Arbeit mit Geflüchteten

Hilfe für die Helfer

Der Flüchtlingssozialarbeiter von Syke und Bassum bietet ein zweitägiges Seminar für Menschen an, die sich um Flüchtlinge kümmern. Es soll ihnen bei der Arbeit mit Geflüchteten helfen.
31.07.2020, 17:22
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Von Sarah Essing
Hilfe für die Helfer

Hyacinthe Mokomb Fomboh

Sarah Essing

Syke/Bassum. In den Städten Bassum und Syke ist das Hilfsangebot für Geflüchtete groß. Als Flüchtlingssozialarbeiter von Syke und Bassum ist Hyacinthe Mokom Fomboh der Hauptansprechpartner für die Ankommenden. Darüber hinaus gibt es jedoch auch eine Vielzahl von Freiwilligen, die den Menschen nach ihrer Ankunft beistehen. Für diese Freiwilligen bietet Mokom Fomboh jetzt eine zweitägige Fortbildung unter dem Titel „Entlastende Gespräche in der Flüchtlingsbetreuung“.

„Es macht Sinn, auch für die Helfer etwas anzubieten“, sagt Mokom Fomboh dazu, denn er weiß, dass die Arbeit mit Geflüchteten nicht immer ganz einfach ist. „Jeder, der hilft, hat dafür seine eigene Motivation, seine eigene Herangehensweise und auch Erwartungen“, sagt Mokom Fomboh. Dabei treffen sie auf Menschen, die eine andere Sprache sprechen, andere Sitten und Gebräuche und ihrerseits wiederum Erwartungen haben. Doch der Kampf mit der Bürokratie und der Weg durch den Behördendschungel kann lang sein. „Das kann zu Frustrationen führen, zu Enttäuschungen“, sagt Mokom Fomboh. Vor allem, wenn vielleicht ein enger, familiärer Kontakt zu den Schützlingen aufgebaut wurde. Deshalb wolle man nicht die Menschen vergessen, die helfen – freiwillig und ehrenamtlich – und ihnen mit diesem Seminar eine Unterstützung anbieten. „Es ist auch eine Art der Anerkennung“, betont Mokom Fomboh und verweist auf ein Seminar dieser Art, das bereits in der Gemeinde Stuhr ausgerichtet worden sei. „Da gab es sehr positive Rückmeldungen“, sagt er. „Darum bieten wir das jetzt auch in Bassum und Syke an.“ Von den beiden Städten gab es schnell die Zusage, diese Aktion zu unterstützen, fügt Sykes Erster Stadtrat Thomas Kuchem hinzu. Die Kooperation zwischen Bassum und Syke sei „eine sehr fruchtbare Kooperation“, betont er.

Unter der Moderation von Bernd Ziegler, Diplom-Supervisor von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen und Koordinierungsstellen für das Ehrenamt in Niedersachsen, haben bis zu 14 Interessierte Gelegenheit, an diesem zweitägigen Seminar im Gasthaus Zur Post in Neubruchhausen teilzunehmen. Angesprochen sind in erster Linie alle, die bereits in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. „Aber es können sich auch Menschen melden, die sich bisher nur für die Arbeit mit Flüchtlingen interessieren“, sagt Mokom Fomboh.

Bei diesem Seminar werde unter anderem über psychologische Aspekte gesprochen, führt Mokom Fomboh zum Inhalt weiter aus. Etwa wie man sich als Helfer von seinen Schützlingen abgrenze, um eine gewisse professionelle Distanz zu wahren und sich selbst zu schützen. „Man lernt dabei auch etwas über sich selbst“, ist er überzeugt, denn als Helfer „kann man nur eine Brücke sein“, unterstreicht er. Aber auch interkulturelle Aspekte kommen zur Sprache, wie viel Zeit man einbringen müsse oder wie man mit kritischen Situationen umgehen könne. „Die Teilnehmer dürfen zudem Wünsche äußern, über was sie sprechen möchten“, betont der Flüchtlingssozialarbeiter. Darüber hinaus gibt es im Zuge dieses Seminars Gelegenheit, sich mit anderen Helfern auszutauschen.

Das Seminar findet am Sonnabend, 19. September, von 10 bis 17 Uhr sowie am Sonntag, 20. September, von 10 bis 15 Uhr im Gasthaus Zur Post, Hauptstraße 16 in Neubruchhausen, statt. Die Teilnahme ist kostenlos, dank der Unterstützung der beiden Städte und der Landesarbeitsgemeinschaft. Letztere wird seitens des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Für das leibliche Wohl der Teilnehmer wird gesorgt.

Aufgrund der durch die Corona-Pandemie derzeit erforderlichen Abstands- und Hygienevorschriften einhalten zu können, wurde die Teilnehmerzahl auf maximal 14 begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Sie wird von Hyacinthe Mokom Fomboh unter den Rufnummern 0 42 42 / 16 43 09 oder 01 51 / 50 31 27 77 sowie per E-Mail an die Adressen h.mokkom@syke.de oder mokom.fomboh@stadt.bassum.de angenommen. Unter diesen Kontaktdaten steht der Flüchtlingssozialarbeiter, der bei dem Seminar ebenfalls dabei sein wird, zudem für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung.

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