Scharmbeckstoteler Brandschützer ziehen Konsequenz aus schlechten Erfahrungen Feuerwehr streicht Osterfeuer

Scharmbeckstotel. "Die besten Einsätze sind die, die man gar nicht machen muss" - Bürgermeister Martin Wagener brachte es auf den Punkt in seiner Ansprache in der Jahresversammlung der Scharmbeckstoteler Feuerwehr. Denn, wie Ortsbrandmeister Jörg Bernstorf feststellte: 2010 war für die Wehr ein "sehr ruhiges Jahr".
02.02.2011, 05:00
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Von Helmut Meinerling

Scharmbeckstotel. "Die besten Einsätze sind die, die man gar nicht machen muss" - Bürgermeister Martin Wagener brachte es auf den Punkt in seiner Ansprache in der Jahresversammlung der Scharmbeckstoteler Feuerwehr. Denn, wie Ortsbrandmeister Jörg Bernstorf feststellte: 2010 war für die Wehr ein "sehr ruhiges Jahr".

Die Scharmbeckstoteler Blauröcke musste im vergangenen Jahr einen Brand des Mannschafts- und Trainerunterstands auf dem Sportplatz des ATSV löschen. Das vorzeitige Abbrennen eines Buschhaufens für das Osterfeuer rief die Wehr ebenfalls auf den Plan. Schließlich mussten noch Wasser aus einem Keller gepumpt und ein umgekippter Holzanhänger auf der B 74 geborgen werden. Die Scharmbeckstoteler Wehr wurde aber auch zur Unterstützung der Ortsfeuerwehr von Osterholz-Scharmbeck gerufen. Brände beim Möbelhaus Meyerhoff, bei der Menckeschule und auch beim Pressehaus an der Bördestraße forderten auch die Scharmbeckstoteler; ebenso ein Brand in Westerbeck.

Dazu standen Lehrgänge auf dem Dienstplan, nahm die Wehr an Wettkämpfen und Einsatzübungen teil. Bernsdorf betonte, dass gerade die gemeinsamen Übungen mit der Jugendfeuerwehr und die Zusammenarbeit mit anderen Wehren, aber auch mit dem DRK, immer wichtiger werde.

In Eigenleistung bauten die Freiwilligen ein gebrauchtes Fahrzeug zum Einsatzleitwagen um. Auch in die Renovierung der Fahrzeughalle wurden etliche Stunden investiert, im laufenden Jahr sollen diese Arbeiten weitergehen. Aber auch das gesellschaftliche Leben kam nicht zu kurz. Osterfeuer, Grillfeier, Radtour, Erntefest mit Laternenumzug, die Kranzniederlegung am Volkstrauertag - Langeweile kam auch bei relativ wenigen Einsätzen nicht auf. Ein weiterer Höhepunkt für die Ortschaft war der Weihnachtsbaumverkauf mit einem kleinen Basar von Hobbybastlern. Diese Veranstaltung soll auch in diesem Jahr wieder durchgeführt werden. Nicht wieder beteiligen will sich die Wehr am Osterfeuer, das, so Bernsdorf, "nicht gerade in einer friedlichen und gemütlichen Atmosphäre" verlaufen sei. Gut hingegen lief es in der Jugendabteilung. Peter Dietrich, der Jugendfeuerwehrwart und seit Kurzem auch stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart, berichtete von diversen Veranstaltungen, unter denen das

Kreiszeltlager in Wietzendorf das herausragende Ereignis war. Bei einem Wettbewerb auf Bezirksebene schnitten die Jugendlichen als Kreisbeste ab. Als sehr anerkennenswert bezeichnete Dietrich das Engagement von Chris Schlüßelburg und Philipp Kellner, die in ihrer Freizeit einen Betreuerlehrgang absolvierten. Aus der Reihe des Nachwuchses konnten Stephani Patz, Justin Klarholz und Chris Schlüßelburg endgültig übernommen werden; in einem feierlichen Versprechen gelobten sie treue Dienste. Aus der Altersabteilung berichtete Helmut Schersell über die hauptsächlich gesellschaftlichen Tätigkeiten der nicht mehr Aktiven. Nach dem Kassenbericht - Klaus Tietjen hatte die Kasse wieder "top in Ordnung", wie der Kassenprüfer bestätigte - ging es an die Wahlen, bei denen ohne große Überraschungen die bisherigen Amtsinhaber bestätigt wurden. Thomas Wulff, der Stadtbrandmeister, konnte dann noch vier Beförderungen vornehmen. Andreas Lilienthal wurde zum Brandmeister, Timm Brünjes zum

Hauptlöschmeister, Torben Breden und Peter Dietrich zum Oberlöschmeister ernannt. Wulff ehrte zudem Jan-Karsten Schröder für 50-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr.

Bürgermeister Martin Wagener ging in seinem Grußwort kurz auf die Brandserie im Jahr 2009 ein, an der ein Feuerwehrmitglied beteiligt war. Er betonte, dass es in jeder menschlichen Gruppe immer wieder jemanden gebe, der "neben der Spur läuft", dass aber das Vertrauen in die anderen deshalb nicht verloren ginge.

Wagener dankte für die Erledigung der Anforderungen in "bewährter, solider Form" und versprach, sich bei erforderlichen Beschaffungen für die Wehren einzusetzen. Auch Ortsvorsteher Peter Schnaars sprach den Feuerwehrleuten seinen Dank aus und betonte seine Anerkennung durch das Überreichen einer Spende. Eine weitere Spende kam von Dörte Bernsdorf.

Thomas Wulff berichtete dann noch von der Gesamtsituation der Feuerwehren in Osterholz-Scharmbeck. Er teilte mit, dass in 2011 auf digitale Meldeempfänger umgestellt wird. Eine weitere wichtige Neuerung: Mit der Klasse B sollen Feuerwehrmitglieder nach einer kurzen Schulung auch Einsatzfahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen fahren dürfen; die Umsetzung auf Landesebene sei in Arbeit, berichtete er. So konnte die Versammlung geschlossen werden, und bei Kartoffelsalat und Würstchen klang der Abend gemütlich aus.

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