Seit zwei Jahrzehnten in Verden Elterninitiative Kunterbunt sucht Räume und Mitglieder

Verden. Pippi Langstrumpfs Haus stand Pate, als vor 20 Jahren die Elterninitiative Kunterbunt ins Vereinsregister eingetragen wurde. Im Jubiläumsjahr wollen die Mitglieder frischen Wind in die Einrichtung für Kleinkinder bringen.
23.02.2010, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriele Tetzner

Verden. Pippi Langstrumpfs farbenfrohes Haus stand Pate, als vor 20 Jahren die Elterninitiative Kunterbunt als gemeinnützige Institution ins Vereinsregister eingetragen wurde. Im Jubiläumsjahr wollen die neue Vorsitzende Bianca Schluznus und ihre Miteltern die Werbetrommel rühren und frischen Wind in die Einrichtung für Kleinkinder bringen.

Zur Zeit krähen, krabbeln und spielen pro Woche sechs Gruppen mit insgesamt 30 Kindern zwischen sechs Monaten und drei Jahren in der 'Villa Kunterbunt' im Haus Grüne Straße 21. Rund fünfzig Lütte mehr waren es in den Anfangsjahren, als die Initiative mit ihrer Idee eine Angebots-lücke besetzte.

'Damals gab es in Verden noch keinen Treff für Kleinstkinder', erinnert sich Angelika Siepmann, die mit Anke Landwehr, Gabriele Müller, Angelika Jurisch und Ulla Schobert zu den Gründungsmitgliedern gehörte. Die Frauen hatten 1988 und 1989 Nachwuchs bekommen und suchten nach Betreuungsmöglichkeiten, Kontakten zu anderen Eltern und nach einer frühkindlichen Vorbereitung ihrer Kleinen auf das spätere soziale Miteinander im Kindergarten.

Räume in Eigenarbeit eingerichtet

Gleichgesinnte waren schnell gefunden, ein Verein wurde gegründet und die ersten Krabbelgruppen zusammengestellt. Zuerst wurde das Eitzer Dorfgemeinschaftshaus für einige Monate zum Treffpunkt, an-schließend fand man in einem Haus in der Feldstraße eine stadtzentrale Wohnung mit Garten. Die Räume richteten die Eltern in Eigenarbeit ein: Es entstanden neben Küche und Bad ein großes Spielzimmer, ein Ruhe- und ein Toberaum. Gespendet oder neu angeschafft wurden Bücher, Spielgeräte aller Art, ein doppelstöckiges Holzhaus mit Kinderküche und ein Bällebad. Unterstützt wurde der Verein damals nicht nur von Sponsoren, sondern auch vom Landkreis und der Stadt, die einige der größeren Anschaffungen bezuschusste und die Betriebskosten übernahm.

Von einer Förderung dieser Größenordnung kann Bianca Schuznus im zwanzig-sten Jahr des Bestehens nur träumen. Die Stadt steuert zwar jährlich 2000 Euro bei, doch für Warmmiete, Telefon und Unfallversicherung fallen schon monatlich rund 700 Euro an. Gegen eine Spende von 20 Euro wird die 'Villa Kunterbunt' daher an Wochenenden zur Nutzung für Kindergeburtstagsfeiern angeboten, wobei Gastgeber oder ein Gast Mitglied des Vereins sein müssen.

Neue Mitglieder zahlen heute außerdem eine einmalige Beitrittsgebühr von 25 Euro und anschließend eine monatliche Gebühr von zehn Euro. Für die Eltern, die ihre Lütten am Freitagmorgen im 'kleinen Kindergarten' von 9 bis 12 Uhr professionell betreuen lassen wollen, kommen pro Monat noch 32,50 Euro für die Lohnkosten dazu. 'Manchen ist das schon zu viel da sie in öffentlichen Kindergärten weniger bezahlen müssen', bedauert die Vorsitzende.

Für die 28-Jährige ist die 'Villa Kunterbunt' allerdings die bessere Alternative, da die Erzieherinnengruppe auf acht Kinder beschränkt ist. 'Die Betreuung ist bei uns viel intensiver', so Schuznus. Das scheinen andere Mütter ähnlich zu sehen, denn zur Zeit ist der Freitag ausgebucht.

Für vier neue Eltern-Kind-Gruppen wäre jedoch reichlich Platz, denn sowohl an den Montagen (nachmittags) als auch mittwochs (Vor- und Nachmittag) und donnerstags (Vormittag) bleibt die Erdgeschosswohnung gegenüber vom Dom der-zeit leer. Dorthin zog der Verein vor einigen Jahren, als das Haus in der Feldstraße verkauft und der Elterninitiative gekündigt wurde.

Der Weisheit letzter Schluss ist der Standort für die aktuell Aktiven jedoch nicht. Die zentrale Lage finden sie toll und auch die großzügigen Räume, die in Einteilung und Einrichtung der vorherigen Bleibe ähneln. Die unansehnliche Fassade des alten Fachwerkhauses hat nach ihrer Meinung jedoch auf interessierte Eltern eine eher ab-schreckende Wirkung und der Gartenanteil ist nicht kindgerecht nutzbar. 'Im Sommer verlagern wir unsere Gruppentreffen dann in private Gärten. Das ist nicht der Sinn der Sache', sagt Schuznus, die daher neue, passendere Vereinsräume sucht.

Tochter Hanna (1) und ihre Spielfreunde Josefin, Gabriel, Jonas, Marlon, Lasse, Lenn, Ole und Enrico in der Dienstagsgruppe haben solche Sorgen nicht, sondern genießen das umfangreiche Angebot und das Treffen mit den Gleichaltrigen. Die Kleinen kennen sich quasi von Geburt an, denn ihre Mütter waren schon gemeinsam bei der Schwangerschaftsvorbereitung oder der Rückbildungsgymnastik.

'Sie fremdeln nicht, lernen voneinander und können bald auch allein spielen', freuen sich die Frauen, die zum Teil über die Gruppe außerdem weitere private Betreuungsmöglichkeiten auf gegenseitiger Basis aufbauen, um tageweise wieder arbeiten zu gehen oder einige kinderfreie Stunden genießen zu können.

Im Jubiläumsjahr hofft die Elterninitiative auf mehr Zulauf und will mit kleinen Werbeaktionen wie ein Sommerfest auf sich aufmerksam machen. 'Wir freuen uns über neue Mitglieder und über jede noch so kleine Geld- oder Sachspende für unseren Verein, der noch lange bestehen soll', sagt Bianca Schuznus.

Die Vorsitzende ist erreichbar unter Telefon 04231/671580 oder per Mail unter kontakt@villa-kunterbunt.de. Infos gibt es auch unter www.villa-kunterbuntonline.de.

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