Projekt startet 2010 Erste Babyklappe bald in Rotenburg

Rotenburg. Seit gestern ist es amtlich, die Stadt Rotenburg bekommt ihre erste Babyklappe. Das hat die Leitung des Rotenburger Diakoniekrankenhauses um Michael Schwekendiek entschieden. Das Projekt soll im ersten Halbjahr 2010 realisiert werden und kostet 30000 bis 40000 Euro. Die Babyklappe soll bei der Rotenburger Kinderklinik eingerichtet werden.
07.01.2010, 18:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Erste Babyklappe bald in Rotenburg
Von Lars Köppler

Rotenburg. Seit gestern ist es amtlich, die Stadt Rotenburg bekommt ihre erste Babyklappe. Das hat die Leitung des Rotenburger Diakoniekrankenhauses um Michael Schwekendiek entschieden. Das Projekt soll im ersten Halbjahr 2010 realisiert werden und kostet 30000 bis 40000 Euro. Die Babyklappe soll bei der Rotenburger Kinderklinik eingerichtet werden.

Damit hat sich auch der Mut von neun Frauen ausgezahlt, die das Projekt initiiert hatten. Im vergangenen Herbst stellte die Gruppe um Bente Fitschen der Klinikleitung des 800-Betten-Hauses ihre Idee vor. Das Babykörbchen bekommt seinen Platz im Eingangsbereich der Klinik für Kinder und Jugendliche, damit eine schnelle und fachgerechte Hilfe möglich ist. Legt eine Mutter ihr neugeborenes Kind im Wärmebettchen ab, wird beim Schließen der Klappe automatisch ein Alarm aktiviert. 'So können sich die Ärzte und das 24 Stunden präsente Pflegepersonal sofort um den kleinen Menschen kümmern', sagt Barbara Gaida, Oberärztin im größten konfessionellen Krankenhaus Norddeutschlands.

Die Mutter könne bei der Abgabe ihres Kindes ein Faltblatt mitnehmen, das im Babybett liegt. Auf diesem Papier gebe es weitere Hilfs- und Kontaktmöglichkeiten, ergänzt Michael Schwekendiek, Geschäftsführer des 2100-Mitarbeiter zählenden Diakoniekrankenhauses. Die Babyklappe werde so platziert, dass die Anonymität der Mutter gewährleistet ist. Die Funktionalität wird durch tägliche Kontrollen des Personals der Kinderklinik gesichert. Erklärtes Ziel ist, das Projekt Babyklappe in ein Netzwerk einzubetten, in das Beratungsstellen, Hebammen, Kirchen und Behörden integriert sind. 'Das müssen wir in Rotenburg noch aufbauen. Wir haben aber die Infrastruktur, die das zulässt', sagte Mechthild Ross-Luttmann, die wie Landesbischöfin Margot Käßmann eine Befürworterin von Babyklappen ist. 'Babykörbchen retten Leben. Jedes kleine Menschenleben rechtfertigt dieses Angebot', argumentiert Niedersachsens Sozialministerin - auch mit Zahlen: 'Allein in Niedersachsen sind in den vergangenen beiden Jahren zehn Säuglinge gerettet worden.' Bundesweit seien bis 2007 in rund 85 Babykörben insgesamt 141 Kinder abgegeben worden.

Der Deutsche Ethikrat hatte sich zuvor gegen die anonyme Abgabe von Säuglingen ausgesprochen, weil diese das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft verletze.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+