NABU und Kreisjägerschaft zur Situation der Wildtiere Eulen leiden besonders unter dem Winter

Achim. Die Schleiereule, der Steinkauz und Greifvögel jeglicher Art, leiden ganz besonders unter dem strengen Winter. Ihre bevorzugte Nahrung sind kleine Mäuse, die aber derzeit blitzschnell unter einer Schneedecke verschwunden sind, um sich hier ein sicheres Schlupfloch zu suchen.
05.02.2010, 17:33
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Eulen leiden besonders unter dem Winter
Von Uwe Dammann

Achim. Die Schleiereule, der Steinkauz und Greifvögel jeglicher Art, leiden ganz besonders unter dem strengen Winter. Ihre bevorzugte Nahrung sind kleine Mäuse, die aber derzeit blitzschnell unter einer Schneedecke verschwunden sind, um sich hier ein sicheres Schlupfloch zu suchen. 'Bei den Eulenarten rechnen wir nach diesem Winter deshalb mit starken Einbußen', sagt Jürgen Muthke vom NABU (Naturschutzbund) Achim.

Der NABU-Achim hat auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung die Situation der Wildtiere in Feld und Flur, aber auch der Gartenvögel in diesem langen Winter erörtert. 'Wir wollen nichts dramatisieren. Aber diese lange Frostperiode zehrt schon sehr an den Kräften der Tiere', sagt Muthke. Viele alte und kranke Tiere werden diesen Winter nicht überleben, glaubt er, 'das ist die natürliche Auslese'.

'Es ist Winter, es ist keine Katastrophe', bestätigt auch Kreisjägermeister Hilmer Kruse. Die Jägerschaft habe in den vergangenen Wochen mehrfach darüber diskutiert, ob man nicht offiziell 'eine Notzeit für Wild' ausrufen müsse, wie das derzeit im Kreis Goslar geschehen ist. Die Ausrufung von Notzeiten für Wildtiere ist im Niedersächsischen Jagdgesetz geregelt. Wenn das Wild wegen äußerer Umstände an Futtermangel leide, könne die Notzeit ausgerufen werden. In diesen Kreisen sei dann ab sofort die Jagd verboten. 'Dazu haben wir allerdings noch keinen Anlass gesehen', sagt Kruse. Zumal die Eichen- und Kastanienbäume im vorigen Herbst reichlich Früchte getragen haben, die von den Tieren nun genutzt werden können. 'Unter einer großen Eiche finden an die 300 bis 400 Kilo Eicheln. Mit einem bisschen Kratzen kommen die Tiere da noch problemlos herran', sagt Kruse. An bestimmten Plätzen füttern die Jäger aber dennoch dazu. An diesen Futterplätzen werden Getreidekörner und Spreu gestreut, die bevorzugt von Fasanen und Rebhühner genutzt werden.

Das Rehwild kommt dagegen bisher gut durch den Winter, betonen Kruse und Muthke übereinstimmend. Die Tiere würden derzeit ohnehin den eigenen Stoffwechsel stark zurückfahren und hätten sich im Herbst eine Fettschicht angefressen, von der sie heute noch zehren.

Eine Fettschicht und ein 'hauseigenes' Depot haben sich auch die Eichhörnchen angelegt. Die putzigen Tierchen kommen nun wieder langsam zum Vorschein und können auf dem Schnee besonders gut beobachtet werden. 'Die suchen in diesen Tagen ihre Verstecke auf, in denen sie im Herbst die Eicheln oder Nüsse deponiert haben', sagt Jürgen Muthke. Manchmal 'vergessen' die Eichhörnchen aber auch ihre Depots. Dort sprießen im nächsten Frühjahr junge Eichen aus dem Boden. 'So sorgen die Tiere indirekt für die Ausbreitung eines artenreichen Waldes', sagt der NABU-Experte.

Gut beobachten lassen sich auch die vielen kleinen Singvögel an den Futterstellen im heimischen Garten. Ein Grund dafür, dass der NABU die Einrichtung dieser Futterstellen befürwortet. 'Die Fütterung im eigenen Garten ermöglicht für manche einen ersten direkten Zugang zur Natur', sagt Muthke.

Zurzeit lassen sich in Achim Wildvögel gut beobachten. An der Weser im Bereich des Streek, aber auch bei Uphusen rasten Graugänse, Singschwäne oder Kraniche. 'In der vorigen Woche habe ich dort über 1000 Vögel gezählt', sagt Muthke.

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