Juniorwahl mit Rekordbeteiligung / SPD gewinnt an den Berufsschulen und die CDU im Wahlkreis 34

Etablierte Parteien punkten bei der Jugend

Landkreis Osterholz. In den Wochen vor der Bundestagswahl standen vielerorts auch dieses Mal wieder die Jung- und Erstwähler im Fokus, die traditionell häufiger der Anstimmung fernbleiben als Ältere. In Niedersachsen waren vor vier Jahren 64,9 Prozent zur Wahl gegangen, wie eine repräsentative Hochrechnung des Bundeswahlleiters ergab.
25.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Etablierte Parteien punkten bei der Jugend
Von Bernhard Komesker

In den Wochen vor der Bundestagswahl standen vielerorts auch dieses Mal wieder die Jung- und Erstwähler im Fokus, die traditionell häufiger der Anstimmung fernbleiben als Ältere. In Niedersachsen waren vor vier Jahren 64,9 Prozent zur Wahl gegangen, wie eine repräsentative Hochrechnung des Bundeswahlleiters ergab. Das sind 8,4 Prozent weniger als der Landesdurchschnitt. Zahlen zur Erstwähler-Beteiligung bei der diesjährigen Bundestagswahl sollen ab Dezember vorliegen.

An acht Schulen im Kreisgebiet hatte es daher im Vorfeld jetzt etliche Aktionen zur Wahlvorbereitung gegeben, darunter Projekte wie Juniorwahl oder U18-Wahl (wir berichteten). Die Berufsbildenden Schulen (BBS) hatten nach entsprechender Vorbereitung im Politikunterricht Stimmzettel an 612 ihrer 2300 Schüler ausgegeben. Von diesen Wahlberechtigten gingen 567 oder 92,6 Prozent zur Wahl – nach Angaben von Politiklehrer Jürgen Grimm wurde damit das Rekordergebnis von der Landtagswahl im Januar 2013 noch einmal überboten.

Dass die SPD-Kandidatin Christina Jantz bei den Berufsschülern als Erst- und Zweitstimmen-Siegerin abschnitt, sei bemerkenswert, sagte Jürgen Grimm nach der Auszählung. Die junge Generation bevorzuge sonst eher nicht etablierte Parteien, erklärte der Lehrer. Weniger überraschend finde er es, dass die Piraten bei den Zweitstimmen unter den BBS-Juniorwählern der CDU am Ende den Rang abliefen. Die hohe Zahl an NPD-Sympathisanten wiederum sei zumindest leicht rückläufig, so Grimm, der das Ergebnis auf der Schul-Homepage veröffentlicht hat.

In Erinnerung bleibt dem Lehrer die Debatte in einer Abiturienten-Klasse, wo ein Schüler trotz großer Politikverdrossenheit am Ende doch davon überzeugt werden konnte, die eigene Stimme zumindest abzugeben und sie ungültig zu machen. Grimm: „Auf die Beteiligung am demokratischen Prozess kommt es doch an.“

Am Gymnasium in der Kreisstadt lief die Juniorwahl unterdessen in diesem Jahr zum ersten Mal. Die Schüler der neunten Klassen sowie der Politikkurse im elften Jahrgang waren zur Stimmabgabe aufgerufen worden. Vorab hatte es geheißen: „Es wird vermutet, dass das Wahlergebnis der Juniorwahl stark von dem der Bundestagswahl abweichen wird.“ Tatsächlich aber war unter allen teilnehmenden Schulen im Wahlkreis 34 der CDU-Kandidat Andreas Mattfeldt am Ende Erststimmensieger mit 32,8 Prozent – die Union wurde bundesweit bei der Juniorwahl auch stärkste Kraft. Niedersachsen stellte mit 145749 Schülern ein gutes Viertel aller Juniorwahl-Teilnehmer

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+