Mobiles Team Am Borgfelder Saatland Freiwilliger Coronatest in der Grundschule

In der Grundschule Am Borgfelder Saatland haben sich am Mittwoch Schüler und Lehrer freiwillig auf Covid-19 testen lassen. Die Bildungsbehörde will so den Schulbetrieb sicherer machen.
13.01.2021, 20:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Freiwilliger Coronatest in der Grundschule
Von Antje Stürmann

Borgfeld. In der Grundschule Am Borgfelder Saatland haben sich am Mittwoch Schüler und Lehrer auf das Coronavirus testen lassen. Angemeldet hatten sich nach Angaben der Schulleiterin über 100 Schüler und mehr als 20 Lehrer. Wie viele von ihnen erschienen sind, ist noch nicht klar. Die Testergebnisse sollen ab Donnerstagabend vorliegen. Die Schulbehörde wolle sich dazu allerdings erst in der kommenden Woche äußern, sagt Sprecherin Annette Kemp.

Mit den flächendeckenden Tests will die Schulbehörde nach eigenen Angaben sicherstellen, dass „keine große Anzahl an Personen infiziert aus den Ferien in die Schule zurückkommt“. Die Schulen könnten darüber hinaus einen Überblick über das Infektionsgeschehen in ihren Häusern bekommen. Nicht zuletzt sollen die Ergebnisse dazu führen, dass bei Bedarf Maßnahmen ergriffen werden, mit denen die Pandemie eingedämmt wird. In Bremen erhalten insgesamt 73.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 11.200 Beschäftigte im Schuldienst die Möglichkeit, sich freiwillig testen zu lassen.

In dieser Woche sind die mobilen Teams des Düsseldorfer Labor-Unternehmens Zotz Klimas in den 78 Bremer Grundschulen unterwegs. Die Rachenabstriche führen mindestens zwei geschulte Mitarbeiter durch. Am Borgfelder Saatland waren das der gelernte Altenpfleger Andreas Feine und die examinierte Krankenschwester Andrea Krause. Fünf Stunden waren sie vor Ort. Andrea Krauses Erfahrungen aus anderen Grundschulen: „Hier in Bremen gibt es unheimlich viele Anmeldungen, aber am Ende kommen nicht viele zum Test.“

Die Entnahme der Proben lief in Borgfeld wie am Schnürchen. Vor dem Raum, in dem Andreas Feine und Andrea Krause in Schutzanzügen, mit Masken und Gummihandschuhen Abstriche machten und die Probenröhrchen kennzeichneten, dokumentierten zwei Mitarbeiterinnen der Schule, wer von den Angemeldeten bereits da war. Auf ihren beiden Tischen lagerten insgesamt neun Stapel verschiedener Listen. „Die persönlichen Daten haben wir schon vorab erfasst“, erklärte Schulleiterin Kerstin Kinner. Den zusätzlichen organisatorischen Aufwand nimmt sie in Kauf: „Alles, was dazu beitragen könnte, dass sich die Situation bessert, mache ich gerne.“ Kinner ist froh, wenn „wir nach dem Test auf der sicheren Seite sind und reagieren können, sollte es Coronafälle geben“. Im Moment, sagt sie, „wissen wir gar nichts“. Infizierte ohne Symptome könnten an der Schule täglich ein- und ausgehen, ohne dass davon jemand etwas mitbekommt. Leider sei die Zeitspanne kurz, in der die gewonnenen Informationen von Nutzen sind. „Es werden ja nicht alle Kinder getestet, und die Ergebnisse spiegeln nur den Stand der Dinge desselben Tages wider.“ Termine für Folgetests, sagt Kinner, seien ihr nicht bekannt. „Schade“, findet die Schulleiterin, „ab nächster Woche wissen wir wieder nicht mehr, ob es versteckte Infektionen gibt.“ Um mehr Klarheit und Sicherheit für die Lehrkräfte, Mitarbeiter und Schüler zu bekommen, müsste man regelmäßig testen. Doch das, befürchtet Kinner, könnte für die Kinder zur Zumutung werden.

Als problematisch empfindet Kinner, dass die Tests freiwillig sind. Das sei nicht zielführend. Nur die Hälfte der insgesamt 215 Schüler und etwas mehr als die Hälfte der Kollegen habe Interesse gezeigt. „Einige Kollegen arbeiten nicht vor Ort, andere sind krank gemeldet, wieder andere haben frei.“ Ähnlich sei es bei den Schülern, von denen in dieser Woche nur 70 Prozent anwesend seien. Schülern im Homeschooling sei es mitunter nicht möglich, für einen Test in die Schule zu kommen. Warum das aber wichtig wäre, weiß die zehnjährige Leni Maas: „Ich habe mich testen lassen, weil ich finde, dass es rücksichtsvoll anderen gegenüber ist.“ Angenehm sei so ein Test nicht. „Aber man kann es machen.“ Es sei cool, wenn man guten Gewissens in die Schule gehen und näher bei den Mitschülern sein könne. Auch ihre Klassenlehrerin Jessica Diedrich befürwortet die Tests, hätte sich aber einen Termin noch in den Ferien gewünscht. An diesem Sonnabend macht das mobile Team in der Grundschule Borgfeld Halt. Kerstin Kinner: „Ich fände toll, wenn sich dort mehr testen lassen als bei uns.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+