Sparkasse will Darlehensvertrag mit Betreibergesellschaft verkaufen

Finanzielles Handicap für Golfer

Achim. Die Achimer Golfsportler sind in großen Schwierigkeiten. Genauer gesagt die Golfplatz Wittkoppenberg GmbH & Co Projektgesellschaft KG. Ihr gehört der 18-Loch-Platz auf 125 Hektar in Badenermoor. Der Kredit dafür stammt von der Sparkasse Bremen. Die möchte den Darlehensvertrag verkaufen. Bis zum Ende des Jahres haben die Golfer Zeit, das Geld dafür aufzutreiben.
14.10.2010, 05:00
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Von Ulrich Tatje

Achim. Die Achimer Golfsportler sind in großen Schwierigkeiten. Genauer gesagt die Golfplatz Wittkoppenberg GmbH & Co Projektgesellschaft KG. Ihr gehört der 18-Loch-Platz auf 125 Hektar in Badenermoor. Der Kredit dafür stammt von der Sparkasse Bremen. Die möchte den Darlehensvertrag verkaufen. Bis zum Ende des Jahres haben die Golfer Zeit, das Geld dafür aufzutreiben.

'In dieser Phase befinden wir uns jetzt', schilderte Walter Lukasch, Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft und Manager des Golfclubs, den augenblicklichen Verhandlungsstand. Lukasch bestätigte, dass die im Jahr 1994 gegründete KG wegen des 1996 angelegten Platzes Schulden habe. Seit zwölf Jahren herrscht Spielbetrieb auf der 4,7 Millionen Euro teuren Anlage. Doch die Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder reichten oft nicht für den täglichen Betrieb der Anlage und die Raten an die Sparkasse aus. In den Jahren 1996 bis 2003 habe es verschiedentlich Schwierigkeiten mit der Rückzahlung des Kredites gegeben, zeitweise seien die Zins- und Tilgungszahlungen ausgesetzt oder reduziert worden.

Nachdem er zusammen mit dem neuen Club-Präsidenten Andreas Klaß vor fünf Jahren das Ruder übernommen hat, sei ein Zehn-Jahresplan zwischen der Betreibergesellschaft, dem Club und der Sparkasse vereinbart worden, berichtet Geschäftsführer Walter Lukasch. Die darin festgelegten Ziele 'haben wir immer erreicht', stellte er fest, 'wir haben in den vergangenen drei Jahren die vereinbarten Zahlungen erfüllt.' Der Darlehensvertrag, so vermutet der Geschäftsführer, sei von der Sparkasse wertberichtigt worden.

Die Wende trat nach Lukaschs Darstellung Anfang des Jahres ein, als ein neuer Vorstand die Führung der Sparkasse übernahm. Der habe den Kreditvertrag mit den Achimer Golfern neu bewertet, 'in die Abteilung für Problemfälle' verschoben und wolle den Darlehensvertrag verkaufen, drückte sich Lukasch aus. Es habe wohl mehrere Interessenten gegeben, wobei aktuell offenbar nur noch eine Schweizer Aktiengesellschaft im Rennen ist.

Und eben die Golfer selber. Es werde versucht, eine Auffanggesellschaft zu gründen, bestätigte Lukasch entsprechende Gerüchte. Die Rede ist von 2,5 Millionen Euro, die bis zum Jahresende aufgebracht werden müssten. Zusagen für mehr als ein Viertel der notwendigen Summe lägen schon vor, so der Manager des Vereins, dem 1400 Mitglieder (davon 200 Jugendliche und 140 Passive) angehören.

Ein konkretes zeitliches Limit habe die Sparkasse nicht gesetzt, sagt Lukasch, die Golfer gehen aber davon aus, dass die Angelegenheit bis Ende des Jahres abgewickelt sein muss. Es bleibt also noch eine Galgenfrist von etwa zehn Wochen, die notwendigen finanziellen Zusagen aufzutreiben. Wie Lukasch die Chancen einschätzt, dass die Golfer ihr Darlehen erfolgreich umschulden können? 'Gut', antwortet er knapp und spontan.

Zum Verkauf stehe nicht die Golfanlage, betont Walter Lukasch, sondern nur das Darlehen. So lange die Betreibergesellschaft regelmäßig den Kredit bediene, wird der Darlehensgeber keinen Einfluss auf den Club oder die Kommanditgesellschaft haben. Anders sehe es aus, wenn es erneut zu Zahlungsschwierigkeiten kommen sollte - dann droht die Insolvenz. Was danach passiert, darüber könne nur spekuliert werden.

Die bedrohlichen Finanzprobleme überdecken derzeit die Wünsche der Betreibergesellschaft zu umfangreichen Erweiterungen und Veränderungen auf der Golf-Anlage. Der dafür benötigte Bebauungsplan (über den der Stadtrat noch entscheiden muss) soll den Golfern mehr Flexibilität auf dem Gelände einräumen. Zu den vordringlichen Arbeiten im kommenden Frühjahr gehöre die Versetzung des Pumpenhauses, so der Geschäftsführer.

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