Neue Baustraße am Borgfelder Deich

Noch drei Wochen bis zum Abriss der Borgfelder Flutbrücke

Am Borgfelder Deich entsteht eine neue Baustraße. In drei Wochen soll von hier aus die alte Borgfelder Flutbrücke abgerissen werden. Anfang Oktober könnte der Neubau beginnen. 2022 soll alles fertig sein.
16.08.2020, 22:44
Lesedauer: 3 Min
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Noch drei Wochen bis zum Abriss der Borgfelder Flutbrücke
Von Petra Scheller

Die Vorbereitungen für den Abriss der Borgfelder Flutbrücke laufen auf Hochtouren. Ab dem 7. September wird das Verbindungsstück zwischen Borgfeld und Lilienthal zurückgebaut. Der Autoverkehr läuft dann über die benachbarte Straßenbahnbrücke – so der Plan. Am Borgfelder Deich tummeln sich in diesen Tagen viele Schaulustige. Sie beobachten, wie eine neue Baustraße entsteht. Von hier aus soll der Abriss der Flutbrücke demnächst starten.

Wer von der Borgfelder Allee Richtung Westen blickt, erlebt zurzeit ein Baustellenspektakel wie im Wimmelbuch: Unzählige Kabelrollen werden angeliefert, meterhohe Sandberge verschoben, Schwerlasttransporter laden im Minutentakt Baumaterial an. Brummifahrer ziehen dichte Staubschwaden hinter ihren Lastern her. „Sobald der Sand verdichtet ist, wird Schotter aufgetragen“, erklärt Baustellenleiter Marc Rickling am Rande der Baustelle.

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Der Kampfmittelräumdienst ist permanent im Einsatz. „In drei Wochen soll die neue Baustraße stehen“, berichtet Rickling am Ufer des kleinen Biotops, das inzwischen größtenteils zugeschüttet ist. Bislang verliefen die Bauarbeiten neben der Hochwasserschutzanlage an der Borgfelder reibungslos. Auf der anderen Straßenseite, neben der Bahntrasse, haben die Bauleute Sandsäcke gestapelt, damit bei Flut kein Wümmewasser in die Baugrube läuft. „Die Trockenheit kommt uns entgegen“, sagt Rickling. „Mal sehen, was noch kommt.“

Autoverkehr wird umgelenkt

Über das, was da noch kommt, gibt Projektleiter Arend Kiefer Auskunft. Gerade überarbeitet der projektverantwortliche Ingenieur vom Bremer Amt für Straßen und Verkehr (ASV) noch einmal den genauen Zeitplan. Am Wochenende 5./6. September wird der Autoverkehr auf die benachbarte Straßenbahnbrücke umgelenkt, sagt Kiefer. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) arbeite an der neuen Taktung des öffentlichen Nahverkehrs. Eine Woche zuvor sollen die Ampelanlagen in Borgfeld und Lilienthal engmaschig geprüft werden. „Das wird auch in der Folge so bleiben. Wir wollen erreichen, dass der Verkehr weiterhin fließt“, sagt der Ingenieur.

Über 20.000 Fahrzeuge rollen täglich über die Brücke – zu Beginn von Corona und Homeoffice gab es auf der Strecke allerdings 30 bis 40 Prozent weniger Verkehr, berichtet Kiefer. Er hoffe, dass die entspannte Verkehrslage noch eine Weile anhalte. Zur Wahrheit gehöre jedoch auch, dass während der Hauptverkehrszeiten mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen sei.

Flutbrückenabriss ab 7. September

Ab Montag, 7. September, sollen die Abrissarbeiten der über 90 Jahre alten Flutbrücke beginnen. Auf den Tag genau wolle er sich da nicht festlegen. Der Rückbau dauere mehrere Wochen. Teerschicht, Geländer, die Brückentafel und einzelne Pfeiler müssen abgetragen, abgekniffen, entsorgt und recycelt werden. Er plane zwei bis drei Wochen für den Abriss ein, sagt Kiefer.

Anschließend werden die Bohrfahrzeuge anrollen. Über 16 Meter lang sind die Stützpfeiler, die für den neuen Brückenaufbau in die Erde gedreht werden müssen. Der Aufbau sei sehr aufwendig. Auch auf der benachbarten Straßenbahnbrücke gibt es noch einiges zu tun. „Zurzeit arbeitet das Amt für Straßen und Verkehr an einem neuen Beleuchtungskonzept“, berichtet Kiefer. Die Laternenpfeiler auf der Straßenbahntrasse würden den zukünftigen Autoverkehr behindern. An vielen Details werde derzeit noch gefeilt.

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Drei Schaufelbagger verschieben in diesen Tagen über 2000 Kubikmeter Sand – in einer über fünf Meter tiefen Baugrube. Die Pfeiler der alten Flutbrücke ragen weit aus dem Boden. 20 Meter breit ist die Grube am Rande des Borgfelder Deichs. Das Grundstück gehört dem Deichverband, der den Arbeiten zuvor zustimmen musste.

Biotop wird wieder angepflanzt

Unter den Argusaugen von Bauleiter Marc Rickling wird gerade das Biotop neben der Brücke weiter ausgehoben – und mit Sand aufgefüllt. Eine Wildhopfen-Decke, die sich über altes Gehölz am Rande des Schilfröhrichts neben der Flutbrücke zieht, wird Stück für Stück abgetragen und vorsichtig wegtransportiert. Alles soll nach Beendigung der Bauarbeiten in zwei Jahren vollständig wieder angepflanzt werden. „Wir sind da im engen Austausch mit der Umweltbehörde und Landschaftsplanerin Christine Bandel“, berichtet Kiefer. Der Weiden-Auwald neben der Baustraße könnte voraussichtlich erhalten bleiben.

„Bis August 2022 soll dann alles fertig sein“, stellt Kiefer klar. „Vielleicht ja auch schon ein bisschen früher!“ Aber bis dahin sei noch viel zu tun. Er stehe gerade in Kontakt mit der Gemeinde Lilienthal, dem Borgfelder Beirat und dem Ortsamt. Demnächst werde er die überarbeiteten Zeitpläne in den benachbarten Gemeinden präsentieren.

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