Syke

Ewe-Tel reagiert auf Kunden-Beschwerden

Syke. Jahrelang wandelten die Syker im Schneckentempo über die weltweite Datenautobahn. Dank des Telekommunikationsunternehmens Ewe-Tel wird nun auch in den unterversorgten Ortsteilen der Breitbandausbau vorangetrieben.
06.05.2010, 00:22
Lesedauer: 3 Min
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Ewe-Tel reagiert auf Kunden-Beschwerden
Von Malte Bürger

Syke. Jahrelang wandelten die Syker im Schneckentempo über die weltweite Datenautobahn. Dank des Telekommunikationsunternehmens Ewe-Tel wird nun auch in den unterversorgten Ortsteilen der Breitbandausbau vorangetrieben - wenngleich der Gang ins Internet in einigen Haushalten verwehrt blieb (wir berichteten). Jetzt äußerte sich Svenja Brüggemann, Ewe-Tel-Leiterin der Region Weser-Elbe, in einem Gespräch mit Bürgermeister Harald Behrens zu der Problematik, hatte jedoch nicht nur gute Nachrichten parat. 'Es wird nie möglich sein, 100 Prozent der Kunden aufzuschalten.'

Dennoch fällt die Zwischenbilanz aus Sicht des Energiekonzerns positiv aus. 330 Vorverträge seien in Syke bislang abgeschlossen worden, davon seien wiederum 190 inzwischen in Aufträge umgewandelt worden. In 115 Fällen sei bereits eine erfolgreiche Aufschaltung erfolgt. '85 Prozent dieser Nutzer sind mit einer Geschwindigkeit von mehr als 16 Megabit pro Sekunde unterwegs', erläutert Brüggemann.

Die restlichen der derzeit 190 Aufträge werden nach Angaben der Regionalleiterin in naher Zukunft bearbeitet. Dennoch registriert das Unternehmen auch, dass es einige Kunden gibt, die trotz Auftragserteilung weiter auf einen Zugang warten. Im gesamten Syker Raum sind es aktuell zehn, und diese haben in den vergangenen Wochen ihren Unmut und ihr Unverständnis gegenüber dem Unternehmen deutlich zum Ausdruck gebracht, nachdem sie von der Deutschen Telekom jeweils einen Ablehnungsbescheid erhalten hatten.

Die Absage des Konkurrenten ist jedoch weniger verweigernder denn technischer Natur. Die Ewe-Tel fungiert als Mieter des vorhandenen, letzten Teilstücks des Netzes der Konkurrenz, wodurch die Telekom in diesem Bereich für die technischen Vorkehrungen verantwortlich ist. Nun sei es nach Brüggemanns Angaben jedoch nicht unwahrscheinlich, dass dort die physikalischen beziehungsweise technischen Gegebenheiten für eine DSL-Speisung in gleich mehrere Haushalte nicht gegeben seien - unabhängig davon, ob man nun räumlich nah oder weiter entfernt vom 'grauen Kasten', dem Kabelverzweiger, wohne.

'Wenn zu viele Kunden aufgeschaltet sind, beeinflussen sie sich untereinander', erläutert Svenja Brüggemann. Die Folge wären ein deutlicher Geschwindigkeitsverlust oder eine Überlastung der Leitungen. Dass die vorhandene Technik seitens der Telekom zeitnah überarbeitet und ausgebaut werde, erscheint der Regionalleiterin nahezu ausgeschlossen. 'Ich möchte niemandem Hoffnung machen, weil ich nicht sicher sagen kann, ob in dieses ältere Netz noch investiert wird', schließlich spielten auch wirtschaftliche Aspekte eine nicht unwichtige Rolle.

Den Ärger der Betroffenen könne sie dennoch nachvollziehen. 'Die Erwartungshaltung ist hier in Syke eine ganz andere, ganz nach dem Motto ,Jetzt geht es endlich los?', sagt Brüggemann. 'Man möchte gleichberechtigt mit anderen Regionen sein. Das heißt allerdings auch, dass ebenso wie in anderen Gebieten keine hundertprozentige Auslastung möglich ist. In einem ländlichen Gebiet wie hier fällt es aber natürlich mehr auf, wenn etwas nicht funktioniert.' Dennoch stellt sie fest: 'Die Ablehnungsquote erscheint hier höher als in anderen Gebieten. Warum das so ist, dazu haben wir noch keine Antwort. Wir gehen allerdings von Prozessfehlern aus.' Da im Bereich der innovativen, sich weiterhin in der Entwicklung befindlichen sogenannten VDSL-Versorgung manuell und nicht bereits elektronisch gearbeitet werden kann, können Hindernisse auftreten. So werde beispielsweise nicht direkt erkannt, dass ein Neukunde durch seinen Anbieterwechsel eine Leitung freimache, die dann vom gleichen Nutzer erneut

verwendet werden könne. Daher dürften selbst Haushalte noch auf einen schnelleren Internetzugang hoffen, die bereits eine Ablehnung im Postkasten hatten - sofern beim Voranbieter ebenfalls per DSL gesurft wurde. Sei dies der Fall, könnte die Ewe-Tel auf die Telekom zugehen und eventuell doch noch einen erfolgreichen Wechsel in die Wege leiten. 'Schließlich sind wir am Wohlbefinden unserer Kunden interessiert, deshalb befinden wir uns in einem ganz engem Austausch mit der Telekom', sagt Svenja Brüggemann.

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