Ausstellung im Rathaussaal

Einstimmung auf Begegnung mit Freunden

Wildeshausen. 'Lebendige Vielfalt' ist gestern in den Wildeshauser Rathaussaal eingezogen. Unter diesem Titel eröffnete Bürgermeister Kian Shahidi am frühen Abend eine Ausstellung zur deutsch-französischen Zusammenarbeit.
08.06.2010, 08:43
Lesedauer: 3 Min
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Von Ute Winsemann

Wildeshausen. 'Lebendige Vielfalt' ist gestern in den Wildeshauser Rathaussaal eingezogen. Unter diesem Titel eröffnete Bürgermeister Kian Shahidi am frühen Abend eine Ausstellung zur deutsch-französischen Zusammenarbeit. Die Ausstellung soll auf das kommende Wochenende einstimmen, an dem Wildeshausen die Partnerschaften mit dem französischen Ort Évron und der englischen Stadt Hertford feiert, die seit 30 beziehungsweise 15 Jahre bestehen.

Neben den Freunden aus Frankreich und England werden zu den Feierlichkeiten auch Gäste aus der polnischen Stadt Alwernia in der Nähe von Krakau erwartet, die wiederum eine Partnerschaft mit Évron pflegt. Der Besuch reist am Freitagabend an und muss sich am Sonntagnachmittag wieder auf den Heimweg machen. Dazwischen liegt unter dem Motto 'Europa für Toleranz und Miteinander' ein dichtgepacktes Programm. Offizieller Höhepunkt ist eine Zeremonie am Sonnabend um 17 Uhr auf dem Marktplatz, bei der die Bürgermeister mit Ansprachen und Unterzeichnung von Urkunden die Partnerschaft erneuern wollen.

Ein belebter 'ständiger Prozess'

Los geht es am selben Ort aber bereits morgens um 9 Uhr mit einem Empfang. Die Jugend misst sich anschließend ab 10 Uhr im Krandelstadion in sportlichen Wettkämpfen. Im Stadthaus geht es zeitgleich um die ältere Generation, deren Lebenssituation in den drei Ländern in einem Vortrag beleuchtet wird. Noch grundsätzlicher wird es um 11.30 Uhr im Rathaussaal, wo gefragt wird, ob die Europäische Union eigentlich eine Wertegemeinschaft oder doch nur ein Finanz- und Wirtschaftsgemeinschaft ist. Wer es weniger theoretisch mag, kann sich um 10.30 Uhr zu Stadtführungen in englischer und französischer Sprache auf dem Marktplatz einfinden oder um 11.30 Uhr den englischen Erläuterungen bei einer Besichtigung des Brennereimuseums lauschen.

Nach einer Mittagspause folgen um 15 Uhr eine Buchvorstellung zu 30 Jahren Partnerschaft Évron-Wildeshausen und anschließend ein Ideenaustausch zu den Perspektiven der Partnerschaft. Von 15 bis 16.30 Uhr wärmen außerdem das Blasorchester Wildeshausen, das Musikkorps Wittekind und die Harmonikafreunde Wildeshausen den Marktplatz musikalisch für die Erneuerungszeremonie auf.

Die Jugend ehrt um 18 Uhr ihre Sieger und übt sich nach einem Abendessen in der Realschul-Mensa im Jugendzentrum im internationalen Vergleich angesagter Musik- und Tanzstile. Die geladenen Gäste kommen am Abend in der Widukindhalle zum Partnerschaftsball zusammen.

Am Sonntag treffen sich Einheimische und Gäste um 9 Uhr zum Frühstück auf der Burgwiese. Dort bestreitet das 'Orchestre municipal d?Évron' um 11.15 Uhr das Sommerkonzert. Gegen 13 Uhr heißt es dann, auf dem Marktplatz Abschied zu nehmen.

Sind an dem Wochenende schon verschiedene Facetten der Partnerschaften zu entdecken, so zeigt die Ausstellung weitere Beispiele, wie der symbolische Akt mit Leben gefüllt werden kann. Die Macher vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) in Bonn und dem Centre européen Robert Schumann mit Sitz in Szy-Chazelles werfen einen Blick zurück auf fast ein halbes Jahrhundert der Verständigung zwischen den ehemals verfeindeten Nachbarn, vor allem aber auch nach vorn.

Die Tafeln sollen vor allem Anregungen für die zukünftige Gestaltung von Partnerschaften bieten. In Fotos, Presseartikeln und Plakaten sind beispielhafte Aktivitäten von Jugendbegegnungen und Kulturtagen bis zu gemeinsamen Engagements der Partnerstädte in der sogenannten Dritten Welt oder in Osteuropa dargestellt. Vom Kinderzirkus bis zum Video-Wettbewerb, einem gemeinsam von den Künstlern der Partnerstädte gestalteten Kalender, Theater-Workshops und Jugendkunstwochen reicht die Ideen-Palette bis zu großen Konzerten, die von Orchestern und Chören der Partnerstädte gemeinsam erarbeitet wurden. Besonders gut bei jungen Leuten kämen Ideen wie die eines 'Jugendbotschafters' oder eines Freundschafts-Passes an, gemeinsame Schülerzeitungen, Internet-Aktionen oder auch Ökocamps mit praktischen Einsätzen. Auch Auszubildende sind eingebunden, etwa durch Austausch in Handwerksberufen oder durch grenzüberschreitend anerkannte Berufszertifikate.

Bürgermeister Kian Shahidi erinnerte bei der Eröffnung an den Optimismus, der nötig gewesen sei, um die Menschen im durch den Krieg zerstörten und ausgelaugten Europa zu brüderlichen Beziehungen aufzurufen. Er bezeichnete Partnerschaften als 'ständigen Prozess, der belebt und in Gang gehalten werden muss'. Alle Bevölkerungsschichten müssten daran teilhaben können, sei es direkt, etwa durch Beherbergung von Gästen, sei es indirekt über Vereine und andere Organisationen.

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