Kosmologischer Vortrag der AVL von Peter Kreuzberg fasst Stand der Wissenschaft zusammen Entstand das Leben im Weltall?

Lilienthal. Es begann mit einem Gepiepe und wurde zu einer jetzt schon über 50 Jahre währenden Leidenschaft. Daran lässt Peter Kreuzberg, der Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung Lilienthal (AVL), gern auch andere teilhaben. Am morgigen Donnerstag lädt er wieder einmal zu einem Vortrag ein. Diesmal geht es um "Die Spur des Lebens".
26.01.2011, 05:00
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Von johannes kessels

Lilienthal. Es begann mit einem Gepiepe und wurde zu einer jetzt schon über 50 Jahre währenden Leidenschaft. Daran lässt Peter Kreuzberg, der Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung Lilienthal (AVL), gern auch andere teilhaben. Am morgigen Donnerstag lädt er wieder einmal zu einem Vortrag ein. Diesmal geht es um "Die Spur des Lebens".

Eigentlich ist Peter Kreuzberg Industriekaufmann von Beruf. Aber schon 1970 gelangte er auf dem zweiten Bildungsweg als Programmierer in die Softwarebranche. "Damals gab es noch gar keine PC's", erinnerte er sich. Die Computer waren Großrechenanlagen im Schrankformat und wurden mit Lochkarten gefüttert. Bildschirme besaßen sie nicht, wohl aber eine Tastatur. Die konnten sie auch selbst bedienen, wenn sie dem Programmierer antworteten - ähnlich wie die damaligen Fernschreiber.

Aber nicht nur Programmierung fand Peter Kreuzberg schon damals interessant, auch Astronomie war bereits ein Hobby von ihm. Infiziert hat er sich 1957 als zwölfjähriger Junge.

"Da habe ich vor unserer Musiktruhe gesessen und fasziniert einem Piepton zugehört", erinnert er sich. Das Piepen stammte von Sputnik, der ersten Raumsonde, von der Sowjetunion ins All geschickt. "Die Sowjets wollten den USA zeigen, wo's langgeht", meint Kreuzberg. Damals habe es geheißen: "Wer das All beherrscht, beherrscht die Welt."

Von Comics zu Perry Rhodan

Weiter ging es mit Science-Fiction-Romanen, zunächst als Comic. "Nick, der Weltraumfahrer" hieß die Serie, später verlegte sich Peter Kreuzberg auf Perry Rhodan, fand aber an diesen doch recht klischeehaften Heften bald keinen Gefallen mehr. Aber Science Fiction liest er heute noch. Die Romane seien viel wissenschaftlicher als früher, sie befassten sich auch damit, wie sich die menschliche Gesellschaft entwickelt, hat er festgestellt. "Man kann ja auch niemand mehr damit kommen, dass auf dem Mars kleine grüne Männchen leben und auf der Venus Dinosaurier."

Zu Science-Fiction kamen Fachbücher hinzu, und als 1998 von der Erde aus lange Zeit der Komet Hale-Bop zu sehen war, dachte Kreuzberg sich, dass es nun an der Zeit wäre, sich ein Fernrohr zuzulegen. Damit kam er aber nicht zurecht, wie er freimütig zugibt. "Das Ding wackelte vor sich hin und ließ sich nicht richtig einstellen." Seitdem weiß er, dass Billigfernrohre keine lohnende Investition sind. Also wurde er erst mal Mitglied der bremischen Olbers-Gesellschaft und besuchte einen Astronomiekurs an der Volkshochschule über Himmelsmechanik.

Das ist die Kunst, Sterne am Himmel zu orten mit Deklination (Höhe über dem Horizont), Rektazension (seitliche Ausdehnung) und viel Rechnerei. Es folgten Vorträge im Bremer Planetarium, zunächst noch mit Diaprojektor, später mit Beamer, und irgendwann wechselte Peter Kreuzberg zur AVL, der er seit 2005 vorsteht.

Sein Spezialgebiet ist Kosmologie, also die Entwicklungsgeschichte des Weltalls: Was geschah genau beim Urknall und danach, wie entstehen Sterne? An "kosmische Kräfte" glaubt er nicht. "Das ist reine Esoterik, es gibt kosmische Strahlung", sagt er. Aber diese kosmische Strahlung sei ganz und gar nicht geheimnisvoll, sondern elektromagnetisch. Aber auch an Stellen im Weltall, wo es keine Sterne gibt, die vermittels ihrer Atomfusionen elektromagnetische Strahlen aussenden, ist Strahlung messbar. Das ist die Hintergrundstrahlung, die aus der Zeit des Urknalls stammt und nicht richtungsgebunden ist.

Die Suche nach der Entstehung des Lebens treibe wohl alle Menschen um, meint Peter Kreuzberg. In seinem Vortrag wird er den Stand der Wissenschaft zusammenfassen und sich dabei auf die Moleküle als Bausteine des Lebens konzentrieren. "Niemand weiß genau, was Leben ist", sagt er: Der Übergang von unbelebter zu belebter Materie sei noch immer unerforscht. Es müsse aber einen Übergang gegeben haben, denn sonst hätte sich keine belebte Materie entwickeln können.

Die Frage sei, wo dieser Übergang stattgefunden habe - auf der Erde oder schon im Weltall? Schon im Weltall könnten komplexe Moleküle entstanden sein, und die könnten kurz nach dem Urknall mit Meteoriten auf die Erde gelangt sein und dort die Entstehung von Leben, wenn nicht ausgelöst, so doch zumindest gefördert haben.

Der Vortrag "Die Spur des Lebens" findet statt am Donnerstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im Schroetersaal von Murkens Hof in der Klosterstraße 25. Der Eintritt ist frei.

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