SPD-Hagen verabschiedet Resolution "Esenshamm für immer abschalten"

Hagen. "Das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) für immer abschalten, das atomare Zwischenlager auflösen und die Gebäude abbrechen und entsorgen": Diese Resolution wurde auf Antrag der SPD-Fraktion jetzt im Samtgemeinderat Hagen verabschiedet.
31.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Luise Bär

Hagen. "Das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) für immer abschalten, das atomare Zwischenlager auflösen und die Gebäude abbrechen und entsorgen": Diese Resolution wurde auf Antrag der SPD-Fraktion jetzt im Samtgemeinderat Hagen verabschiedet.

Nach dem Ausbruch der Atomkatastrophe in Fukushima in Japan mit den teilweise außer Kontrolle geratenen Kernreaktoren ließ die Bundesregierung die ältesten Atomkraftwerke (AKW) vom Netz nehmen, darunter auch das Kernkraftwerk bei Esenshamm.

Es sei der richtige Schritt, dieses AKW für immer still zu legen und damit die Umweltgefährdung durch gefährliche Strahlung auf Null zu minimieren, heißt es in dem SPD-Antrag. Gleichzeitig müssten die dort bereits eingelagerten atomaren Abfälle entsorgt und das Gebäude fachgerecht abgerissen werden.

"Wir wollen ein Zeichen für die zuständigen Politiker setzen und stimmen der Resolution zu", erklärte Udo Almers, Gruppensprecher der CDU/Hüllen-Fraktion.

"Das Restrisiko hat ein anderes Gewicht bekommen", sagte Heiner Schöne (Wählergemeinschaft) und forderte, dass die Politik weitere Schritte einleiten solle, um alle Kernkraftwerke abzuschalten.

In der Bürgerfragestunde, die diesem Tagesordungspunkt voraus ging, kamen weitere Anregungen. "Lassen Sie der Resolution Taten folgen", schlug Andreas Obermair vor, dass die Samtgemeinde Hagen die zwei Bürgerinitiativen in der Wesermarsch unterstützen solle. Seit sechs Jahren laufe ein Gerichtsverfahren gegen den Betrieb des Zwischenlagers und ein weiteres Verfahren zum Widerruf der Betriebsgenehmigung des Kernkraftwerkes. An die SPD-Fraktion gerichtet war die weitere Frage, ob deren Position um die Ansiedlung der Firma Dekonta vergessen sei.

Zur Erinnerung: Im Frühsommer 2008 gab es massive Bürgerproteste in Hagen, als sich im Sandstedter Gewerbegebiet an der Autobahn ein Dekontaminationsbetrieb, nämlich die Eon-Tochterfirma Dekonta für radioaktiv belastete Materialien aus Kernkraftwerken ansiedeln wollte. Das Vorhaben wurde mehrheitlich von Politik und Verwaltung unterstützt. Die Firma machte einen Rückzieher und verblieb an ihrem Standort im Kernkraftwerk Unterweser.

Matthias Brümmer (SPD) und Samtgemeindebürgermeisterin Susanne Puvogel betonten, dass es bei der seinerzeit befürworteten Dekonta-Ansiedlung um "Rückbau" und "Ausstieg aus der Atomkraft" ging.

Brunhild Ritzenhoff fragte nach einem Katastrophenschutzplan und schlug vor, die Unterlagen durchzuarbeiten und der Bevölkerung dazu wichtige Punkte mit zu teilen. Für den Katastrophenschutz sei der Landkreis zuständig, erklärte Puvogel. Zur Zeit werde der Stab neu aufgebaut.

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