Vorhofflimmern: Kardiologe Jürgen Heuser referiert über Ursachen und Therapie Elektrisches Chaos im Herzen

Osterholz-Scharmbeck. Der Monat November steht bei der Deutschen Herzstiftung unter dem Motto 'Herzrhythmusstörungen'. Der Kardiologe Jürgen Heuser befasst sich am heutigen Mittwoch (19 Uhr) im Großen Saal der Gesundheitsschule des Kreiskrankenhauses vorrangig mit der Problematik des Vorhofflimmerns. Zusammen mit dem Oberarzt der Inneren Abteilung, Kai Hartung, und Dr. Jürgen Siebels aus dem Bereich der Elektrophysiologie am Bremer Klinikum Links der Weser, hofft er für den Vortrag auf rege Resonanz.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von reinhard Bohling

Osterholz-Scharmbeck. Der Monat November steht bei der Deutschen Herzstiftung unter dem Motto 'Herzrhythmusstörungen'. Der Kardiologe Jürgen Heuser befasst sich am heutigen Mittwoch (19 Uhr) im Großen Saal der Gesundheitsschule des Kreiskrankenhauses vorrangig mit der Problematik des Vorhofflimmerns. Zusammen mit dem Oberarzt der Inneren Abteilung, Kai Hartung, und Dr. Jürgen Siebels aus dem Bereich der Elektrophysiologie am Bremer Klinikum Links der Weser, hofft er für den Vortrag auf rege Resonanz.

Im Vorgespräch erklärt Heuser: 'Im Zuge der demografischen Entwicklung ist das Vorhofflimmern zu einer Volkskrankheit geworden.' Seiner Meinung nach litten rund 1100 Menschen im Landkreis Osterholz darunter. Bei Älteren sei sogar jeder Zehnte davon betroffen. Bis zum 60. Lebensjahr treffe es weniger als ein Prozent der Bevölkerung. 'Es gibt immer die Extreme. Entweder treten beeindruckende Symptome auf oder die Gefährdeten merken nichts', weiß der Chefarzt. Heuser: 'Begünstigt wird das altersabhängige Übel vorrangig durch den Bluthochdruck.'

Der Sinusknoten sorge wie ein Taktgeber für die geordnete Erregung des Herzens. Bei Störungen herrsche im Vorhof aber ein elektrisches Chaos. Das Vorhofflimmern sei im Allgemeinen nicht gefährlich, doch manchmal falle das Diagnostizieren überaus schwer, so Heuser.

Einmal erkannt, könne das Vorhofflimmern erfolgreich und ohne große Nebenwirkungen behandelt werden. Gelegentlich sei die Therapie jedoch langwierig und unbefriedigend. Wenn mehrere Negativfaktoren zusammenkämen, könne sich bei vielen Patienten das Schlaganfallrisiko aber drastisch erhöhen.

Herzschwäche, jede Art von Gefäßkrankheiten - überwiegend in den Beinen -, sowie Diabetes und vorherige und überstandene Schlaganfälle seien zum Beispiel Wegbereiter des Vorhofflimmerns. Es handele sich dabei um 'eine schicksalhafte Erkrankung', so Heuser. 'Doch damit könnten Patienten alt werden.'

Trotz Herzrasens- oder -stolperns sowie nachlassender Belastbarkeit könne die medikamentöse Behandlung durch gesunde Ernährung und viel Bewegung unterstützt werden. Die Anwendung von Elektroschocks dämme das Vorhofflimmern zwar ebenfalls ein, aber die speziellen Gesundheitsprobleme könnten wiederkommen.

'In 70 bis 80 Prozent der Fälle führt auch das Herzkathederverfahren zum Erfolg', so der Experte. 'Es ist immer wichtig, unter individuellen Gesichtspunkten zu überlegen, was dem jeweiligen Patienten hinsichtlich der Konstitution zugemutet werden kann.'

Die Referenten werden heute Abend Ursachen und Symptome erläutern, moderne Diagnose- und Behandlungsmethoden des Vorhofflimmerns erörtern und Fragen des Publikums beantworten

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+