Forderung nach einem Bürgerhaus in Borgfeld

Perspektiven für Borgfelder Vereine im Focke-Museum

Die Leiterin des Focke-Museums will auf der nächsten Beiratssitzung in Borgfeld ein Konzept vorstellen, wonach sich das Museum künftig auch als Bürgerforum etablieren soll.
18.04.2021, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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Perspektiven für Borgfelder Vereine im Focke-Museum
Von Antje Stürmann
Perspektiven für Borgfelder Vereine im Focke-Museum

Nach Vorstellungen des Bremer Senats soll das Focke-Museum Treffpunkt für die Borgfelder Bürger werden. Die Leiterin will ihr Konzept am Dienstag im Beirat vorstellen.

RALPH SEIFERT

Borgfeld. Ob die vom Focke-Museum angebotenen Räume eine Option zu einem Bürgerhaus vor Ort sein können, darüber wollen die Politiker im Borgfelder Beirat demnächst beraten. Auf der online geplanten Sitzung des Beirates am kommenden Dienstag, 20. April, möchte die Leiterin des Focke-Museums, Anna Greve, das Konzept genauer vorstellen, das es unter anderem Borgfelder Vereinen, Institutionen und Einrichtungen ermöglichen soll, Räume im Focke-Museum zu nutzen.

Hintergrund ist die langjährige Suche der Borgfelder nach einer geeigneten Immobilie für ein Bürgerhaus oder ein Dorfgemeinschaftshaus – und zuletzt nach einem Grundstück. Die Hoffnung der Borgfelder auf finanzielle Unterstützung aus dem Bremer Haushalt hatte, wie berichtet, im vergangenen Juli einen Dämpfer erfahren: Die Bremische Bürgerschaft war einer Empfehlung der Kulturdeputation gefolgt und hatte den Vorschlag gemacht, das Focke-Museum könne sich für weitere kulturelle Nutzungen aus den Stadtteilen Horn, Schwachhausen und Borgfeld öffnen. Das Focke-Museum werde dafür bis 2026 saniert und stelle sich auch inhaltlich neu auf, so das Bremer Kulturressort. Bereits 2019 hatte der Borgfelder Beirat einen Antrag gestellt und um finanzielle Unterstützung für ein Bürgerhaus gebeten.

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Ein Ziel des neuen Konzepts fürs Focke-Museums sei die Integration von Museum und Bürgerforum unter einem Dach. Vor diesem Hintergrund werde sich das Focke-Museum als Forum für den gesellschaftlichen Dialog entwickeln und eine Bürgerforum-Funktion als Kulturort im Stadtteil übernehmen, hieß es.

Der Beschluss der Bürgerschaft war in Borgfeld auf vehemente Ablehnung gestoßen. Unter anderem hatte der Gründer der Bürgerinitiative Borgfelder Forum, Hermann Vinke, klargestellt, ein Bürgerhaus mache nur Sinn, wenn es im Stadtteil angesiedelt sei. Mitstreiter Carsten Böning pflichtete ihm bei, die Deputation und die Bremische Bürgerschaft verfügten offenkundig über keine Vorstellungen davon, welche Bedeutung Bürgerhäuser für das nachbarschaftliche und kulturelle Miteinander in den einzelnen Stadtteilen Bremens hätten. Das sah auch der Borgfelder Bürgervereinsvorsitzende Heiko Wagener so, er hatte sich zuvor in einem Brandbrief an die Bremer Kulturdeputation gewandt.

Die Borgfelder Beiratssitzung am Dienstag beginnt 19.30 Uhr. Ein Link für die Teilnahme auf der Verwaltungsplattform Gotomeeting finden Borgfelder auf der Seite des Ortsamtes im Internet unter www.ortsamt-borgfeld.de. Unter dem Sitzungsdatum im Kalender sind auch die Verhaltensregeln für die Teilnahme an der digitalen Veranstaltung zu finden.

Diskutiert werden soll an diesem Abend auch ein Bürgerantrag zum auffällig großen Werbeplakat am Zaun des Jugendfreizeitheims. Anwohner hatten sich an dem Anblick gestört, daraufhin war das Thema im Beirat diskutiert worden. Eine Lösung hatte sich nicht abgezeichnet. Des Weiteren treffen die Politiker auf Vertreter von Initiativen und Vereinen, die ihren Projekte vorstellen, für die sie einen Zuschuss aus dem Topf der Globalmittel benötigen. Ebenfalls auf der Tagesordnung stehen die Anträge von SPD und CDU zu Photovoltaikanlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude in Borgfeld sowie zwei Anträge der Grünen, die Schäden an Rad- und Fußwegen auflisten und Haltelinien erneuern lassen möchten. Die Bürgerinnen und Bürger haben Gelegenheit, Wünsche und Anregungen vorzubringen.

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