Dortmunder Firma stellt im Rat des Fleckens Bruchhausen-Vilsen ihre Ideen und Vorgehensweise vor Einzelhandelskonzept soll den Ortskern stärken

Bruchhausen-Vilsen. Nach Monaten der Diskussion und einer gescheiterten Arbeitsgruppe zum Thema Einzelhandelsentwicklung im Ortskern werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Die Firma Stadt + Handel aus Dortmund stellte am Montagabend dem Rat des Fleckens Bruchhausen-Vilsen, dem Einzelhandel, der Fördergemeinschaft und interessierten Bürgern ihre Vorgehensweise zur Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes vor, das der Rat und die Fördergemeinschaft in Auftrag gegeben haben.
30.07.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Nach Monaten der Diskussion und einer gescheiterten Arbeitsgruppe zum Thema Einzelhandelsentwicklung im Ortskern werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Die Firma Stadt + Handel aus Dortmund stellte am Montagabend dem Rat des Fleckens Bruchhausen-Vilsen, dem Einzelhandel, der Fördergemeinschaft und interessierten Bürgern ihre Vorgehensweise zur Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes vor, das der Rat und die Fördergemeinschaft in Auftrag gegeben haben.

„Wir zeigen heute noch keine Ergebnisse, es geht nur um die Information, wie wir die Daten für das Konzept erheben wollen und warum ein Konzept überhaupt notwendig ist“, erklärte Torben Döring von Stadt + Handel zu Beginn. Der demografische Wandel treffe auch Bruchhausen-Vilsen. „Es wird nicht mehr Bevölkerung mit mehr Kaufkraft geben, die Entwicklung stagniert. Wir geben zwar mehr Geld aus, aber nicht im Einzelhandel, sondern für Heizung, Benzin und so weiter.“ Die Kunden seien anspruchsvoller und auch der Online-Handel nehme rasant zu, so Döring. Insbesondere letzteres sehe er aber nicht so als das Problem. Die Frage für Städte und Gemeinden sei: „Was wollen wir im Einzelhandel haben, und was nicht?“ Das zu erstellende Konzept halte sich an die rechtlichen Vorgaben wie das Baugesetzbuch und das Landesraumordnungsprogramm. „Es ist dann aber auch rechtlich bindend, etwa wenn ein neuer Bebauungsplan entwickelt werden soll“, so Döring. Die Ziele des Konzeptes formulierte Döring so: „Aktive Begleitung des Strukturwandels, Sicherung und Weiterentwicklung des Zentrums, Sicherung und Weiterentwicklung der wohnortnahen Versorgung, Einbindung und Bewertung aktiver Vorhaben, Planungssicherheit für Stadt und Investoren, Basis für aktive Standortentwicklung.“

Darüber hinaus gebe es laut Döring in Bruchhausen-Vilsen noch die Frage nach dem Leerstandsaufkommen. Hier attestierte er dem Luftkurort ein „sehr gutes Niveau. Es ist noch der richtige Zeitpunkt um zu gucken, wo die Reise hingehen soll.“ In anderen Städten sehe es viel schlimmer aus. Beachtet werden müsse hier auch der Tourismus, das Fachmarktzentrum und die Fragestellung der weiteren Entwicklung am Bahnhof sowie im Ortskern. „Und natürlich spielt auch der demografische Wandel hier im Ort eine Rolle.“

Mit einer Strukturanalyse und Bestandsaufnahme des kompletten Einzelhandels und der Gastronomie in der Samtgemeinde will die Firma in Kürze starten, dazu jedes Geschäft besuchen, die Verkaufsflächen vermessen und das Sortiment aufnehmen. Für den Flecken soll dann eine Entwicklungsstrategie erstellt werden, „wo gibt es noch Potenzial von der Kaufkraft her, wo soll das Potenzial räumlich untergebracht werden.“ Um die Kaufkraft festzustellen, greife seine Firma auf vorliegende Zahlen und Daten zurück, so Döring. Räumlich werde es einen Plan geben, in dem verzeichnet werde, an welchen Stellen welche Sortimente erwünscht seien und welche nicht. Wichtig sei auch der „zentrale Versorgungsbereich“ mit dem Fokus „Nahversorgung“. Laut Rechtsprechung seien die Mindestanforderungen für die Nahversorgung, die Präsenz eines größeren Nahversorgungsgebietes, eine Versorgungsfunktion, die über den unmittelbaren Nahbereich hinaus wirkt, von städtebaulichem Gewicht ist und häufig durch Einzelhandel mit zentrenergänzender Funktion ergänzt werde. Das zu erstellende Einzelhandelskonzept sei eine „Empfehlung zur Profilierung und Funktionsergänzung, zur Steuerung von zentrenrelevanten Randsortimenten, zum Ausschluss von ungewünschten Einzelhandelsnutzungen und zum Umgang mit Onlinehandel“, so Döring.

Konkret geht es in Bruchhausen-Vilsen um die Frage, in welchem Umfang die Einzelhandelsnutzung für das Ortszentrum realistisch ist, welches Branchenprofil angestrebt wird, welche Chancen sich aus dem Status Luftkurort und die touristische Nutzung ergeben und in welchen räumlichen Bereichen es welche Nutzungen geben soll.

Die Grundanalysen will die Firma bis Ende September fertigstellen, das Konzept soll bis Ende des Jahres vorliegen, sodass es Anfang 2015 von der Politik beschlossen werden könne, erklärte Döring. Auch eine Arbeitsgruppe soll erneut gegründet werden, ergänzte Wirtschaftsförderin Uta Seim-Schwartz. Döring betonte, wie wichtig es sei, dass der Einzelhandel sich an der Konzepterstellung aktiv beteilige. „Wir brauchen Sie alle zum Mitmachen“, forderte auch Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch die Anwesenden auf.

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