Erstes Berufsforum am Gymnasium am Wall Eltern boten kleine Einblicke in ihren Beruf

Verden. Svenja Wicknig und Torben Wiesberg hatten am Dienstag sehr viel zu tun. Die beiden angehenden Kommissare waren beim Berufsforum im Gymnasium am Wall (GaW) dicht umlagert. Vertreter von rund zwei Dutzend Berufen standen den Schülern Rede und Antwort.
03.03.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ulrich Tatje

Verden. Svenja Wicknig und Torben Wiesberg hatten am Dienstag sehr viel zu tun. Die beiden angehenden Kommissare waren beim Berufsforum im Gymnasium am Wall (GaW) dicht umlagert. Vertreter von rund zwei Dutzend Berufen konnten in der Aula von den Schülern der Oberstufe zu Voraussetzungen, Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten befragt werden.

'Wir werden richtig überrannt', beschrieb Helmut Meyer, Ausbildungsbeauftragter der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, den Andrang am Tisch der Polizei. Die beiden jungen Polizisten, die im Rahmen ihres Bachelorstudiums derzeit das erste von zwei Vierteljahres-Praktika in Verden absolvieren, werden am Ende ihres Studiums Kommissare sein.

Insgesamt 17 durch Stellwände abgetrennte einfache Gesprächsnischen hatte der Schulelternrat in der Aula eingerichtet. Die Eltern wollten keine aufwändige Berufsbörse mit langen Vorträgen und Multimedia-Schau, sondern vor allem den persönlichen Kontakt und Gelegenheit zum Fragen, erklärte Manuela Heinemann das Konzept. Vorwiegend Väter und Mütter von GaW-Schülern sollten die Informanten sein. Wodurch sich das Angebot unterschiedlicher Berufe automatisch eingrenzte. Vom Architekt über den Betriebswirt, den Juristen und die Malerin bis zur Sozialpädagogin reichte das Spektrum.

An der Spitze: Betriebswirtschaft

Bei einer Befragung der etwa 350 Schüler zeigte sich bereits vorab, wo die Interessensschwerpunkte der jungen Leute liegen. Mit weitem Abstand an der Spitze steht der Betriebswirt, gefolgt vom Beruf des Architekten und des Sozialpädagogen. Auch wenn die Berufsaussichten für Architekten derzeit sehr schlecht seien, würde er keinen ernsthaftem Interessenten von dem Studium abraten, meinte Jürgen Figna. Schließlich entwerfe ein Architekt nicht nur Häuser, er könne auch als Stadtplaner arbeiten oder als Kulissenarchitekt beim Film, sagte Figna. Und selbst das Carport vom Baumarkt könne ein Architekt noch individuell ergänzen.

Von der Vielfalt der Berufsfelder schwärmte auch Reinhild Lüder-Scholvin. Mit ihrer Ausbildung als Diakonin könnte sie alle fünf Jahre etwas anderes tun. Wobei die Möglichkeiten, dabei viel Geld zu verdienen, eher eingeschränkt sind. Während bei der Polizei und bei den Sozialpädagoginnen im 20-Minuten-Rhythmus oft alle 20 Stühle besetzt waren, zeigten die Schüler deutlich weniger Interesse an der Arbeit der Diakonin oder des Pastors, der Naturwissenschaftler oder der Vertreter der Verwaltungsberufe. Malerin und Kunsttherapeutin Susanne Stuwe-Thiel ist es gewohnt, dass sich nur wenige für ihren Beruf interessieren: 'Ich kenn? das schon.' Einen Grund dafür sieht sie auch in dem großen Sicherheitsbedürfnis der heutigen Jugend. Künstler seien eher kritische Menschen, solche, die widersprechen und Risiken eingehen. Die jetzige Generation der Jugend ist ihrer Meinung nach eher stark angepasst und habe Angst zu scheitern.

Der Schulelternrat zeigte sich zufrieden mit seinem Experiment. Ein kleiner Fragebogen, mit dem die Schüler das Berufsforum beurteilen sollen, ist dann sicherlich eine Grundlage für mögliche Verbesserungen.

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