Fußball-Kreisliga Fischer: "Träumereien von oberen Plätzen sind unpassend"

Heiligenfelde. Der Trainer des SV Heiligenfelde, Frank Fischer, hat für sein Team einen Platz im Tabellenmittelfeld als Saisonziel ausgegeben. Träumereien von oberen Plätzen seien unpassend, sagte Fischer, der seine Spieler aber systematisch verbessern will.
04.08.2010, 01:21
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Bödeker

Heiligenfelde. Neunter, Neunter, Achter, Neunter. Trainer Frank Fischer rattert die Platzierungen der vergangenen Jahre seines neuen Vereins SV Heiligenfelde nur so herunter. Statistische Kenntnisse gehören für den Coach seit jeher dazu. Doch mit dieser Heiligenfelder Konstanz des Mittelmaßes verdeutlicht Fischer auch sein Saisonziel: 'Der Verein ist zuletzt immer im Mittelfeld gelandet. Der Kader ist zwar eingespielt, hat sich aber kaum verändert. Da wären alle Träumereien von oberen Plätzen unpassend', so Fischer, der seine Spieler aber systematisch verbessern will.

Allerdings funktioniere das nicht von heute auf morgen, doch Fischer betont: 'Ich will hier langfristig arbeiten'. Dabei werde ihm helfen, dass sein Team stark genug sei, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. 'Wir können uns auch mal eine Niederlage erlauben.' Die Voraussetzungen stimmen Fischer positiv. 'Der Verein ist gut geführt, die Gemeinschaft stimmt", meint Fischer, 'das habe ich bei einem unserer Trainingstage gemerkt, als nachmittags außer uns noch etwa 100 Leute gemeinsam das WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien im Dorfgemeinschaftshaus guckten.'

Wunschverein Heiligenfelde

Nachdem er frühzeitig nach fünf erfolgreichen Jahren beim TSV Bassum ('Mein Verein') für die neue Saison abgesagt hatte, war der SVH so etwas wie ein Wunschklub. Neben der dörflichen Struktur haben ihn wohl auch die Bemühungen vom spielenden Spartenleiter Florian Jamer und von Kim Neubert überzeugt, der nicht nur den Mädchenfußball in Heiligenfelde koordiniert, sondern auch neuer Co-Trainer der 1. Herren wird. Zum Team hinter dem Team gehören auch die langjährigen Stützen Manfred Hinrichs und Frauke Spalkhaver, die beide das Gesicht des Vereins seit Jahrzehnten mitprägen. Dass die letzten beiden Trainer Bernd Schebitz und Frank Drechlser jeweils während einer laufenden Saison von vereinsinternen 'Konkurrenten' abgesetzt worden waren, ficht Fischer nicht an. 'Ich weiß nicht, was da gelaufen ist, aber das spricht eher dafür, dass man das nicht noch ein drittes Mal macht. Und außerdem habe ich einen guten Eindruck gewonnen.'

Das gilt auch für das Engagement seines Teams, das zwar auch jung ist, aber - anders als zuletzt in Bassum - nicht nur junge Spieler hat, sondern auch gestandene Menschen und Fußballer. Dazu gehören der Torwart und neue Mannschaftskapitän Christian Gerlach, der 33-jährige Oldie Rouven Schmidt, Eric Stöver, Jamer und Frank Janshen. Letzterer wurde in der Hinserie der vergangenen Spielzeit etwas unterschätzt, steigerte sich dann aber und soll nun Fischers Leader in der Abwehr werden. Allerdings nicht wie zuletzt als konservativer Libero, sondern als Chef der Abwehrkette. 'Ich habe die vor zwölf Jahren als einer der ersten im Kreis in Vilsen eingeführt, und das wird auch hier klappen', erklärt Fischer.

Roman Obst, Stefan Diers, Timo Spannhake und der gerade von den A-Junioren gekommene Torben Schmidt sind weitere Kandidaten. So jung wie Schmidt ist auch Björn Isensee, der trotz seiner 19 Jahre im Mittelfeld gesetzt ist. 'Wir werden ihn unterstützen, damit er sein großes Potenzial abruft', schildert Fischer. Im Sturm stehen Michael Götzinger, Richard Tischer und der aus der eigenen Zweiten zurückgekehrte Gerrit Bolte parat. 'Wir wollen vorankommen, und ich werde auch experimentieren und an der Taktikschraube drehen', erzählt Frank Fischer, der Geduld für die Entwicklung seines Teams einfordert.

Mit dem Abstieg wird der SV Heiligenfelde - auch dank Fischers Erfahrung - vermutlich nichts zu tun bekommen, mehr als ein vager Blick auf die Spitzengruppe ist nach oben aber dennoch nicht drin. Tabellentechnisch riecht es wieder nach Niemandsland, auch wenn sich Frank Fischer deutlich interessanteren und attraktiveren Fußball erhofft. Aber dann ist da ja noch der Kreispokal. 'Selbst ich merke, dass die vergangene Saison den Jungs Spaß gemacht hat, und da wollen wir wieder ganz weit kommen'.

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