Verden Elternschule an Aller-Weser-Klinik gegründet

Verden. In der Verdener Aller-Weser-Klinik gibt es jetzt eine Elternschule, in der werdende Mütter und Väter sich auf ihre neuen Aufgaben vorbereiten können. Zusätzlich sollen junge Familien begleitend betreut, informiert und mit Rat und Tat unterstützt werden.
30.04.2010, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriele Tetzner

Verden. Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr: Auf die schlagzeilenträchtigen Fälle von Vernachlässigung oder gar Tötung von Kindern wird seit geraumer Zeit bundesweit mit neuen Netzwerken und Einrichtungen reagiert. Auch in Verden hat sich jetzt eine Elternschule etabliert. In der Aller-Weser-Klinik am Burgberg sollen Mütter und Väter mit einem breiten Angebot in ihrer neuen Lebenssituation unterstützt werden.

Bei einer kleinen Einweihungsfeier wurde die Elternschule jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. 'Wir heißen nicht Elternschule, weil wir alles besser wissen, sondern wir wünschen uns eine Schule im besten Sinne: Mütter und Väter kommen aus Interesse, haben Fragen und wir suchen gemeinsam nach passenden Antworten oder Lösungen, die so verschiedenartig sein werden wie die Eltern selbst', beschreibt Ulrike Menzel, Initiatorin und Leiterin der Elternschule das Leitbild.

Die erfahrene Hebamme ist selbst Mutter von vier Söhnen und kennt sich daher bestens aus. Sie finde es völlig normal, dass Eltern unsicher seien, denn die neue Aufgabe sei zum einen mit einer maximalen Verantwortung verbunden, könne zum anderen aber vorher nicht realistisch geübt werden. Überhöhte Erwartungen an das Kind, den Partner und an sich selbst führten oft zu Stress und Enttäuschung, sagt Menzel.

Experten für Geburt und Familie

Die 42-Jährige und ihre Kursleiterinnen Kerstin Köhler, Carola Sibbel, Claudia Reiners, Katharina Sykes, Valentina Gross, Stephanie Kosmal, Gitte Köster und Heike Schmidt sind überzeugt davon, dass grundsätzlich alle Eltern in der Lage sind, Experten für Geburt und Familie zu werden. Dafür hat man eine kompetente Anlaufstelle mit individuellen Kursangeboten geschaffen. Diese sind zwar nicht alle neu erfunden worden, ihre Bündelung über die Einrichtung der Elternschule kann aber bereits eine Hilfestellung bei der Suche nach Unterstützung sein.

Wer also mit einer geplanten oder über-raschenden Schwangerschaft konfrontiert ist, findet im dritten Obergeschoss der Aller-Weser-Klinik Ansprechpartnerinnen, die unter anderem über die dort stattfindenden Kreißsaalführungen, Kurse für Geburtsvorbereitung, Schwangerenyoga, Rückbildungs- und Beckenbodengymnastik, Babymassage und Erste Hilfe am Kleinstkind informieren. Für die bis zu 400 Frauen, die pro Jahr in Verden entbinden, stehen im Drei-Schicht-System Hebammen und Kinderkrankenschwestern parat, die die frisch Entbundenen beim Stillen und der Pflege der Neugeborenen anleiten. Die gleiche Hilfe plus häuslicher Wochenbettpflege gibt es bei ambulanten Geburten oder für Frauen, die eine Hausgeburt vorziehen. Drei Belegärzte stehen im Verdener Krankenhaus für Geburten mit normalem Risiko zur Verfügung - wenn es kritisch wird, arbeitet die Klinik eng mit dem Diakoniekrankenhaus in Rotenburg oder dem Bremer Klinikum 'Links der Weser' zusammen.

Ist der Geburtsstress überstanden, beginnt für viele Familien eine neue und oft erst einmal sehr anstrengende Lebensform, mit der sie nicht allein gelassen werden sollen. Themenabende wie 'Auf dem Weg zur kompetenten Familie' oder 'Wie geht es uns mit dem veränderten Leben?' sollen zeigen, dass man nicht als Vater oder Mutter geboren wird, sondern die Bewältigung dieser Aufgaben lernen muss und kann - und mit den Problemen keineswegs allein dasteht.

Dabei helfen soll auch das von Ulrike Menzel betreute Elterncafé, in dem frischgebackene Eltern sich austauschen und ihr Befinden reflektieren, etwas über die Entwicklung ihrer Sprösslinge erfahren oder Spiel- und Beschäftigungsangebote kennenlernen können.

Beim Aufbau von dauerhaft stabilen Familienstrukturen, die von Anfang an auf Schutz und Hilfe zurückgreifen können sollen, setzt die Elternschule außerdem auf die Zusammenarbeit mit Netzwerkpart-nern vor Ort wie Gynäkologen, Hebammen, Pädiatern, Entwickungstherapeu-ten, Kindertagesstätten und -gärten, dem Caritasverband oder dem Jugend- und Sozialamt. Diese Partner möchten Ulrike Menzel und ihr Team auch mit Vorträgen über Erziehungs- und Gesundheitsthemen ins Beratungssystem einbinden. Geplant ist ferner ein Ausbau des Kursangebotes für sehr junge Mütter, die man schon möglichst früh während der Schwangerschaft begleiten möchte.

Weitere Informationen und Auskünfte gibt es in der Elternschule unter der Rufnummer 04231/1037503, wo Ulrike Menzel wochentags von 9 bis 11.30 Uhr erreichbar ist.

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