Nach Randale im Fußballstadion Ermittler vernehmen Zeugen

Osterholz-Scharmbeck. Beim Oberliga-Fußballspiel zwischen dem VSK und Eintracht Braunschweig II ist es am 7. November 2009 im Waldstadion zu Auseinandersetzung zwischen Randalierern und der Polizei gekommen. Eine Ermittlungsgruppe unter der Federführung der Bundespolizei beschäftigt sich nun mit den Ausschreitungen im Stadion. Zwei Polizeibeamte aus Braunschweig sind vor Ort und sprechen mit Augenzeugen und Geschädigten aus der Region.
11.02.2010, 04:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Valek

Osterholz-Scharmbeck. Beim Oberliga-Fußballspiel zwischen dem VSK und Eintracht Braunschweig II ist es am 7. November 2009 im Waldstadion zu Auseinandersetzung zwischen Randalierern und der Polizei gekommen. Eine Ermittlungsgruppe unter der Federführung der Bundespolizei beschäftigt sich nun mit den Ausschreitungen im Stadion. Zwei Polizeibeamte aus Braunschweig sind vor Ort und sprechen mit Augenzeugen und Geschädigten aus der Region.

Die Oberkommissare Dirk Drewes und Hermann Brandes stapfen durch den Schnee im Waldstadion. Sie bleiben immer wieder stehen, machen Fotos und mustern den Tatort. Anhand von Bildern, Stadionplan und Zeugenaussagen versuchen sie, die Ereignisse zu rekonstruieren. Vor drei Monaten kam es im Spielverlauf zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen etwa 20 Braunschweiger Gästen und Polizeikräften. Ein verstärktes Aufgebot der Polizei konnte die Übergriffe mit Mühe unterbinden. Entsprechend der Deeskalationstaktik wurden die Gäste unter Polizeigeleit in eine Regionalbahn Richtung Bremen verfrachtet. Dort kam es dann zu weiteren Übergriffen der Braunschweiger.

Drei Tage sind die Ermittler in der Region unterwegs. Sie führen etwa 15 Nachgespräche mit Augenzeugen und Gewaltopfern. Zeitgleich arbeiten Kollegen aus der Ermittlungsgruppe in Bremen am Fall. 'Wir wollen uns einfach ein Bild vom Ort machen', sagt Drewes. Die Beamten ermitteln unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung, heißt es. Nach einem brutalen Zugüberfall auf heimkehrende Hannover 96-Anhänger in Weddel nahe Braunschweig, der sich ebenfalls am 7. November zutrug, sowie nach Hausdurchsuchungen wurde die fünfköpfige Ermittlungsgruppe im Dezember 2009 eingerichtet. Alle Ermittler seien 'szenekundige Beamte' aus dem Sachbereich 'Fußball', versicherte Drewes.

Unter anderem gilt es zu klären, ob Tatbeteiligte der Stadion-Randale auch am nachfolgenden brutalen Hooligan-Überfall auf den Fan-Zug in Weddel beteiligt waren. 'Es ist einfach eine besondere Art von Gewalt eingetreten', so Drewes zur Gründung des Ermittler-Quintetts. Auch unbeteiligte Zuggäste wurden damals verletzt; einige erlitten ein Trauma. In den kommenden Tagen werden die Polizeibeamten ihre neuen Erkenntnisse in Braunschweig zusammentragen. Die Ermittler bitten Augenzeugen der Stadion-Randale, sich unter der Telefonnummer 0531/4763386 zu melden. 'Auch kleine Beobachtungen können hilfreich sein', so Oberkommissar Drewes.

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