Wechsel im Ortsverband

Johannes Südkamp ist neuer Vorsitzender der FDP Stuhr

Mit Johannes Südkamp aus Fahrenhorst an der Spitze setzt die Stuhrer FDP ihren Verjüngungsprozess fort. Der neue Vorsitzende hofft auch auf weitere Beteiligung der jungen Generation.
27.04.2021, 17:31
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Johannes Südkamp ist neuer Vorsitzender der FDP Stuhr
Von Eike Wienbarg
Johannes Südkamp ist neuer Vorsitzender der FDP Stuhr

Freut sich auf "viele spannende Themen": der neue Vorsitzende der Stuhrer FDP Johannes Südkamp.

Vasil Dinev

Stuhr. Die Stuhrer FDP treibt ihren Verjüngungsprozess voran: Nachdem bereits 2017 Alexander Carapinha Hesse das Amt des Fraktionsvorsitzenden im Stuhrer Gemeinderat von Jürgen Timm übernahm, gibt es jetzt auch einen Wechsel an der Spitze des Ortsverbandes der Liberalen. Seit Kurzem wird dieser von Johannes Südkamp geführt. Er tritt damit die Nachfolge von Jan-Alfred Meyer-Diekena an.

Wie Carapinha Hesse gehört der Fahrenhorster Südkamp mit seinen 35 Jahren zur neuen jungen Riege der Stuhrer FDP. Im politischen Geschäft ist Südkamp noch eher neu. So trat er erst 2018 in die FDP ein. Dazu brachte ihn nach eigenen Angaben die „politische Gesamtlage“ in Deutschland. „Am Spielfeldrand stehen und meckern kann jeder“, sagt Südkamp. Wer aber selbst etwas ändern möchte, der müsse sich engagieren. Daher schaute er sich das Parteien-Spektrum an und verglich die Angebote mit seinen eigenen Ansichten. „Dann bin ich bei der FDP gelandet“, erzählt Südkamp. Im Zentrum seiner Überzeugungen steht dabei die Selbstbestimmung, aus der auch immer eine Eigenverantwortung erwachse, erzählt er. „Ein großer Dorn im Auge war mir auch der Erfolg der AfD“, ergänzt Südkamp.

Nach dem Eintritt in die FDP übernahm er gleich Verantwortung und rückte im Jahr 2020 als Beisitzer in den Stuhrer Ortsverbandvorstand auf. Und das obwohl Fahrenhorst erst relativ kurz die Heimat der Familie Südkamp ist. Denn Johannes Südkamp stammt aus dem Landkreis Vechta, wo er geboren und aufgewachsen ist. Nach dem Abitur absolvierte er von 2005 bis 2009 ein Duales Studium in Bremen und an der damaligen Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (FHWT) in Vechta, das er als Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) abschloss.

2007 zog es ihn nach Bremen, wo er bis 2017 lebte und arbeitete. In der Zwischenzeit lernte er seine Frau kennen, die gebürtig aus St. Peter-Ording stammt und als Hebamme arbeitet. Gemeinsam wohnten sie dann zunächst auch in Bremen, bis es ihnen in der Hansestadt zu eng wurde. „Wir wollten einen eigenen Garten und Platz“, berichtet Südkamp. Daher schauten sie sich nach Häusern im Bremer Speckgürtel um - und wurden in Fahrenhorst fündig. Nach der Geburt der beiden Kinder 2018 und Anfang dieses Jahres wohnt die Familie dort nun zu viert. Beruflich ist Südkamp derzeit als Enterprise Architekt, also im technischen Vertrieb eines großen Computerherstellers, tätig.

In seiner Freizeit ist er sehr sportbegeistert. Vor allem Basketball hat es ihm angetan. So spielte er mit seinem Heimatverein Rasta Vechta bis hoch in die Regionalliga, erzählt er. Fußballerisch ist Südkamp Fan von Werder Bremen. Ansonsten interessiert er sich sehr für Technik - vor allem für die Dinge rund ums Smarthome. „Ich habe mein Hobby auch ein bisschen zum Beruf gemacht“, sagt er.

Als dann Anfang dieses Jahres die turnusmäßigen Neuwahlen im Stuhrer FDP-Vorstand anstanden, ließ sich Südkamp für das Amt des Vorsitzenden aufstellen. „Es war keine Kampfkandidatur“, betont der 35-Jährige, und auch sein Vorgänger Jan-Alfred Meyer-Diekena ist froh über die Nachfolge. „Ich finde es sehr gut, dass neue Leute dabei sind“, sagt der alte FDP-Vorsitzende. Es sei wichtig, dass auch der politische Nachwuchs seine Ideen einbringen könne. „Wir können den Jungen gut Hilfestellung geben“, bietet Meyer-Diekena seinem Nachfolger Unterstützung an. Auch wolle er bei der kommenden Kommunalwahl im September noch einmal kandieren, berichtet der 72-jährige Rechtsanwalt aus Brinkum, der dem FDP-Vorstand weiterhin als Beisitzer angehört.

