Vorhang auf für den neuen Schwank der Theatergruppe Süstedt Fast wie bei Ohnsorgs

Süstedt. Kleine Anekdote: Warum gehört bei den Mitgliedern der Theatergruppe des TSV Süstedt vor jeder Aufführung der Schlachtruf "Vorsicht Loch!" dazu? Weil eine Laienschauspielerin vor einigen Jahren während des Spiels von der Bühne geplumpst ist und sich dabei unzählige Prellungen zugezogen hat. Bleibt nur zu hoffen, dass bei der Premiere des neuen Stücks "Hurra, een Jung!"am Sonnabend, 22. Januar, um 19 Uhr in der Süstedter Hasenburg alles glatt geht.
08.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Jörn Dirk Zweibrock

Süstedt. Kleine Anekdote: Warum gehört bei den Mitgliedern der Theatergruppe des TSV Süstedt vor jeder Aufführung der Schlachtruf "Vorsicht Loch!" dazu? Weil eine Laienschauspielerin vor einigen Jahren während des Spiels von der Bühne geplumpst ist und sich dabei unzählige Prellungen zugezogen hat. Bleibt nur zu hoffen, dass bei der Premiere des neuen Stücks "Hurra, een Jung!"am Sonnabend, 22. Januar, um 19 Uhr in der Süstedter Hasenburg alles glatt geht.

Aber so schnell kann die Hobbydarsteller ja bekanntlich nichts erschüttern. Auch keine kaputte Heizung wie momentan bei den Proben auf dem Saal der Hasenburg. Bei "Hurra, een Jung!" handelt es sich um einen Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach. Wie immer bringen die Süstedter ihr neues Stück op Platt auf die Bühne. Darin geht es um Dr. Waldemar Weber - in dessen Rolle schlüpft Sven Böhm - der eigentlich nur in aller Ruhe den ersten Hochzeitstag mit seiner besseren Hälfte Henny (Jessica Döpke) feiern möchte. Klar, dass dann doch alles ganz anders kommt. Zum Beispiel die lieben Schwiegereltern, ein befreundeter Rechtsanwalt und Hennys Freundin. Mit der Ruhe ist es da erstmal vorbei.

Die Mitglieder der Theatergruppe Süstedt hoffen, dass beim Publikum kein Auge trocken bleibt. Sie möchten, dass es für ein paar Stunden den Alltag vergisst und sich von den Akteuren in eine Welt entführen lässt, die es heute wohl kaum noch gibt. Denn: Der Schwank spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Premiere feiert am 22. Januar auch Christine Zöller, und zwar als Regisseurin. Dagegen sind Gerd Brauer und Harald Stellmann zwei Männer der ersten Stunde. Seit 1983 stehen sie Jahr für Jahr auf den Brettern, die die Welt bedeuten. "Das Schöne am Amateurtheater ist, dass einem verziehen wird, wenn mal etwas nicht glatt geht", berichtet Harald Stellmann. Ob die Ohnsorgs ein Vorbild für ihn sind? "Nein. Die spielen ja auch bloß die Stücke, die wir schon hatten", sagt Stellmann. Da Übung ja bekanntlich den Meister macht, proben die Süstedter derzeit zwei bis drei Mal pro Woche. "20 bis 25 Mal müssen wir schon geprobt haben, damit alles sitzt", weiß Harald Stellmann. Nachwuchssorgen hat die Theatergruppe nicht - im Gegenteil. Was ihnen fehlt, sind die älteren Schauspieler. Aus der Not heraus muss die Maske da schon mal ein Fältchen aufs Gesicht schminken oder die Requisite die Darsteller in altbackene Kostüme hüllen. Das Kuriose: Während die alten Hasen die niederdeutsche Sprache aus dem

Effeff beherrschen, lernen die Jüngeren ganz pragmatisch nach Lautsprache.

"1983 hatten wir nur zwei Aufführungen, heute sind es elf", zählt Stellmann auf. Die meisten davon - besonders die mit Frühstück - seien bereits ausverkauft. Restkarten gebe es noch für die Premiere am 22. Januar um 19 Uhr, sowie für die Vorstellung am 5. März um 14.30 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Auch für die Freitagsvorstellungen am 18. und 25. Februar sowie am 4. März, jeweils um 19.30 Uhr, seien noch Karten erhältlich. Alle Aufführungen finden in der Hasenburg statt. Tickets gibt es dort mittwochs von 19 bis 20 Uhr sowie bei Helga Zierath unter Telefon 04240/1561.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+