Gegen Verzichtserklärung für den Ganztagsbetrieb Eltern: Wir wollen keine Wischiwaschi-Lösung

Achim. Die Eltern der Astrid-Lindgren-Grundschule wollen weiterhin eine Ganztagsschule. Aber eine, die auf einer "fundierten Grundlage" beruht "und nicht so ein Wischiwaschi", betont Elternvertreterin Susanne Stadtlander.
26.02.2010, 05:00
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Eltern: Wir wollen keine Wischiwaschi-Lösung
Von Ralf Michel

Achim. Die Eltern der Astrid-Lindgren-Grundschule wollen weiterhin eine Ganztagsschule. Aber eine, die auf einer 'fundierten Grundlage' beruht 'und nicht so ein Wischiwaschi', betont Elternvertreterin Susanne Stadtlander. Zu einer Ganztagsschule, die diese Bezeichnung verdient, gehören aus Sicht der Eltern auch Lehrerstunden für den Nachmittagsunterricht. Weil Hannover die nicht verbindlich zusagen will, hat der Schulvorstand jetzt die Reißleine gezogen.

Stein des Anstoßes war, wie gestern berichtet, eine E-Mail aus dem Kultusministerium in Hannover. Darin wurde die Schule aufgefordert, eine Erklärung zu unterschreiben, in der sie auf zusätzliche Lehrerstunden für den Nachmittagsunterricht verzichtet. Der Schulvorstand der Grundschule hat sich jedoch einstimmig dagegen ausgesprochen, diese Erklärung zu unterschreiben. Womit hinter dem eigentlich sicher geglaubten Ganztagskonzept ab dem kommenden Schuljahr plötzlich wieder ein dickes Fragezeichen steht.

Für Hannover ist die Verzichtserklärung eine Bedingung zur Genehmigung der Ganztagsschule, für die Eltern ist sie eine Zumutung. 'Das ist uns vorher von keiner Seite gesagt worden', ärgert sich Susanne Stadtlander. 'Wir sind immer davon ausgegangen, dass wir mehr Lehrerstunden bekommen. Wir wussten nur nicht wie viele.'

Der Antrag für eine Ganztagsschule fiel in der Astrid-Lindgren-Grundschule einstimmig. Doch bei dieser Entscheidung sei man davon ausgegangen, dass es zusätzliche Lehrerstunden geben würde, betont die Elternvertreterin. 'Sonst hätten wir das im Leben nicht auf den Weg gebracht.'

Dass das Votum des Schulvorstandes für die Umsetzung der Ganztagspläne gehörig Sand im Getriebe bedeutet, ist den Eltern bewusst. Aber dafür wollen sie sich nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen. Sie wünschen sich weiterhin eine Ganztagsschule, nur eben nicht zu den Bedingungen der Landesregierung. Die nämlich würden zu einer Lösung führen, die mit einer wirklichen Ganztagsschule nichts zu tun habe, sondern nicht mehr wäre als eine nachmittägliche Betreuung der Kinder, sagt Susanne Stadtlander.

Für Bürgermeister Uwe Kellner kommt diese Entwicklung überraschend. Dass zur Einrichtung einer neuen Ganztagsschule eine Verzichtserklärung gehört, sei in der Stadtverwaltung bekannt. In der Hauptschule und in der Grundschule Baden wurde diese Erklärung unterschrieben. 'Das ist gängige Praxis, vielleicht stand das deshalb jetzt nicht so im Fokus.'

Letztlich ginge es bei der Erklärung aber nur darum, dass die Schule keinen Rechtsanspruch auf Lehrerstunde habe. Tatsächlich würden Ganztagsschulen von Hannover aber trotzdem mit Lehrerstunden bedacht. 'Darüber sind wir auch jetzt am Verhandeln', erklärt Kellner. Die Astrid-Lindgren-Grundschule solle schließlich nicht schlechter dastehen als die beiden anderen Ganztagsschulen in Achim. Dazu gehöre zum Beispiel, dass die Schule ein Budget für den Nachmittagsunterricht aus dem Haushalt der Stadt erhalte. Oder auch Zuschüsse für das Mittagessen der Schüler, wie sie für die Hauptschule und die Grundschule Baden gezahlt werden.

Die Eltern der Astrid-Lindgren-Grundschule wollen sich mit der Aussicht, eventuell doch Lehrerstunden zu bekommen, nicht zufrieden geben. Man wolle nicht vom Wohlwollen Hannovers abhängen, das zudem noch Jahr für Jahr neu ausgehandelt werden müsse, fordert Susanne Stadtlander feste Zusagen 'mit Brief und Siegel' vom Kultusministerium.

Uwe Kellner hofft weiterhin, die Kuh mit Gesprächen vom Eis zu bekommen. 'Im Interesse der Kinder. Die brauchen diese Betreuung.' Kein Thema für die Eltern: 'Wir sind sehr an einer Lösung interessiert. Aber sie muss praktikabel sein!'

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