Kino soll ab morgen weiterlaufen

Fortsetzung für die Lindenhof-Lichtspiele

Wildeshausen. Die Lindenhof-Lichtspiele bleiben erhalten. Diese Botschaft hat am Dienstagnachmittag der neue Betreiber Thomas Ahrens verbreitet.
24.03.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ute Winsemann

Wildeshausen. Die Lindenhof-Lichtspiele bleiben erhalten. Diese Botschaft hat gestern Mittag der neue Betreiber Thomas Ahrens verbreitet, der bis vor kurzem noch für den in einem vorläufigen Insolvenzverfahren steckenden bisherigen Betreiber Heinz Rigbers tätig war. Sowohl Ahrens als auch Verpächter Michael Prochnow kritisierten den vorläufigen Insolvenzverwalter Dirk Rüffert scharf. Der hatte noch am Morgen erklärt, das Kino werde geschlossen.

Dicht war der Saal gestern tatsächlich - und er ist es auch heute noch. Doch nachdem drinnen nach Auskunft von Michael Prochnow, der das Gebäude für seinen Bruder Christfried verwaltet, ein wenig renoviert wird, sollen schon zum Start der morgigen Kinowoche wieder am Nachmittag der Kinderfilm 'Hier kommt Lola' und abends der Streifen 'Sherlock Holmes' laufen.

Ahrens will als neuer Chef das Programm nicht nur fortführen, sondern erweitern und außerdem das Drumherum in dem Service-Kino verbessern. Das Geschäft hat der 25-jährige gelernte Restaurantfachmann nach eigenen Angaben insbesondere seit dem vergangenen Sommer kennengelernt. Als selbstständiger Unternehmensberater habe er Rigbers zunächst ein halbes Jahr lang beratend zur Seite gestanden und seit Januar die Geschäfte geführt. Diese Aufgabe habe er jedoch kürzlich niedergelegt, nachdem er vom Insolvenzverwalter kein Geld mehr erhalten habe.

Das hat offenbar auch Prochnow nicht. Zudem habe sich Rüffert nie mit ihm in Verbindung gesetzt, sondern sich im Gegenteil verleugnen lassen. Als Konsequenz drehte er schließlich den Wasser- und den Gashahn - auch die Nebenkosten hatte er vorgestreckt - zu.

Rüffert teilte daraufhin gestern Morgen mit, die Lindenhof-Lichtspiele seien geschlossen. Er bemühe sich aber weiterhin um eine Übernahme. Bisher allerdings seien Gespräche mit möglichen Interessenten 'recht unverbindlich' geblieben. Trotzdem versprach er, 'wir nehmen jedes Angebot sehr ernst'.

Genau das habe der Oldenburger Anwalt nicht getan, bemängelte Ahrens. 'Mein Angebot war von Anfang an auf dem Tisch.' Rüffert sei jedoch nicht darauf eingegangen. Auch sonst habe er wenig unternommen, um das Kino zu retten, und stattdessen öffentlich Unruhe verbreitet.

Einigung ohne Insolvenzverwalter

Nun haben sich Ahrens und Prochnow offenbar ohne Rüffert geeinigt. Dass das möglich war, hängt damit zusammen, dass Rigbers nach Darstellung der beiden bereits länger die Pacht schuldig geblieben war. Deshalb habe ihm der Besitzer bereits vor dem vorläufigen Insolvenzverfahren gekündigt und im Rahmen des Vermieterpfandrechts Zugriff auf das Inventar von Mobiliar bis zu Vorführgeräten erhalten.

Das soll nun - ob per Verkauf oder Miete, ist laut Prochnow noch offen - dem neuen Pächter zur Verfügung stehen. Der will darüber hinaus aber auch investieren. Ahrens kündigte an, sich bereits im nächsten Monat auf der größten deutschen Fachmesse über digitale Technik zu informieren.

Er zeigte sich optimistisch, das einzige Kino in der Kreisstadt halten zu können. Die Lindenhof-Lichtspiele hätten schwarze Zahlen geschrieben. In finanzielle Schwierigkeiten sei Rigbers nur durch das Bremer City Filmtheater geraten.

Rüffert wies unterdessen die Kritik zurück. Es sei sein Vorschlag gewesen, Ahrens solle das Kino übernehmen. Der habe aber nach längerer Bedenkzeit am Freitag 'ausdrücklich nein' gesagt. Von dem Sinneswandel habe er erst gestern per E-Mail erfahren. Sowohl mit Ahrens als auch mit dem Anwalt des Verpächters habe er in ständigem Kontakt gestanden. Die Frage des Vermieterpfandrechts sei noch nicht abschließend geklärt - woran der jetzt eingeschlagene Weg aber nicht scheitern müsse. 'Von unserer Seite werden wir alles versuchen, dass der Kinobetrieb weitergeht', versicherte Rüffert, 'in der Dreierkonstellation sollte sich eine Lösung finden lassen.'

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