„Wir haben jetzt eine gute Mischung aus Jung und Alt“, sagt der neue Vorsitzende Johannes Südkamp mit Blick auf den Vorstand nach der Wahl. So teilen sich mit Alexander Carapinha Hesse aus Varrel und dem Kladdinger Landwirt Heiko Fischer auch zwei Nachwuchs-Liberale den stellvertretenden Vorsitz. Mit dem FDP-Urgestein Jürgen Timm und dem erfahrenen Jan-Alfred Meyer-Diekena sei dies eine gute Kombination, findet Südkamp. Verstärkung für den Vorstand gibt es außerdem von den beiden Brinkumern Rainer Mewe und Helmut Schunk. „Wir sind ein kleiner Ortsverband, aber nichtsdestotrotz eine schlagkräftige Truppe“, sagt der neue Parteichef.

Die Partei habe in den vergangenen Jahren vor allem vom Engagement von Carapinha Hesse profitiert. „Er spricht auch junge Leute an“, sagt Südkamp. Neue Mitgliedsanträge kämen so auch schon von unter 25-Jährigen. „Das wollen wir stärken“, sagt er. Zwar gebe es vor Ort keine Gruppe der Julis, also der Jugendorganisation der FDP, aber vielleicht könne auf Dauer eine solche Gruppe etabliert werden, hofft der neue Vorsitzende.

Um möglichst vielen die Teilnahme an der Parteiarbeit zu ermöglichen, geht die Stuhrer FDP auch neue Wege - vor allem digital. So findet die Vorstandsarbeit weitgehend über digitale Kanäle statt. Auch die Mitgliederversammlung zur Vorstandswahl wurde virtuell abgehalten, obwohl sie im Nachhinein noch per Briefwahl bestätigt werden musste. Alle 14 Tage montags gibt es außerdem ein offenes, digitales Diskussionsformat, das viel Zuspruch erhalte, so Südkamp.

„Die Digitalisierung hat durch Corona einen Riesen-Schub erhalten“, weiß er nicht nur aus seiner beruflichen Tätigkeit zu berichten. Er hofft, dass dieser Schub auch in Politik und Verwaltung anhält. Neue Formate zur Bürgerbeteiligung oder auch Online-Anmeldung von Autos nennt er als Beispiele. Die Digitalisierung könne den „Bürgern das Leben einfacher machen“, findet Südkamp, der aber auch auf die notwendige Infrastruktur wie Breitbandversorgung und das 5-G-Netz verweist.

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Aktuell sei seine Partei dabei, die Listen für die Kommunalwahl aufzustellen. Auch dort möchte Südkamp kandidieren. Bedauerlich findet er, dass bereits im Vorfeld ein Antrag der FDP auf die Zusammenlegung der Wahlkreise in der Gemeinde Stuhr abgelehnt wurde. Trotzdem gebe es genug Projekte, die anstehen: „Bei vielen Themen sind wir auf dem richtigen Weg“, sagt Südkamp. So freut er sich zum Beispiel über die jüngste Aufstellung des Investitionsplanes anlässlich der Haushaltsberatungen der Gemeinde. Eben jene Priorisierung hatte die FDP gefordert. Den Brinkumer Ortskern, den Ausbau der Schulen und Kitas sowie die Bewältigung der Folgen der Corona-Krise nennt Südkamp als weitere wichtige Punkte. Hinzu komme die derzeitige Debatte über die Baumpflege in der Gemeinde. „Es sind viele spannende Themen dabei“, freut sich der neue FDP-Vorsitzende auf die anstehende Arbeit.

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Neuer Vorstand, neues Format

Die Stuhrer FDP geht neue Wege: Auf der Mitgliederversammlung wurde folgender Ortsverbandsvorstand gewählt: Vorsitzender ist Johannes Südkamp aus Fahrenhorst; das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden teilen sich Alexander Carapinha Hesse aus Varrel und Heiko Fischer aus Stuhr. Zum Schatzmeister gewählt wurde Jürgen Timm aus Varrel; Beisitzer sind Jan-Alfred Meyer-Diekena, Rainer Mewe und Helmut Schunk (alle aus Brinkum). Neu ist auch das Online-Format „Offene Diskussionsrunde“. Alle 14 Tage montags ab 20 Uhr wird dann online über verschiedene Themen gesprochen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.fdp-stuhr.de.

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