Ehemaliges Bundeswehrgebäude in Achim Erst wird aufgeräumt, dann vermarktet

Achim. Aus dem Jahr 2004 stammt die Idee von Manfred Huhs, das verlassene ehemalige Bundeswehrgelände in Achim mit Nutzungen unterschiedlichster Art wieder ins Stadtbild zu integrieren. Bis zur Umsetzung dieser Idee sind fünf Jahre vergangen.
05.01.2010, 02:51
Lesedauer: 3 Min
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Erst wird aufgeräumt, dann vermarktet
Von Ralf Michel

Achim. Aus dem Jahr 2004 stammt die Idee von Manfred Huhs, das verlassene ehemalige Bundeswehrgelände in Achim mit Nutzungen unterschiedlichster Art wieder ins Stadtbild zu integrieren. Bis zur Umsetzung dieser Idee sind fünf Jahre vergangen. Keine einfache Zeit für Huhs. Ein zähes Ringen war es, mit Bund, Stadt und Naturschutzverbänden, geprägt von Verzögerungen und Rückschlägen. Doch all dies ist Geschichte. '2009 war das Jahr des Durchbruchs', resümiert ein sichtlich zufriedener Projektplaner. 'Das Jahr, in dem alle Ampeln auf Grün umschalteten.'

Die entscheidende Ampel sprang am 26. März um, als der Stadtrat nach 'jahrelangen Kämpfen' (Huhs) den Bebauungsplänen für die Verwertung des Geländes zustimmte. Seit dem 1. April ist die 'Achimer Stadtwald' Eigentümerin der Flächen. Geschäftsführer dieser Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft sind Manfred Huhs und Mark Hundsdörfer.

Für das eigentliche, 37 Hektar große Kasernengelände ist seither das große Aufräumen angesagt. Gas, Wasser, Strom, Telefon - 'wird alles komplett erneuert', erklärt Manfred Huhs. Die alten Leitungen verlaufen kreuz und quer über das gesamte Gelände. 'Die Bundeswehr musste da ja auf nichts Rücksicht nehmen.' Heute müssen diese Versorgungsleitungen allesamt im öffentlichen Raum untergebracht werden, in der Regel im Straßenbereich. 'Wir werden jeweils rund drei Kilometer neue Leitungen für Gas, Trinkwasser und Strom verlegen', umreißt Huhs den Umfang dieser Arbeiten.

Begonnen wurde auch schon mit dem Abriss von 30 Gebäuden, etwa zwei Drittel des ehemaligen Immobilienbestandes. Marode und/oder nicht mehr zeitgemäß, lautet das Urteil. Hinzu kommen einige 10000 Quadratmeter Beton- und Asphaltflächen, die aufgebrochen und entsorgt werden müssen. Nicht zu vergessen das verseuchte Gelände in einigen Teilbereichen . 'Alte Ölbestände, die wir beseitigen müssen. Ist alles in Sanierungsverträgen festgelegt.'

Bis all diese Arbeiten erledigt sind, wird ein weiteres Jahr vergehen, schätzt Manfred Huhs. So lange wird es dort keine neue Bautätigkeit geben. 'Anfragen haben wir, aber die lehnen wir höflich ab. Dafür ist die Baustelle einfach zu groß.' Für die Entwicklung und Vermarktung des gesamten Geländes gebe es einen Ablaufplan und den werde man mit großer Sturheit durchziehen, betont Huhs. 'So haben wir einen großen Bauzaun. Sonst müssten wir 30 Grundstücke abzäunen und das will ich nicht!' Ausnahmen sind das geplante neue Sportzentrum des TSV Uesen - hierbei fungiert die 'Achimer Stadtwald' selbst als Bauherr - sowie die Freie Schule, die ein bestehendes Gebäude beziehen wird, dort allerdings auch erst frühestens Ende 2010 den Schulbetrieb wird aufnehmen können.

Dass sich die 'Achimer Stadtwald' diese Sturheit bei der Vermarktung der Flächen leisten kann, liegt an einem anderen Teil des Konzeptes, für das es in diesem Jahr grünes Licht vom Stadtrat gab. 'Wir haben immer gesagt, die Kaserne allein geht nicht, wir brauchen auch Randbereiche zur schnellen Vermarktung', erklärt Manfred Huhs. Gemeint sind damit die Bereiche 'Schneiderburg' - zwei Hektar, auf denen ein Seniorenpflegeheim, ein Lidl-Markt und Eigentumswohnungen entstehen - und weitere 2,5 Hektar 'Am Turnplatz', ein Baugebiet für rund 40 Einfamilienhäuser. 'Mit dem Verkauf dieser Flächen finanzieren wir die Aufräumarbeiten im Kasernengelände. Dadurch sind wir in der glücklichen Lage, nicht jetzt schon verzweifelt nach Nutzern suchen zu müssen.'

Später soll es dann im ehemaligen Kasernengelände neben Sportzentrum und Freier Schule unterschiedliche Formen von Gewerbe und Wohnen geben. Huhs ist zuversichtlich, 'in fünf bis sechs Jahren den größten Teil der Fläche einer neuen Nutzung zugeführt zu haben'. Eine wichtige Baumaßnahme dafür wird 2010 der Bau einer Zufahrtsrampe von der L 156 aus sein, für den die Stadt Achim verantwortlich zeichnet.

Ebenfalls zum Deal zwischen Stadt und Erschließungsgesellschaft gehört der rund 60 Hektar große Stadtwald, der in den Besitz der Stadt übergehen wird. 'Formell sind wir noch Eigentümer, aber alle Rechte wurden schon auf die Stadt übertragen', erläutert Huhs. Und wenn derzeit am Wittkoppenberg sechs Hektar Buchen- und Eichenwald gepflanzt werden, dann hat auch dies mit dem ehemaligen Bundeswehrgelände zu tun. Es handelt sich dabei um einen Teil der Ersatzpflanzungen für die Bäume, die den Bauprojekten an der Schneiderburg, 'Am Turnplatz' und im Kasernengelände selbst weichen mussten. 'Es geht endlich voran, so macht das Spaß', freut sich Manfred Huhs und zieht ein rundum positives Fazit für 2009. 'Wir sind zufrieden mit diesem Jahr. Absolut zufrieden!'

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