Scheine. „Einer hat sogar 100 Euro gegeben“, verrät ihr Ehemann Walter Kohlwey. Wie viel Geld zusammengekommen ist, ist für sie selbst eine Überraschung. Nur eine Zahl können sie vorab schätzen: Bei etwa 80 Prozent habe im Ort die Beteiligung gelegen, als sie von Tür zu Tür zogen.

Um es aufzulösen: Exakt 916,81 Euro befinden sich in der nun erstmals geöffneten Sparbüchse. Diese krumme Summe runden kurzerhand die Kohlweys und sogar einige Feuerwehrmitglieder auf volle 1000 Euro auf. Gehen wird das Geld an die Gemeindejugendfeuerwehr. Nach Ansicht von Sven Lüßen „ein toller Beitrag“ zur Wertschätzung für den ehrenamtliche Einsatz: „Und wir brauchen den Nachwuchs einfach.“

Die Jugendwarte der Gemeindefeuerwehr wollen nun gemeinsam besprechen, wie genau die Spende für die Jugendarbeit verwendet werden soll. Laut Melina Waßmann, Betreuerin der künftigen Brandbekämpfer aus Heiligenrode und Groß Mackenstedt, könnten aber alle drei Verbände über ihren Anteil verfügen. Sie könne sich zum Beispiel vorstellen, davon das Essen bei der Weihnachtsfeier zu finanzieren – während Erika Kohlwey und die anderen Neukruger das Fest in ihrem vom Feuer verschonten Haus feiern können. Mit dem guten Gefühl, dass Hilfe in der Not rasch da ist.

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