Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen

Expansionspläne von Dodenhof sorgen für Ärger

Der Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen hat Kritik an Dodenhof wegen der geplanten Eröffnung einer Sportartikelfiliale und eines Fitnessstudios geäußert. Der Landkreis steht jedoch hinter Dodenhof.
01.10.2018, 21:20
Lesedauer: 3 Min
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Expansionspläne von Dodenhof sorgen für Ärger
Von Lars Köppler
Expansionspläne von Dodenhof sorgen für Ärger

Bei Kunden und Mietern beliebt, vom Kommunalverbund kritisiert: Dodenhof.

Björn Hake

Es knirscht gewaltig zwischen Dodenhof und dem Verein „Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen“. Auslöser für den Zwist, der inzwischen das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erreicht hat, ist die für diesen Spätherbst in dem Einkaufszentrum geplante Ansiedlung von zwei namhaften Unternehmen, die laut Kommunalverbund nicht im Einklang mit der niedersächsischen Landesraumordnung und der baurechtlichen Zulassung stehen sollen.

Fakt ist: Das Einkaufszentrum Dodenhof ist nicht nur bei seinen Kunden äußerst beliebt, sondern offenbar auch bei seinen Mietpartnern. Dies hat nunmehr eine Marktstudie des „Shoppingcenter Performance Reports“ (SCPR) ergeben. Unter 400 in ganz Deutschland bewerteten Einkaufszentren belegt Dodenhof darin den neunten Platz und hat Mitbewerber in der Region deutlich hinter sich gelassen. „Mietpartner sind dann besonders zufrieden, wenn Standort- und Einzugsgebiet passen, wenn sie partnerschaftlich ins Center integriert werden und natürlich, wenn sie wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können“, erklärt Centermanager Sönke Nieswandt die gute Bewertung durch seine Mieter. Diesen Weg will das Unternehmen daher auch konsequent weitergehen.

Decathlon eröffnet ersten Shop in der Region

Abwechslung und Profit in die Einkaufsmeile soll etwa der französische Sportartikelfilialist Decathlon bringen, der bei Dodenhof seinen ersten Shop in der Region eröffnet. Auf der Fläche der Garten- und Grillwelt wird das Unternehmen auf rund 1800 Quadratmetern seine Eigenmarke und internationale Markenartikel anbieten. Ebenfalls neuer Mieter wird mit der Firma Easyfitness eine der größten Fitnessketten in Deutschland. Den Mitgliedern soll eine Kombination aus Lifestyle und Sport geboten werden. Das Fitnessstudio agiert dann in der ersten Etagen der Einkaufsmeile auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern. Neben Crosstrainern, Laufbändern und Fahrrädern bietet das Studio noch weitere 70 Geräte an. Auch Zusatzleistungen wie Zirkeltraining, Kurse und Solarium soll es dort geben.

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Diese Expansionspläne des Familienunternehmens und gleichzeitig größten Arbeitgebers im Landkreis Verden sorgen im Kommunalverbund allerdings für finstere Mienen. Irritation gibt es insbesondere um die Ansiedlung von Decathlon, die man bei Dodenhof auch als Konkurrenz im eigenen Center betrachten könnte. „Wir haben erkannt, dass wir als Standort in der Peripherie Säulen definieren müssen, die über das Anbieten von Produkten zu einem bestimmten Preis hinausgehen“, erklärt Unternehmenssprecherin Michaela Strube und fügt hinzu: „Decathlon ist ein interessanter Partner im Discount-Bereich, der unser eigenes Sortiment ergänzt und vor allem für Jüngere und junge Familie ein umfangreiches Angebot zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet.“

Dennoch gibt es Gegenwind vom Kommunalverbund, der es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, den Raum in Bremen und Umland wirtschaftlich zu stärken und strukturell zu verbessern sowie raumordnerischen Fehlentwicklungen im Rahmen seiner Möglichkeiten entgegenzuwirken. Bereits im Juni hatte der Verein eine Anfrage an das zuständige Landesministerium gestellt und um eine Stellungnahme gebeten. Der Kommunalverbund monierte konkret eine Fehlentwicklung, die nicht mit dem Landesraumordnungsplan vereinbar sei. "Aus unserer Sicht ist es offensichtlich, dass die Planungen den raumordnerischen Vorgaben widersprechen.

„Müssen auch auf die Wünsche unserer Kunden eingehen“

Die schädlichen Auswirkungen des Standortes auf die Versorgungsstruktur in der Region werden erneut verstärkt. Zudem werden die Entwicklungen am Standort Dodenhof bisher in keiner Weise mit den Nachbarkommunen abgestimmt", heißt es. Bei Dodenhof ist man sich derweil keiner Schuld bewusst. "Wir betreiben hier Standortsicherung und müssen auch auf die Wünsche unserer Kunden eingehen", verteidigt Strube die Philosophie.

Mittlerweile hat sich auch der Landkreis Verden in den Disput zwischen dem traditionsreichen Familienunternehmen und dem Kommunalverbund eingeschaltet. Der jüngst tagende Ausschuss für Planung, Wirtschaft, Verkehr und Bau des Verdener Kreistages hat den Vorstoß und das Verhalten des Kommunalverbunds seinerseits kritisiert und sich klar hinter Dodenhof gestellt.

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