Abstimmung per Internet Fahrenhorster wollen Rolle in 'Neues aus Büttenwarder' ergattern

Fahrenhorst. In Fahrenhorst hatten einige junge Leute eine Idee: Sie schufen die neue Trendsportart Trecker-Wasserski - und hoffen, mit dem dazu gedrehten Clip eine Rolle in der bekannten Fernsehserie zu ergattern. Ob das klappt, hängt von einem Online-Voting ab.
27.02.2010, 09:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Hauke Gruhn

Fahrenhorst. 'Brakelmann, in dir arbeitet das doch wieder...' Nicht nur in Büttenwarder, jenem fiktiven Dorf, in dem die NDR-Kultserie 'Neues aus Büttenwarder' mit Jan Fedder und Peter Heinrich Brix spielt, häufen sich die guten Einfälle. Auch in Fahrenhorst hatten einige junge Leute jetzt eine zündende Idee: Sie schufen die neue Trendsportart Trecker-Wasserski - und hoffen, mit dem dazu gedrehten Clip eine Rolle in der bekannten Fernsehserie zu ergattern. Ob das klappt, hängt von einem Voting im Internet ab.

Nachdem der Ideenwettbewerb via TV ausgerufen worden war, gab es für den Fahrenhorster Freundeskreis kein Halten mehr. Die Teilnahme stand eigentlich schon fest, bevor die erste Idee geboren war. 'Wir wollten was Verrücktes machen', erzählt Gerrit Seevers, der als Regisseur eine der treibenden Kräfte bei der Aktion ist. 'Zunächst dachten wir dran, auf Paletten zu surfen, die von Treckern gezogen werden. Dann hatte irgendjemand die Idee mit dem Wasserski.' Aus Holzplanken und einem alten Reifenschlauch wurden eilig klobige Skier gezimmert. Ein alter Hanomag und ein gleichaltriger Fendt, beide Baujahr 1953, wurden als Zugmaschinen engagiert. Alles startklar - eigentlich.

Bauernklamotten von Oma und Opa Denn der Winter hätte dem Vorhaben der Fahrenhorster fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. 'Wir haben lange auf wärmeres Wetter gewartet', berichtet Gerrit Seevers. 'Aber irgendwann rückte der Abgabetermin 15. Februar immer näher, da musste es dann losgehen.' Gedreht wurde mit einer Kamera, die von einem Cousin der Beteiligten ausgeliehen wurde, als Kameraleute wurden Michael Ahlers und Arne Hüneke bestimmt. Ein richtiges Drehbuch gab es nicht. Vieles wurde spontan entschieden. Etwa, dass Cord Evers ein Pendant zu 'Adsche' Tönnsen aus der TV-Serie spielen sollte und Jonas Thomsen den Bauern Kurt Brakelmann. 'Die typischen Bauernklamotten habe ich von Oma und Opa bekommen', verrät Cord Evers.

Nach ein paar Trockenübungen, an denen die jungen Fahrenhorster nach eigenem Bekunden so einigen Spaß hatten, ging es zum nahe gelegenen Hombach. Auf beiden Seiten des Gewässers ein Trecker, wurden die Hauptakteure auf ihren selbstgebauten Wasser-Skiern gezogen. Nasse Füße waren bei den Dreharbeiten eigentlich nicht eingeplant. 'Wir hatten uns extra Wathosen bei der Freiwilligen Feuerwehr ausgeliehen', erzählt Jonas Thomsen (alias Brakelmann). Das ging auch alles eine Weile gut. 'Dann hat es mich aber erwischt', schildert der angehende Anlagenmechaniker. 'Ich wurde unter Wasser gedrückt, und alles lief von oben in die Hose hinein.' Für die gute Stimmung am Drehort war somit gesorgt...

Letztlich klappte aber alles 'mehr oder weniger elegant'. Als weiteres 'Set', wie man bei Filmproduktionen zu sagen pflegt, diente unter anderem die Schützenhalle Fahrenhorst. Dort wurde von den Darstellern bei Bier und Köm (dem in Büttenwarder bevorzugten Fusel) eifrig darüber debattiert, ob das Vorhaben gelingen kann mit dem Trecker-Wasserski. 'Dat geiht' - 'Dat geiht nich' - 'Dat geiht': Relativ wortkarg geben sich die Fahrenhorster im Video, das Projekt Trecker-Wasserski steht ganz im Mittelpunkt. Nicht fehlen durfte beim Dreh auch das defekte Mofa. In der Serie fällt dieses regelmäßig mittels raffinierter technischer Tricks um. Das Mofa von Steffen Seevers hingegen macht von ganz alleine den Klappmann. 'Seit Jahren nicht mehr fahrtauglich, muss immer geschoben werden', berichtet der Jung-Landwirt und blickt auf sein treues, kaputtes Kraftrad.

Der Weg in die TV-Serie ist für die Fahrenhorster noch lang. Aber immerhin: Von über 300 Einsendungen kamen sie schon bis unter die Top 20. Per Internet-Voting werden jetzt bis zum 31. März die fünf besten Teilnehmer bestimmt, die dann beim Casting am Original-Drehort in Grönwohld (Schleswig-Holstein) dabei sind. 'Das schaffen wir', zeigt sich Gerrit Seevers optimistisch. 'Wir haben alle möglichen Bekannten, Verwandten und Freunde gefragt, ob sie mit abstimmen.' Sogar in den USA, in Frankreich, England und der Slowakei wurden Unterstützer für den Fahrenhorster Beitrag aktiviert. 'Wenn wir zum Casting eingeladen werden, fahren wir mit den alten Treckern nach Schleswig-Holstein', verspricht Gerrit Seevers.

Während die Nachwuchsfilmer auf möglichst viele Stimmen aus der Region hoffen, hat auch die Gemeinde Stuhr für das Projekt Unterstützung zugesichert. Vergleiche mit Büttenwarders eher präsidialem Bürgermeister Waldemar Schönbiehl kann Cord Bockhop derweil aber nur bedingt nachvollziehen: 'Naja, wir sind beide volksnah und fahren VW...'

Abgestimmt werden kann unter www.ndr.de/buettenwarder

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